Wingsurfen mit einenm Snowboard

Snowboarden mit Wing

Bergab mit Snowboard und Wing über eine zugeschneite Weide düsen

Seit Ende November hat der Schnee den Norden Deutschlands fest im Griff. Bei permanenten Minustemperaturen wurde die weiße Schicht auf den Wiesen mit jedem Schneeschauer dicker. 20 Zentimeter waren es nach zwei Tagen, das reichte schon mal zum Snowboarden am Haushang.

Der Schnee lag allerdings so locker auf der Wiese, dass man ihn mit einem Laubbläser hätte wegpusten können. Kantengriff? Fehlanzeige! Die Rails des Boards schnitten sich durch Grashalme und zahlreiche Maulwurfshügel bremsten den Spaß.

Der Wing wird im Schnee aufgebaut
Earn your Turn - Aufstieg und Materialaufbau gehören dazu

Richtig starker Wind war nicht in Sicht, was wäre das für ein Spaß gewesen mit Wingantrieb über zugeschneite Wiesen zu düsen.

Dafür wurden die Schneeverhältnisse von Tag zu Tag besser. Reger Wochenendbetrieb hatte die unterste Schneeschicht stark komprimiert und die Maulwurfshügel geplättet.

Ab auf die Piste mit Wing und Snowboard
Die erste Abfahrt in Switch Stance, der Wind wehte von der rechten Seite über den Hang

Am vergangenen Dienstag setzte dann erneut starker Schneefall ein. Da an diesem Tag auch Ostwind mit 15-20 Knoten wehen sollte, hatten Andy und ich auf dem langen Fußweg zum Hang auch einen Wing dabei.

Bei -5°C schneite es permanent und eine 10 Zentimeter starke Neuschneeschicht setzte sich auf den inzwischen ziemlich festen Altschnee. Die Bedingungen waren ein kleiner Traum zum Snowboarden, natürlich unter dem Vorzeichen norddeutscher Verhältnisse.

Der Weg mit Wing und Board bergauf ist anstrengend
Yeti-Alarm

Jetzt noch den Wing aufpumpen? Die leichten Schneeflocken flogen teilweise waagerecht, aber in Windstärken ausgedrückt waren es eher so um die 3 Beaufort. Das reicht wegen der Reibung des Boards im Schnee nicht aus, um mit Windantrieb in Fahrt zu kommen.

Mit Wing und Snowboard den Hügel runter
Den Druck im Wing erzeugte hauptsächlich der Fahrtwind

Wenn man allerdings bergab fährt, dann schwebt der Wing locker mit, lässt sich schon bei langsamer Fahrt flaggen. Bei schneller Fahrt am Hang baut sich soviel Druck auf, dass man sich richtig in einen Turn ziehen lassen kann.

Irgendwo in Schleswig-Holstein - ein norddeutsches Wintersportparadies (im Süden jetzt bitte nicht Lachen)
Auf dem 100 Meter langen Hang waren ein paar Turns drin

Bergab schon ein Gaudi, aber man muss ja auch wieder hoch. Das ist ohne Lift alleine schon mit Board anstrengend genug, mit Wing in der Hand kommt man richtig ins Schwitzen. Also erstmal beiseite legen und weiter nur mit Board die ziemlich einmaligen Bedingungen nutzen.

Der letzte Ride des Tages
Die Talabfahrt - immerhin Schnee bis ins Dorf

Auf dem Weg zurück zum Wagen konnte Andy sich dann doch noch einige Meter über den Feldweg ziehen lassen. Ziemlich langsam, aber immerhin. Fazit: einen Wing beim Ausflug in den Schnee einzupacken lohnt sich nur bei Sturm. Auf Eis könnte das anders aussehen - hoffen wir mal, dass es in diesem Winter noch ordentlich friert.

08.12.2023 © DAILY DOSE  |  Text: Jürgen Schall  |  Fotos/Grafiken: Andreas Wirtz, Jürgen Schall