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Lofoten

Zahlreiche, den Inseln vorgelagerte Felsformationen und Riffe nehmen dem Swell die Kraft. Das ist aber gerade im Herbst oder Winter durchaus ein Vorteil. Ist ein großer Swell vorhergesagt, werden die Bedingungen an den Spots spaßig.

Aber die vorhergesagten knappen zwei Meter schaffen es nicht über die natürlichen Barrieren. Wir setzen unsere Suche fort und fahren immer weiter gen Westen bis ans Ende der Lofoten. An der Südseite der Inseln zerschellen die Wellen direkt an den Klippen. Es findet sich ein potentielles Riff vor einem Hafen, doch der Wind ist zu auflandig. Strand gibt es keinen - nur Felsen und Gischt. Etwas enttäuscht drehen wir um und fahren zu einem Flachwasserspot, den ich zuvor auf einer Karte ebtdeckt habe. Dort angekommen weht der Wind in der Tat komplett ablandig und sehr gleichmäßig, da sich unmittelbar hinter dem Strand ein kleiner See befindet.

Die Bedingungen sind perfekt für das 4.0er Segel. Man kann direkt neben dem Strand fahren und das Wasser bleibt spiegelglatt. Ich tobe mich aus, bevor wir uns weiter auf die Suche machen. An jeder Ecke gibt es gute Flachwasserspots. Aber die höchsten Wellen des Tages haben wir in Flakstad kurz vor Ramberg gesehen und wir fahren wieder dorthin. Es sieht wieder nicht besonders gut aus. Ab und an schafft es ein kleiner Puls des Ozeans an den Strand. Ich fahre fast parallel zum Ufer und suche den Horizont nach Schatten ab.

Ich nehme die zweite Welle eines Sets, gebe Vollgas und nutze die brechende Lippe für einen Sprung. Der ablandige Wind katapultiert mich hoch in die Luft. Ein Aerial ist das nicht, denn man landet weit hinter der Miniwelle. Trotzdem habe ich viel Spaß in diesen sehr speziellen Bedingungen. Auf dem Heimweg folgt ein obligatorischer Abstecher nach Unstad. Dort hat es keinen ausreichenden Wind, aber die Wellen sind etwas höher. Ich surfe bis in die Dunkelheit.

Lofoten
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