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Elternzeit

In Moulay Bouzerktoun fanden wir endlich wirklich perfekte Windsurfbedingungen, wie ich sie mir erträumt hatte: 2-4m hohe Wellen, schräg ablandiger Wind und Sonne. Dies allerdings oft mit einer Extraportion Adrenalin, da der Wind noch einigermaßen schwach war - typisch zu dieser Jahreszeit (März) - was den Weg nach draußen zu einer Zitterpartie durch die Brandungszone werden lassen kann. Dazu im Hinterkopf die Gruselgeschichten von löchrigen Riffplatten, Seeigeln und einer Strömung um die Landzunge herum, durch die man schnell in abgedeckte Windbereiche getrieben werden kann.

Zum Glück erwischte mich keins dieser Übel, aber ein (sehr guter!) Kiter musste während einer unserer Sessions seinen Drachen aufgeben, der sich unter einem Riffvorsprung verfangen hatte, sodass er bei Ebbe nur noch die Überreste zusammenkratzen konnte.
Zufällig trafen wir in Moulay zwei andere Pärchen, die genau wie wir mit alten Bussen, kleinem Kind und Windsurfmaterial unterwegs waren, sodass wir uns schnell anfreundeten und ein paar schöne Tage miteinander verbrachten.

Wenn der Wind in Moulay mal nicht reichte, oder die Wellen zu groß wurden (oder beides), fuhren wir mit ihnen nach Taguinza bei Sidi Kaouki, wo der Wind immer ein paar Knoten stärker wehte und die Wellen clean um einen Berg herum liefen. Dafür war der Wind sehr ablandig und dadurch relativ böig, wofür dann aber die sauber laufenden Down-the-line Wellen entschädigten.

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