Im Test beim Windsurfen: der 1mm Titanium Thermo Neoprenhandschuh von Camaro

Test: Camaro 1mm Titanium Thermo Neoprenhandschuh

Guter Grip am Boom und warm genug?

Die Suche nach dem perfekten Neoprenhandschuh für die kalte Jahreszeit ist ein Dauerthema. In diesem Winter sind wir nach einem Leserhinweis auf die Titanium Thermo Gloves von Camaro mit 1mm Neoprenstärke gestoßen, haben das Modell auf der boot-Messe anprobiert und zum Testen bestellt (erhältlich in drei Größen im Fachhandel oder direkt bei Camaro für UVP 69,95 Euro).

Dieser schwarze 5-Finger-Handschuh besitzt keine Nähte, sondern ist verklebt (Seamless Bonding) und damit auch wasserdicht. Die frisch ausgepackten Gloves lassen sich wie ein Luftballon aufpusten, keine Luft entweicht - also alles dicht.

Camaro nennt das Material "Titanium SCS Open Cell Neoprene" - außen doppeltkaschiert, innenliegend eine silberfarbene hydrophobe Beschichtung, die Wassertropfen abperlen lässt und für schnelle Trocknung sorgt.

Camaro Titanium Thermo Gloves 1mm
Nur 1 Millimeter Materialstärke = ermüdungsfreies Zugreifen

Mit 1 Millimeter Materialstärke sind die Wassersporthandschuhe dünn genug, um den Boom ohne Kraftaufwand halten zu können. Damit der getragene Handschuh möglichst wenig spannt und damit keinen Widerstand beim Schließen der Hand erzeugt, haben wir das Modell eine Nummer größer bestellt. Bei normaler Handschuhgröße L also das XL/-XXL-Modell von Camaro.

Damit sind die Finger zwar etwas zu lang, aber der Handballen passt so perfekt in den Handschuh - beim Greifen spannt das Material nicht und gewährleistet so ein ermüdungsfreies Zugreifen. Das 1 Millimeter starke Neoprenmaterial bildet aufgrund seiner Struktur eine wärmeisolierende Schicht (vergleicht dazu unsere vorherigen Surfhandschuh-Tests).

Kontakt mit kaltem Wasser
Kontakt mit kaltem Wasser lässt sich beim Surfen nicht vermeiden

Auf der Handinnenfläche ist der Titanium Glove mit einem abriebfesten Silikon-Print versehen, der für guten Grip am Boom sorgen soll.

Praxistest:
Wir haben dieses Handschuhmodell in den zurückliegenden zwei Monaten beim Windsurfen und Wingfoilen im Temperaturbereich von 5 bis 10°C Luft eingesetzt (rund 15 Sessions). Damit möglichst wenig Wasser an den Ärmeln des Wetsuits eindringt und dann von innen in die Handschuhe laufen kann, wurde ein zusätzliches Klettband an den Ärmeln getragen.

An den Ärmeln des Neoprenanzug mit einem zusätzlichen Klettband abgedichtet
Tipp für jeden Surftag im Winter: die Ärmeln des Neoprenanzugs mit einem zusätzlichen Klettband abgedichten

Der Handschuh ist wasserdicht und ermüdungsfreies Zugreifen ist möglich. Der Handschuh hat einen guten Grip, da stört auch bei langen Sessions nichts. Wegen der geringen Materialstärke spielt der Temperaturbereich aber eine Rolle.

Bei 8-10°C Lufttemperatur kann man mit diesem Handschuh 3-4 Stunden auf dem Wasser sein und hat abkühlende Hände durch Armkreisen schnell wieder warm. Vorausgesetzt es gelangt kein Wasser in den Handschuh, denn feuchte Hände werden schneller kalt.

An kälteren Tagen (5-7°C) kühlen die Hände auch mit diesem Handschuh aus. Solange alles trocken bleibt, sind kurze Sessions damit gut möglich, aber die Materialstärke setzt dem Wärmekomfort Grenzen.

Abnutzung nach 15 Sessions im Winter
Abnutzung nach 15 Sessions im Winter

Die Abnutzung: Beim 8. Einsatz war einer der Handschuhe nicht mehr wasserdicht. Alle verklebten Nähte waren intakt, aber auf der Innenseite des Zeigefingers und am Daumen hatte sich das Material im Inneren durchgescheuert (größte Belastungsstelle beim Zugreifen am Boom), so dass Wasser eindringen kann und die Hände schneller klamm werden. Einen Tag später zeigte sich dieses Bild auch beim anderen Handschuh.

Die weitere Nutzung an den kalten Tagen war möglich, aber eben ohne den Komfort der zuvor trockenen Hände. Damit hat dieser Handschuh wesentlich länger durchgehalten als alle anderen dünnen 5-Finger-Modelle aus Neopren (bei intensivem Fahren in der Welle und mit vielen Moves im Flachwasser). Beim Freeriden mit Trapez auf langen Schlägen kann der Handschuh sicher länger wasserdicht bleiben.

Windsurfen mit den Titanium Gloves von Camaro

Unterm Strich bisher eine der besten 1-Schicht-Lösung bei Winterhandschuhen für Wassersportler, die Surfen und Foilen ohne Ermüdung der Muskulatur ermöglichen.

Auch wer diesen Handschuh als Unterhandschuh unter einem Spülhandschuh nutzt, kann von der Isolierung durch die 1-mm-Neoprenschicht profitieren und wasserdicht durch den Winter kommen.

10.04.2026 © DAILY DOSE  |  Text: Jürgen Schall  |  Fotos/Grafiken: Jürgen Schall

Auch als Unterhandschuh tragbar
Auch als Unterhandschuh tragbar