Seenotretter retten Regattateilnehmer
Langstreckenregatta verliert Windsurfer. Rettungsaktion der DGzRS bei der „Baltic Crossing Challenge“. Fragwürdiges Informationshandling der Hanse Sail.
Die „Baltic Crossing Challenge“ ist als Langstreckenregatta vom dänischen Gedser zum rund 48 Kilimeter entfernten Warnemünde ein Teil der diesjährigen "Hanse Sail". Ein teilnehmender Windsurfer wurde den Seenotrettern der DGzRS am 7. August 2026 gegen 13:15 Uhr als überfällig gemeldet.
Laut einer Medieninformtion der Hanse Sail vom 7. August, die auch am Sonntag, 8. August 2026 als Artikel auf der Hanse-Sail-Website abrufbar war, sind jedoch alle 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wohlbehalten an der Surfschule unterhalb des Neptun-Hotels angekommen "und wurden von Familie und Freunden jubelnd begrüßt."
Wenn alle angekommen sind, wer wurde dann gerettet?
Ein Rechercheanruf bei der Pressestelle der Hanse Sail bringt Klarheit: Es war zunächst davon ausgegangen worden, dass alle Teilnehmenden angekommen waren. Dem war aber nicht so. Erst im Nachhinein wurde entdeckt, das einer der 18 Teilnehmenden nicht angekommen war. Alle Teilnehmer waren mit Live-Trackern ausgestattet. Die Pressestelle der Hanse Sail sah am Sonntag keinen Anlass, die öffentlich gemachten Informationen über die reguläre Ankunft aller 18 Teilnehmenden am Zielort zu korrigieren.
Die Rettung
Zum Alarmierungszeitpunkt war laut DGzRS unklar, wo sich der Windsurfer befindet. An der Suche beteiligten sich neben dem Seenotrettungskreuzer Arkona unter anderem das Küstenstreifenboot „Warnow“ der Wasserschutzpolizeiinspektion Rostock, der Hochseebergungsschlepper „Baltic“ des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) und das Forschungsschiff „Elisabeth M. Borgese“ des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW).
Die Hafenmeister in Warnemünde gaben den Hinweis auf die von den Teilnehmern der Regatta mitgeführten Tracker, durch die die Position schließlich bestimmt werden konnte.
Der 57-Jährige wurde 13 Kilometer nordwestlich von Warnemünde entkräftet bei bis zu zwei Meter Seegang gefunden. Der Mann wurde vom Tochterboot der Arkona aufgenommen. Die Besatzungen der Warnow und Baltic kümmerten sich um das Windsurfmaterial. Der Gerettete wurde an Bord der Arkona von der freiwilligen Seenotärztin versorgt und an Land einem Rettungswagen übergeben.
08.08.2026 © DAILY DOSE | Text: Christian Tillmanns | Fotos/Grafiken: Die Seenotretter - DGzRS / Casio | Translation: EN