Italien - Westküste
Anne Stevens verband per Road-Trip Sightseeing in Städten wie Pisa, Siena, Florenz und Venedig mit Windsurfen an der italienischen Westküste.

Dieses Jahr sollte es auf jeden Fall über Ostern in Urlaub gehen, am liebsten wollte ich wegen der schönen Wellen in die Bretagne. Tägliches Wetterbericht checken half aber auch nicht, das Wetter war in diesem Frühjahr auch in Frankreich einfach grausam. Die gemeldeten 10 Grad und Regen waren nicht gerade sehr einladend.

Also fiel die Entscheidung dann doch lieber weiter in den Süden zu reisen. Es gibt so viele weniger bekannte Spots und ein bisschen Kultur kann auch nicht schaden. Außerdem sah die Wettervorhersage für Italien ganz gut aus.
Italien - Westküste
Schnell war ein Plan ausgeheckt. Folgt man der Route von Venedig über Florenz und Siena gelangt man geradezu automatisch an die Westküste. Von Venedig nach Florenz sind es etwa 270 Kilometer, von Florenz nach Siena nochmal etwa 80 Kilometer. Und nach weiteren 100 Kilometern ist die Westküste bei Castiglione della Pescaia erreicht.

Während wir uns das volle Touriprogramm, bestehend aus Canale Grande, Palazzo Vecchio und Palazzo Publico gönnten, blies es an der Küste über Ostern. Als wir am Ostermontag an der Küste ankamen war der Wind allerdings nur noch schwach und deshalb ging es direkt zum Campingplatz. Ein klarer Fall von: "You should have been here yesterday."
Italien - Westküste
Der Campingplatz in der Nähe von Castiglione della Pescaia war auf Grund der Vorsaison noch sehr schön leer und günstig. Man hätte auch vom Campingplatz ans Wasser zum Windsurfen laufen können, doch da am Dienstag dort niemand auf dem Wasser zu sehen war, ging es nach Marina di Grosseto.

Auch dort war kein Windsurfer in Sicht. Nach Auskunft der dort ansäßigen Kiteschule kann man entweder direkt an der Hafenmole oder oberhalb der Kiteschule windsurfen. Nach dem Spot Check am Hafen ging es dann oberhalb der Kiteschule aufs Wasser. Dort machten die Wellen einen etwas besseren Eindruck. Der Wind war leider nicht so stark wie gedacht, dennoch ging es mit 4.7qm und 74L auf das ein wenig in grau getauchte Mittelmeer, auf dem sich bis dorthin nur ein paar Kiter tummelten.
Italien - Westküste
Bei 18 Grad, ein wenig Sonne und an der Gleitgrenze wurden die kleinen Wellen geshreddert. Auch wenn die Bedingungen eher an einen mittelmäßigen Tag in Wijk erinnert, hat es tierisch Spaß gemacht, mal das Mittelmeer unsicher zu machen.

An den nächsten Tagen war Flaute, so das man sich auf den rund 1600km Mountainbike Trails verausgaben konnte. Besonders beeindruckend war die Strecke von Punta Ala zurück zum Campingplatz. Man hatte dort eine atemberaubende Aussicht von den bis zu 622 Meter hohen Bergen.
Italien - Westküste
Wie immer war die Zeit am Ende viel zu kurz um alles zu sehen und auszutesten. Aber eins stand fest, die Kombination aus Kultur und Sport in Italien war eine sehr gute Entscheidung, auch wenn der Wind etwas schwächelte. Der kurze Stop am Schiefen Turm von Pisa auf dem Rückweg rundete den über 3400 Kilometer langen, gelungenen Roadtrip ab.
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