Windsurfen im Winter

Wintersport

Mit Beginn des Winters geht die Windsurfsaison für viele zu Ende. Das muss bei richtiger Vorbereitung nicht sein. Obwohl die Gefahr bei kalten Temperaturen erheblich steigt, können Wintersessions bei richtiger Vorbereitung zu einem großartigen Erlebnis werden.

Wer bei winterlichen Bedingungen aufs Wasser geht, muss gut vorbereitet sein und die Wirkung des kalten Wassers kennen. Wir haben das Thema auf dailydose.de in den letzten Jahren mehrfach behandelt und stellen in diesem Artikel die wichtigsten Informationen und Links zusammen.

Unterkühlung, die unterschätzte Gefahr:
Wer in kaltes Wasser stürzt, kann mit der falschen Kleidung innerhalb von Sekunden in eine lebensbedrohende Situation kommen. Etwa zehn Sekunden kann die Luft in 10 Grad kaltem Wasser angehalten werden und selbst mit moderner Schutzkleidung, die beim Windsurfen noch mollig warm erscheint, führt längeres Schwimmen schnell zu massiver Unterkühlung. 20% der Unterkühlten sterben noch nach einer Rettung.

Einen Bericht über eine Notsituation und die Gefahren der Unterkühlung findet ihr hier: SOS - Unterkühlung
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Die Nadel im Heuhaufen:
Falls eine Notsituation dennoch eintritt, ist es lebenswichtig, möglichst schnell gerettet zu werden. Dies funktioniert natürlich dann am besten, wenn man nicht alleine surft, die Kollegen auf dem Wasser auch gegenseitig aufeinander aufpassen und eventuell eine Person am Ufer schnell Rettung herbeirufen kann. Dies muss abgesprochen werden. Auch die Zeit sollte im Auge behalten werden. Die früh einbrechende Dunkelheit erschwert eventuelle Rettungssituationen immens.

Die Bedungen auf dem Meer können schnell wechseln und Strömung kann einen havarierten Windsurfer schnell versetzen. Das Auffinden einer Person im Meer gleicht dann der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Um möglichst schnell geortet werden zu können, ist technisches Gerät ein großer Helfer. Die Königsklasse stellen hier PLB’s dar. Ein PLB kann im Notfall nicht nur einfach aktiviert werden, es führt die Retter sicher zum Unfallopfer. Es sendet sowohl direkte Funksignale aus als auch Signale über eine terrestrische Funkfrequenz. Die Preise für günstige PLBs liegen bei etwa 330 / 350 Euro.

Einen Artikel über Notsendebaken (PLB) findet ihr hier: Notsendebaken
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Eine Stufe günstiger, aber auch weniger sicher sind Baken, die nur auf einer terrestrischen Frequenz senden. Dafür sind die Geräte etwas günstiger. Beispielhaft haben wir dies hier vorgestellt: Funk-Bake

Eine weitere Möglichkeit Hilfe zu holen, nietet das Zusammenspiel von Handy und APP. Hierbei ist besonders im Winter zu beachten, dass die Akkus der modernen Smartphones bei niedrigen Temperaturen schnell aufgeben und die Bedienung mit dicken Handschuhen und kalten Fingern schnell unmöglich werden kann. Zusätzlich ist ein Handy an Bord aber immer sinnvoll.

Einen Artikel darüber findet ihr hier: Ortung per Handy & App
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Material:
Ein Materialcheck vor jeder Session ist Pflicht. Alte Powerjoints, Trimm- und Trapeztampen sollte man spätestens vor der Wintersaison austauschen. Ein zusätzlicher Tampen als Nothilfe gehört auf jeden Fall an Bord. Dieser kann auch als Ersatz-Trapeztampen dienen und bei Powerjoint-Riss Board und Rigg notdürftig verbinden.

Surfschuhe:
Idal sind Boots mit 7mm Neoprenstärke (Round-Toe ist wärmer als Split-Toe)

Anzug:
Hier sind 6mm-Neoprenstärke (mit integrierter Haube) anzuraten. Geeignet sind auch spezielle Trockenanzüge (z.B. von Ocean Rodeo), die mit Thermo-Unterwäsche ein sehr angenehmes und warmes Tragegefühl und sehr viel Bewegungsfreiheit bieten.
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Handschuhe:
Kalte Finger sind im Winter oft der limitierende Faktor. Dicke Handschuhe führen bei vielen schnell zu Krämpfen in den Unterarmen. Dann sind die Finger zwar warm, aber können nicht mehr zupacken. Im Gegenzug führen zu dünne Handschuhe schnell zu zu kalten Fingern und auch dann ist die Session schnell zu Ende. Und obwohl es eigentlich selbstverständlich ist: Wer die Gabel nicht mehr halten kann, ist kein Windsurfer mehr, sondern ein Seenotfall. Von einer Ein-Schlag-geht-noch-Mentalität ist abzuraten.

Der beste Handschuh?
Das Thema ist eine Glaubensfrage: Am wärmstem sind geschlossene Fingerhandschuhe, diese müssen jedoch eine dünne, robuste und rutschfeste Handinnenfläche aufweisen, um Muskulaturermüdung beim Greifen der Gabel zu vermeiden. Bisher hatten wir noch keinen Surfhandschuh an den Fingern, der uns in der Praxis überzeugt hat.

Viele Wintersurfer schwören deshalb auf Fäustlinge mit offener Handinnenfläche. Vorteil ist der direkt Kontakt zur Gabel, allerdings werde die Finger bei jedem Wasserkontakt empfindlich kalt, denn das Neopren schützt nur die Handoberseite vor der Auskühlung. Wer mit offenen Handschuhen fährt, sollte ein zweites geschlossenes Paar dabei haben, um im Seenotfall die Hände vor dem kalten Wasser schützen zu können.

Eine Kombination aus dünnen Neoprenhandschuhen und darüber getragenen offenen Fäustlingen ist eine Möglichkeit, die Finger dauerhaft warm zu halten. Der Fäustling muss dazu möglicherweise eine Nummer größer gekauft werden, da bei zu engem Sitz die Hand schneller ermüdet und auskühlt.

Bewährt hat sich das Überziehen eines griffigen Küchenhandschuhs über einen sehr dünnen Neoprenhandschuh oder einen Fingerhandschuh für Mountainbiker. Einen Kurzbericht zum Zwiebelschichtprinzip findet ihr dazu hier: Handschuh Tipp
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Weitere Tipps und die schönen Seiten des Windsurfens im Winter:
Wer die Sicherheit im Griff hat und das eigene Fahrkönnen gut einschätzen kann, kann wunderschöne Wintersessions erleben, wie diese Artikel zeigen. Dort findet ihr auch viele weitere Tipps von erfahrenen Wintersurfern.

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