Big Day in Hanstholm
Kochende Nordseebrandung am 3. Juli 2026
Schon mal in großen Wellen gewindsurft? Am 3. Juli gab es in Dänemark eine Gelegenheit. Starker Wind aus West-Nordwest mit 36-44 Knoten hatte genug Anlauf, um mächtige Wellenberge vor sich herzuschieben. Nicht ganz so groß wie im Oktober letzten Jahres, aber immer noch groß genug, um nur die wagemutigsten Windsurfer aufs Wasser zu locken.
Große Wellen auf der Nordsee sind anders, als die großen Wellen, die man an den bekannten Big Wave Spots vorfindet. Die Wasserberge rollen undefiniert und brechen weit draußen in der Bucht. Brandungszone überall. Wellenberge überlagern sich und lassen über masthohe Wände entstehen, denen man als Windsurfer besser aus dem Weg gehen sollte.
Als Erster auf dem Wasser war der Däne Andreas. Auf der Anfahrt zum Spot sah man schon von weitem ein oranges Segel durch die Wellen flitzen. Das war winzig im Vergleich zu den Wogen davor und dahinter. Schnell die Kamera ausgepackt, denn die Session wurde vom Licht der Morgensonne beleuchtet.
Auf einem der nächsten Schläge nach draußen tauchte eine riesige Weißwasserwalze auf. Andreas schaffte es gerade so darüber, aber dann war das Segel nicht mehr zu sehen.
Minuten später suchten wir die Wasseroberfläche immer noch mit Teleobjektiv und Fernglas ab, aber nichts war zu entdecken. Die Frage 'Rettung alarmiern?' kam auf, aber dann sah man ihn rund 800 Meter weiter in Lee, in Höhe von Middles, schwimmen - nicht mehr weit vom Land entfernt. Und in der Flucht dahinter wurde das Material gerade im Schleudergang durchgespült.
Dann endlich - fester Boden unter den Füßen und beide Arme erleichtert in den Himmel gestreckt. Nach einem Spurt an Land konnte auch das Material ein gutes Stück weiter in Lee zwischen Middles und Hamborg unbeschädigt eingesammelt werden. Glück gehabt.
Inzwischen hatte auch Olaf aufgebaut und zwar sein 3.7er, um Druck in den Wellentälern zu haben. Draußen wurden die Bedingungen erstmal mit einer Cheeseroll begrüßt, dann verschwand das Segeltop zeitweise zwischen den Wellenbergen.
Auch Adi riggte auf und enterte das Wasser. Der Parkplatz füllte sich und im Laufe des Vormittags gingen weitere Surfer aufs Wasser. Die Wellenhöhe nahm kontinuierlich ab, aber mit Segeln um 3,5 m2 waren die meisten über den Nachmittag bis zum Abend mehr als gut bedient.
Hier unten seht ihr ein Video der Bedingungen am Morgen, bei denen nur Andreas, Olaf und Adi in den Wellen surften:
14.07.2026 © DAILY DOSE | Text: Jürgen Schall | Fotos/Grafiken: Jürgen Schall | Translation: EN