Antwort, 06.01.2009 12:04 von peterkesten
Zitat: Treffer, quasi meine Gedanken.
Tatsächlich wollte ich erst einen GO. Aber nach einem Gespräch mit einem Dealer kamen wir zu folgendem Schluß:
Wie gesagt, sind wir Segler. Was passiert, wenn man das Schwert hochzieht? Das Segelboot ist ab Halbwindkurs kaum noch zu fahren, da es ganz klar nach nach Lee treibst FAKT).
Sinnvoll kann man wohl ein Surfbrett wohl nur unter Gleitbedingung mit den Füßen steuern, wo die Kraft sauber über die Finne wirkt.
DAS hat Dir der Händler erzählt? Kann es sein, dass der den Malibu schon länger im Schaufenster hat ... ?
Also: Du kannst auch bei 2-3 Bft mit einem normalen, schwertlosen Freerider in Verdrängerfahrt PROBLEMLOS Höhe laufen. Und zwar OHNE Weltmeister zu sein, sondern als Anfänger. Denn:
1. Der Malibu hat zwar ein Schwert (oder eine Centerfinne), dafür ist die eigentliche Finne hinten aber viel kleiner. Einen 150 l Freerider fährst Du üblicherweise mit einem 46-50 cm langen Stachel. Vergleiche mal mit dem Malibu. Und das reicht WIRKLICH LOCKER zum Amwindkursfahren, wenn Du
2. im Zweifelsfall die Luvkante richtig belastest, also bei Schwachwind mit dem vorderen Fuß auf Masthöhe (!) die windseitige Aussenkante des Bretts ins Wasser drückst. Du wirst dich wundern, was das bringt... Und wenn Du dann noch
3. Nicht bei 2-3 Beauförteleinchen mit nem 4.5er Lappen durch die Gegend fährst (mit Deinen 70 kg wirst Du 5.5 bis 6 qm bei diesem Wind locker halten können, richtige - einfache - Technik vorausgesetzt) und daher relativ zur Brettgröße einen zu kleinen Hebel für die Segelsteuerung hast (daran liegt es, dass das kleine Segel beim anluven dann nicht richtig funzt, weniger daran, dass Du nicht gleitest...)
dann wirst Du den Amwindkurs ganz schnell meistern. Guck mal auf jeden Baggersee. Da sind - auch bei Schwachwind - massenhaft Surfer unterwegs. Viele Anfänger, viele davon mit schwertlosen Boards. Verlieren die dauernd Höhe?
Abgesehen davon musst Du sonst irgendwann umlernen, wenn Du von Schwertbrett auf ein Funboard umsteigst, da z.B. die Boardbelastung bei Manövern wie Halsen GANZ anders funktioniert. Spar´s Dir, ehrlich ...
Zitat: Da wir nunmal meistens in Verdrängerfahrt unterwegs sind und diese Bretter auf Grund ihrer Größe sowieso schon träger sind, ist es wohl eine echte Aufgabe, bei 2 Windstärken mit einem 4,7qm Segel hochzukreuzen. Ich habe es mit dem Motion versucht, ich konnte ohne Schwert gerade die Höhe halten und das nur, weil ich große Wenden machte, die mir wieder Raumgewinn brachten.
Mag sein, das mit fortschreitendem Wissen das auch mit diesen großen Brettern funcen würde, aber ich denke, das eine Schwertversion sicher kein Fehler ist, zumal man es ja auch hochklappen kann zB. auf raumen Kurs oder sogar ggf eine größere Finne montieren kann um damit ein schwertloses Brett zu 'simulieren'.
Zur Fahrtechnik habe ich ja schon was gesagt. Und größere Segel kannst Du auch relativ schnell handhaben, wenn Böen einfallen. Schon mal vorweg als einfache Faustregel: NICHT die Segelhand loslassen, sondern ganz schnell eine wirklich TIEFE Körperhaltung einnehmen:
Gabel ungefähr auf Augenhöhe, hinteres Bein gebeugt, Körperschwerpunkt über hinterem Bein, vorderes Bein gestreckt, Hüfte in Fahrtrichtung gedreht, Arme weitestgehend gestreckt, Rücken-, Gesäß und Beinbmuskulatur anspannen, eher Rücken durchdrücken als "Arsch rausstrecken". Schon hilft Dir der Wind, Fahrt aufzunehmen, da die Kraft aufs Board übertragen wird. Du kannst das Segel dann spielend halten, es wirkt leichter und weniger kraftvoll, da Du Dich eben der Windgeschwindigkeit annäherst.
Von wegen "malibu simuliert schwertloses Brett": Nicht wirklich. Es bleibt immer noch ein sehr schweres Brett (zum Vergleich, die Freerider liegen irgendwo um die 7-9 kg...) und das wirst Du sehr schnell merken.
Und klar, die Riesenflöße wie den Motion kriegst Du ohne Schwert NATÜRLICH schwerer um die Ecke bzw. auf Amwindkurs, weil sie aufgrund der Breite, des Volumens und der Kippstabilität natürlich schwerfälliger auf die o.g. Fußbelastung reagieren. Mit einem 150l Board sieht das schon wieder anders aus.
Ich würde Dir empfehlen: Geh mal aufn See, teste ein solches Brett und lass Dir von jemandem, der Dein Fahrkönnen vom Zuschauen kennt (und der nicht das Interesse hat, Dir etwas zu verkaufen), parallel dazu einen Kauftipp geben.
Also, viele Grüße,
Peter