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Lofoten

Wir sind kurz nach 23 Uhr am Fähranleger und müssen noch eine knappe Stunde auf die letzte Fähre warten. Während der Überfahrt ruhen wir uns so gut es geht von den Strapazen aus. Dann sind wir endlich auf den Lofoten. Aber die Fahrt bis nach Gimsoy dauert noch einmal zwei Stunden. Nachts gegen halb zwei finden wir endlich unsere Hütte. Seit Hamburg waren wir 36 Stunden unterwegs.

Niemand will den Abend vor dem Fernseher verbringen, wenn draußen die Nacht sternenklar ist. Ein klarer Himmel bedeutet Ende Oktober auch fast immer, dass Polarlichter zu sehen sind. Es geht vor die Tür. Die Augen müssen sich kurz an die Dunkelheit gewöhnen während wir den Himmel absuchen. Ein kaum wahrnehmbares grünes Licht flackert am nördlichen Horizont direkt über den still treibenden Booten des kleinen Hafens. Langsam wird dieses Licht heller, nimmt einen immer größeren Raum am Sternenhimmel ein, legt sich jetzt wie ein smaragdgrüner Schleier über die hell funkelnden Sterne der Milchstraße. Das Licht flackert, es bewegt sich wie durch einen auf der Erde nicht wahrnehmbaren Wind. Es breitet sich aus und zieht sich wieder zusammen - pulsierend.

Lofoten
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