Antwort, 09.07.2008 20:49 von olli1111
Hi royemunson!
Ich schließ mich Finnenkratzers Meinung weitgehend an. Du schreibst selber, du hast überwiegend mit leichten Windbedingungen an der Gleitgrenze zu tun. Das gibt, wenn du früh gleiten möchtest, eigentlich schon das Material vor.
Bei deinem Gewicht denke ich, dass selbst die genannten 9m² noch optimistisch sind. In meinem Fall finde ich finde ich selbst 9.5m² bei meinen 80Kg am unteren Limit etwas unterdimensioniert. Für dich sollte es die unterste Grenze sein - 10m² wären sicher sinnvoller.
Dein Brett wird aber nicht viel mehr als 9m² mitmachen, ist hier also der limitierende Faktor und sollte als erstes getauscht werden. Trotzdem wird dir dann am unteren Windlimit immer noch der nötige Segeldruck fehlen, sodass du später um ein größeres Segel auch kaum herumkommen wirst, wenn du deine Gleitschwelle deutlich verringern möchtest.
Angleitstarke und flotte Freerider gibt es einige, z.B. Tabou Rocket 74 (140), Starboard Carve 144(2007)/Futura 144 (2008)/Go 144 (2008; shapegleich mit dem Futura), JP Supersport 136 (2007)/ xcite ride 145 (2007),Tiga Free X 150 (2008), etc.
Von Slalombrettern à la iSonic würde ich dir ausdrücklich abraten, da sie extrem viel Flächendruck benötigen, um gut ausgetrimmt zu sein. Hier wirst du auf alle Fälle Segel um die 9.0-11 m² benötigen und diese auch bei reichlich Wind fahren müssen, um Spaß mit solchen Brettern zu haben. Besonders das iSonic ist mit zu wenig Druck eine luvgierige Zicke. Für jemanden, der nur entspannt schnell cruisen und ein paar Manöver fahren möchte, sind sie aber auch nicht gedacht.
Beim Segel solltest du berücksichtigen, dass der Spaß auch stark vom Windeinsatzbereich, der Kontrollierbarkeit (Druckpunkt- und Profilstabilität) des Segels, seiner Trimmsensibilität und seinem Handling abhängig ist.
Ein großer Windeinsatzbereich wird heute meist durch das Twistverhalten des Segels erreicht, sodass im Starkwindtrimm die Fläche in starken Böen vom Top ausgehend „wegtwistet“ und damit deutlich verringert wird. Erst, wenn die Fahrtgeschwindigkeit höher und damit der Flächendruck im Segel verringert ist, liefert dir dieser Segelbereich wieder zusätzlichen Druck.
„Zickt“ das Segel in Böen (der Druckpunkt wandert, das Profil wandert), so verringert sich die Kontrolle und es wird bei zunehmendem Wind stressig – für nicht so geübte Fahrer kann das auch als wirklich unangenehm empfunden werden.
Hier ist es also wichtig, nicht irgend einen großen Lappen zu kaufen und zu erwarten, dass es dann damit getan ist – das Segel sollte passend zum eigenen Können, zum Brett und den Revierbedingungen ausgewählt werden.
Solche Segel sind beispielsweise Tushingham Lightning 9.4/10.3m², Sailworks Retro 9.5/10m², North Sails S-Type 9.5m², etc.
Was die alten Bretter betrifft, so kannst du den Gedanken getrost verwerfen. Bedingt durch das schmale Heck, tragen sie selten größere Segel als 8.5 oder 9m². Das häufig genutzte Powerbox-System limitiert die maximale Finnengröße zusätzlich – deutlich über 50 cm bei deinem Gewicht würde ich nicht riskieren, sonst kann die Box Schaden nehmen. Zudem sind bei den alten Brettern auch Mastspur und Finnenkästen meist nicht für diese Segelgrößen platziert und zusätzlich sind sie noch träger durch zusätzliches Gewicht im Bug und in Manövern meist deutlich den aktuellen Shapes unterlegen.
Cheers,
Oliver