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USA
Es besteht die Möglichkeit sich von San Diego direkt mit der Cessna einfliegen zu lassen.
Baja California - Magische Momente in Mexico
Durch zahlreiche Videos von Levi Siver und Graham Ezzy geisterte der Spot Punta San Carlos auf der Baja California als absolutes Traumziel durch meinen Kopf. Die große Distanz von Houston und die etwas angespannte Sicherheitslage in Mexiko ließen mich allerdings befürchten, dass Punta San Carlos vorerst ein Traum für mich bleiben würde.

Anfang Juni telefonierte ich mit meinem sehr guten Kumpel Thorsten aus Heidelberg. Beiläufig erwähnte er, dass er überlege, Ende des Monats an einer Konferenz in San Diego teilzunehmen. Mir war klar: Wenn ich mit irgendjemanden so einen Trip durchziehen kann, dann mit Thorsten. Also erzählte ich ihm von meinem Hirngespinst und innerhalb kürzester Zeit wurde aus der diffusen Absicht ein konkreter Plan.

Keine drei Wochen später begrüßten wir uns mit Handschlag am Flughafen von San Diego. Mein Flug aus Houston hatte mehr als acht Stunden Verspätung. Thorsten hatte die Zeit effektiv genutzt. Durch sein Verhandlungsgeschick am Mietwagenschalter wurde aus dem vorreserviertes „Mid Size SUV“ ein ausgewachsener 4X4 Pick-Up – was sich im Nachhinein als sehr hilfreich erwies.

Da der Spot wirklich mitten in der Wüste liegt, rüsteten wir uns entsprechend mit Vorräten und Wasser aus. Im Morgengrauen überquerten wir die Grenze zu Mexiko südlich von San Diego. Die martialischen Grenzanlagen hinterließen ein mulmiges Gefühl bei uns beiden. Die malerische Landschaft und die direkt an der Küste verlaufende Straße sorgten dafür, dass wir uns schnell wieder entspannten.

Offenbar zu sehr: Während einer Pinkelpause am Highway tauchte unverhofft die Polizei auf. Die beiden Beamten schienen sehr um die Reinheit der mexikanischen Natur besorgt. Während einer der beiden uns mit einer geladenen M16 in Schach hielt, belehrte uns der andere über die Konsequenzen unserer Umweltsünde.

Durch eine „Spende“ von 30 USD in Bar lösten sich die „Sorgen“ der beiden jedoch umgehend in Luft auf. Der Blick in die Mündung eines geladen Maschinengewehrs erinnerten Thorsten und mich allerdings mit Nachdruck daran, dass wir uns nicht im Disneyland befanden.

Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir den Abzweig von der befestigten Straße in Richtung Punta San Carlos. Nach einer weiteren Stunde über Schotter und Sand (4x4 mit viel PS und Bodenfreiheit machten sich hier sehr bezahlt) waren wir an unserem Traumziel angelangt.

Der Wind blies kräftig für das 4.7er. Obwohl die Wellen klein waren, hatten wir riesigen Spaß in den Sideoffshore Bedingungen. Bis zum letzten Sonnenstrahl blieben wir auf dem Wasser. Leider ließ der Wind in den kommenden Tagen zu wünsche übrig, sodass wir keine Action-Fotos machen konnten. Trotzdem verging unsere Zeit wie im Flug: Aufstehen mit aufgehender Sonne, Wellenreiten, Relaxen, Windsurfversuche in tollen Wellen bei sehr dürftigen Wind, Schlafen. Direkt am Spot befindet sich die wohl außergewöhnlichste Surfstation, die ich bisher gesehen habe. Für 150 $ pro Tag wird den Gästen Vollpension sowie eine Materialflatrate (Windsurfen, Wellenreiten, SUP, Mountainbikes) geboten.

Um Schwierigkeiten an der Grenze und mit „besorgten“ Polizisten aus dem Weg zu gehen, besteht die Möglichkeit sich von San Diego direkt mit der hauseigenen Cessna einfliegen zu lassen. Das Rollfeld endet direkt vor der Station. Nach vier Tagen in der mexikanischen Wüste stand für uns beide fest: Wir kommen wieder - garantiert.
USA
Auf dem Weg zur Punta San Carlos auf der Baja California.
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