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Lofoten

Tag 3 - Der Tag beginnt erneut strahlend blau, aber auch windlos auf unserer Seite der Insel. Die Südostwind-Phase hat sich stabilisiert. Allerdings wird Wind aus dieser Richtung von einem Berg geblockt, so dass es hier am Nordende von Gimsoy sehr ruhig ist. Das kann an anderen Orten der Lofoten ganz anders aussehen, wie wir am gestrigen Tag bereits erfahren haben.

Es zieht uns nach Unstad, denn der Swell soll heute etwas größer und bei einer Periode von 14 Sekunden vor allem sehr sauber sein. Unstad, man spricht die Endung als -od und das -st nach plattdeutscher Manier, ist ein beinahe mythischer Ort unter Wellenreitern. Als die ersten Bilder von hier um die Welt gingen, schienen sich ganz neue Dimensionen im Bereich des Kaltwassersurfens zu öffnen. Ein surfbarer Spot einige hundert Kilometer nördlich des Polarkreises mit atemberaubender alpiner Kulisse - das zog sogar internationale Stars an.

Die hier produzierten Surfclips beginnen meist mit dramatischen Aufnahmen einer unwirtlichen Umgebung, wie sie typisch für den subpolaren Raum ist: Schneesturm, Dunkelheit und Einsamkeit. Eine Stimme aus dem Off spricht von „freezing cold conditions“ während die Kamera ein paar dick in Neopren verpackte, schwarze Gestalten beim Rauspaddeln ins Line-up filmt. Passende Musik unterstreicht den heroisch-dramatischen Charakter dieser Unternehmung - ein besonders probates Mittel, um mediale Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Es hat sich in Folge dessen eine Art „Kaltwassersensationssurftourismus“ entwickelt.

Lofoten
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