Hanstholm unlocked

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Henning Rothfuß liefert ein paar Eindrücke des stürmischen Wochenendes im Nordwesten Dänemarks

Verdammter Lockdown. Ein windiges Frühjahr in Dänemark - und niemand durfte hin. Und kaum war die Grenze nach Dänemark auch für Touristen wieder offen, verabschiedeten sich die Tiefdruckgebiete und es gab allerfeinstes Sommerwetter. Schön. Ruhig.

Für das Wochenende 4.-5. Juli änderten sich die Farben der Windvorhersage erst auf orange, dann rot und zuletzt lila - das sah sehr vielversprechend aus. Mit nachzuweisenden 6 Übernachtungen, die an der Grenze kontrolliert wurden, ergab sich aus einem Wochenende schnell ein kleiner Urlaub - wer einige Tage früher anreisen konnte, wurde mit guten Bedingungen am Muschelriff oder in Hanstholm mit sauberen Wellen und sideoff belohnt.

Und so war es erfreulich viele bekannte Gesichter nach langer Zeit wieder im schönen (und erwartungsgemäß sehr vollen) Dänemark zu sehen. Denn dort sind inzwischen auch Sommerferien.
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Am Sonntag gab es schon deutlich erhöhte Windgeschwindigkeiten aus Südwest, mit der dazugehörenden Luftfeuchtigkeit. Das ansehnliche Ergebnis waren dicke Wellen am Muschelriff, die auch von einigen Profis zerlegt wurden. In der Klitmøller-Bucht rollte es teilweise masthoch rein. In Hanstholm begann der Tag mit kleinen Wellen, die im Laufe des Tages logo- bis masthoch wurden und feine Down-the-Line Bedingungen lieferten.

Die entspannte Stimmung auf dem Wasser und das traumhaftes Licht gegen Abend wurden garniert mit einem allerfeinsten Fabrik-Parfum aus Fischsuppe und Fäkalien. Irgendwas ist ja immer.
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Am Montag dann der erwartete Sturm. Die Vorhersage hatte ab Mittags über 40 Knoten Wind angekündigt - und die kamen auch mit Macht. Die Mole in Hanstholm war komplett überspült, die Zahl der Windsurfer auf dem Wasser wurde im Minutentakt weniger.

Als das 3.7er nicht mehr kontrollierbar war und das Wasser anfing zu fliegen, legte auch ich erst einmal eine Pause ein. Etwa 2 Stunden lang wollte niemand mehr in die Mischung aus Wasser und Überhack.
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Am Nachmittag wagte sich Leon Jamaer mit einem 3.8er NP-Proto aufs Wasser - und ging ab. Er zeigte mit der lokalen Ausgabe vom Stormchase seine Fähigkeiten, mit extremen Bedingungen umzugehen. Monsterhohe Back- und Pushloops sowie Wellenritte können bei so viel Wind nicht viele liefern.

Auch Polens Top-Waver Michal Jumek zeigte mit seinen 88kg am 3.4er Banzai, dass man noch Backloops springen konnte - stilvoller Abgang inklusive. Einigen wenige Windsurfer wagten sich nach und nach in die masthohen Weißwasserwalzen und werden sich bestimmt noch länger an die tobende Nordsee erinnern.
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