Windsurfen in Hanstholm
So hätte es an mehreren Tagen der Reise aussehen sollen, aber es kam anders...

Windsurf-Roadtrip nach Dänemark

Fünf Tage zwischen Nørre Vorupør und Svinkløv

Über das verlängerte Pfingstwochenende hatte ich Zeit für eine Reise nach Dänemark. Alles sah nach ein paar Windsurftagen zwischen Klitmøller und Hanstholm aus. Aber je näher das Wochenende kam, desto weiter verschob sich die gute Vorhersage auf den Wochenanfang.

Kein Problem, denn zum einen hatte ich bis einschließlich Mittwoch Zeit, zum anderen ist auch mein Wingfoil-Stuff immer mit an Bord, um bei leichtem Wind aufs Wasser zu kommen.

Kaum Wind und keine Wellen in Nørre Vorupør und Hanstholm
Drei Stationen am ersten Tag: Nørre Vorupør, Hanstholm und Svinkløv

Samstagmorgens ging es los. Nørre Vorupør war das Ziel. Auf der Anreise gab es dann Gleitwind am Oddesund, allerdings gepaart mit Regen, also weiter nach Nørre. Das Thermometeranzeige fiel kontinuierlich, von 20°C im Landesinneren auf 13 Grad beim Einparken hinter den Dünen in Nørre Vorupør.

Der Blick aufs Meer war ernüchternd. Flach wie ein Ententeich und leichter schrägablandiger Wind. Die Wetter-Apps zeigten kaum eine Verbesserung im Tagesverlauf – aber auch, dass ein deutlich stärkeres Windfeld weiter nordöstlich durch die Jammerbucht zog. Dort kannte ich schon einige Spots von vorherigen Touren, also wurde die Weiterfahrt eingeloggt.

Wingfoilen in Svinkløv
Wingfoilen in Svinkløv

Ab Hanstholm kam die Sonne raus und am Spot Fakir hätte es zum Foilen gereicht - allerdings bei schrägablandigem Wind und ohne Wellen. Keine Frage, weiter ging die Reise in die Jammerbucht. Svinkløv war das Ziel, der Küstenverlauf dort ist leicht exponiert nach Norden und kann so Westwind gut einfangen.

Auch landschaftlich ist die Region der Hammer, auf einer Anhöhe liegt ein riesiger Dünenwald samt Campingplatz direkt hinter dem Strand.

Sonne, 19°C, Wind für einen 4.0er Wing und leichte Dünung - der Tag war gerettet. Nach einer richtig guten Session ging es auf den Campingplatz (svinkloevcamping.dk, 175 Dänische Kronen/Nacht).

Und nochmal Wingfoilen
Auch am nächsten Tag ging es vor Svinkløv aufs Wasser

Am nächsten Morgen war es wieder windig, etwas auflandiger, aber wieder gepaart mit Sonne. Auch an diesem Tag war ich der einzige Wassersportler an diesem Spot. So kennt man die Jammerbucht, bei vielen Surfern ein weißer Fleck auf der Landkarte. Wingen mit 4.0 war angesagt.

Beim anschließpenden Wetterscheck sah es für den folgenden Montag nach Wind in der Bucht vor Klitmøller aus. Also orientierte sich meine Reiseroute zurück in Richtung Westen.

Bulbjerg
Der Bulbjerg

Ein Zwischenstopp am Bulbjerg musste aber sein. Dieser 47-Meter-hohe Felsblock bildet eine imposante Kulisse an der Küstenlinie, die wollte ich beim Wingen vom Wasser aus einfangen.

Auch dort war ich neben einigen Strandurlaubern der einzige Wassersportler. Nach einer kurzen Session mit 4.0er Wing ging es weiter ins dieses Mal eher unwellige Cold Hawaii.

Wingfoilen vor dem Bulbjerg
Coole Kulisse in der Jammerbucht

Der Nystrup Camping (nystrupcampingklitmoller.dk, 125 Dänische Kronen/Nacht) wurde für drei Tage eingeloggt und die Hoffnungen auf Pfingstmontag gesetzt. Dieser Tag verlief dann zwar mit Wind und Sonne, aber mit maximal kniehohen Wellen.

Bei der gerade stattfindenden Dänischen Windsurf Meisterschaft wurde eine Supersession über dem Muschelriff ausgetragen. Abends ließen sich dann auch kleine Dünungswellen in der Bucht vor dem Surfshop beim Wingen abreiten.

Windsurf Contest in Klitmøller
Danisch Open in Klitmøller

Dann aber kam am Dienstag endlich der heiß erwartete Windsurftag in Hanstholm. Nach einer kurzen Wingsession bei den noch kleinen Wellen am Vormittag ging es vom Nachmittag bis in die Dämmerung hinein in Middles rund.

Richtig gute Wellen und Wind für 4,5er bis 4.0er Segel. So sollen Windsurftage aussehen. Auch die Haube konnte man sich sparen. Gerade noch rechtzeitig vor der Nachtsperre rollte ich um 22:30 zurück auf den Campingplatz.

Wingfoilen und Windsurfen in Hanstholm
Nah endlich: Hanstholm war ON

Am nächsten Morgen musste man früh sein, um noch Wind zum Windsurfen zu erwischen. Da wir an dem Abend nach dem Essen im Gemeinschaftsraum in geselliger Runde noch bis kurz vor zwei Uhr verweilten, kam ich dafür zu spät aus den Federn.

Windsurfen in Cold Hawaii
Der Spot: Middles in Hanstholm

Aber zum Glück gibt es den Wingkram, denn damit war Wellenabreiten vor der Fischfabrik den ganzen Tag lang möglich. Dann stand die Abfahrt an, den erst spät zum Windsurfen zunehmenden Wind konnte ich dieses Mal nicht mehr mitnehmen. Trotzdem ein gute und fast schon sommerlicher Trip nach Dänemark, dem hoffentlich in diesem Jahr noch weitere gute folgen werden.

09.06.2026 © DAILY DOSE  |  Text: Jürgen Schall  |  Fotos/Grafiken: Jürgen Schall, Oliver Flöter  |  Translation: EN

Knallige Farben in der Nachmittagssonne
Sunset Session
Und nochmal wingen zum Abschluss