Teneriffa Report - 02/2019

Teneriffa Report 02/19

Der Februar gilt als statistisch bester Windmonat des Winters - wurde er den Erwartungen gerecht?

In diesem Winter lieferten die ersten drei Monate einen recht schwachen Auftritt im sonst eher windverwöhnten El Médano ab. Wird der Februar es richten? André Ludewig berichtet:

Dauerhaft ausbleibender Wind kann nerven und so schauten Locals und Urlauber, die hier gerne windgetrieben mit den Wellen spielen wollen, erwartungsvoll auf den statistisch besten Monat der kalten Jahreszeit. Kalt wurde es schon einmal nicht, denn immer wieder kletterte das Thermometer auf angenehme aber auch eher untypische 26 Grad Celsius.
Teneriffa Report - 02/2019
Slalom geht immer - auch in diesem Jahr trainieren die Amateure und Pros den perfekten Start und die Jagd um die Tonnen bei den TWS Slalom Stages. Gleich die ersten beiden Tage des Monats waren mit gut 18 Knoten noch perfekt zum Racen.

Dann sollte die Passat-Maschine endlich wieder richtig in die Gänge kommen. Los ging es gleich morgens mit klasse Wellen... das Dreisiebener war gerade richtig. Die Freude währte aber nicht allzu lange, denn später musste schon wieder größer aufgeriggt werden. Am nächsten Tag ging noch was mit dem 4.7er, dann war das kurze Glück schon wieder vorüber.
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Flaute in El Medano bedeutet nicht, dass es auch anderswo nicht weht, wobei 'anderswo' auch ganz andere Herausforderungen mit sich bringen kann.

Jochen Stolz, absoluter Kenner der verschiedensten Spots der Insel, rief mich am 7. Februar an, ob ich nicht Lust habe, mit ihm im Norden der Insel auf Wellensuche zu gehen. Ich schnappte Kamera und Drohne anstelle meines Surf-Equipments, denn drei Wochen nach meiner Lendenwirbel-OP hatte ich noch strikt verordnete Neoprenbefreiung.

Der erste Blick von den Bergen aus bescherte uns saubere Linien mutmaßlich großer Wellen. Wir hofften, dass der Wind zumindest zum Rausdümpeln reichen würde. Mit der richtigen Spürnase fand Jochen so etwas wie einen Einstieg an der unfreundlichen Felsenküste. Schaumkronen waren nur vereinzelt auszumachen, aber die perfekten Wellen nur 500 Meter in Lee motivierten zum Aufbauen des Fünfdreiers.

Fast eine Viertelstunde studierte Jochen die Sets, denn auch im Channel brachen regelmäßig logohohe Irrläufer closeout. Als es kurz freundlicher aussah, ging es ins Wasser, doch reichte die Brise kaum für einen Wasserstart.
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Mit viel Glück passierte Jochen in wackeliger Verdrängerfahrt einige fiese Walzen und hatte es nach draußen geschafft. Als er die erste masthohe Welle anpumpte, war klar: alles richtig gemacht! Leider hielt der Down-the-Line Spaß nicht allzu lange, denn ein heftiger Waschgang trennte ihn von seinem Material.

Wundersamerweise tauchte neben ihm zumindest das Rigg wieder auf und gleich war klar, der Mastfuß hatte seinen Geist aufgegeben! Das Brett sicherten anwesende Wellenreiter, doch Jochen hatte noch eine über einstündige Schwimmeinlage zu absolvieren.
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Im Médano schaffte es der Wind bis zur Mitte des Monats immer wieder alle mit 5.3qm und größer Betuchten in die Gleitfahrt zu pushen.

In den verbleibenden 10 Tage des Monats ging dann nur gelegentlich etwas bei denen, die sich eine Tragflügelkonstruktion unters Brett geschraubt hatten. Nach vereinzelten Sichtungen im letzten Winter, vor allem unter den Slalom-Pros, kann man jetzt bei guten 14 Knoten viele Foilwindsurfer beneiden, die scheinbar gewichtslos oberhalb der Wasseroberfläche fliegen, oder wie es im Fachjargon heißt, hovern.
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Teneriffa Report - 02/2019
Am 22. und 23. Februar sollte es nochmals Windsurfen in Big Waves geben. Wie schon am 23. Dezember funktionierte wieder die Westküste und Jochen sowie eine handvoll Insider rippten die teils brutal brechenden Monster.

Quasi als Monatsabschluss funktionierte am nächsten Tag bei logohohen Wellen der Spot La Fitenia im Tourizentrum Las Americas.

Für den März hoffen wir, dass es endlich wenigstens einen etwas konstanteren Wintermonat mit ordentlichen Bedingungen in Cabezo, an der Mole und in der Südbucht geben wird. Bericht folgt, falls der Passat weht.
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