Sunova Freestyle Wave - Test

Sunova Freestyle Wave

85 Liter Volumen treffen im Dauertest auf zwei Gewichtsklassen

70 kg oder 90 kg Kampfgewicht - je nach körperlichem Setup des Fahrers kann ein und dasselbe Board auf dem Wasser einen deutlich anderen Charakter zeigen.

Die Eckdaten: Im Sommer letzten Jahres schickte uns Gunsails das Sunova Freestyle Wave in der 85-Liter-Variante zum Dauertest. Dieses Volumen verteilt sich auf 229 cm Länge und 59,9 cm Breite. Das Board ist maximal 11,5 cm dick und wiegt gemittelt laut Hersteller 6,4 Kilo. Dieses Board wird vom Distributor Gunsails als Allround-Talent beworben, das ideal für Onshore-Wave sowie Bump & Jump Bedingungen sein soll.

Die Finnenkonfiguration ist als klassischer Thruster angelegt. Eine US-Finnenbox nimmt die Mittelfinne auf. Der Hersteller liefert das Board ohne Finnen aus. Das Heck ist als Diamond-Tail angelegt.

Die in Australien ansässige Marke Sunova lässt nicht wie viele andere Marken bei Cobra in Thailand produzieren, sondern baut die Boards in der eigenen Fabrik. Auch bei der eigentlichen Konstruktion geht Sunova einen eigenen Weg. Ein Kern aus EPS-Schaum wird mit Balsaholz beplankt und dann laminiert. Hierbei sollen Fräslinien im Balsaholz dafür sorgen, dass sich das Harz auf ideale Weise mit dem Holz verzahnt. Die Konstruktion soll insgesamt einen kontrollierten Flex bei sehr guter Haltbarkeit ermöglichen.
Sunova Freestyle Wave - Test
Das Board besticht auch optisch durchaus und wirkt durch den großen Sichtholzanteil edel. Das Sunova Freestyle Wave kostet über den Direktvertrieb von Gunsails 1.995 Euro. Neben der Version mit 85 Litern bietet der Hersteller drei weitere Varianten mit 93, 103, und 113 Litern Volumen an.

Kommen wir zu den Details, die einen Einfluss auf die Fahreigenschaften haben. Auffallend ist der Shape. Das Unterwasserschiff ist komplett plan - ohne jegliche Konkaven oder die Andeutung eines Vs. Laut Hersteller sorgt die natürliche Flexibilität der Werkstoffe für ein angenehmes Fahrgefühl.

Der Fahrbericht zeigt vor allem eines: Augen auf bei der Volumenwahl. Wie wichtig das Volumen eines Boards in Bezug auf den Fahrer, den Einsatzbereich und das Fahrverhalten ist, wurde im langen Testzeitraum mehr als deutlich.
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Sunova Freestyle Wave - Test
Für einen der Tester, der 90 Kilogramm auf die Waage bringt, war das 85 Liter verdrängende Board bei böigem Wind fürs 5.2er Segel eine Nummer zu klein. Das Board verlangte bei diesem Fahrergewicht einen extrem sensiblen Fuß, fühlte sich mit 22er Mittelfinne sehr nervös an und fiel schnell aus dem Gleiten. In dieser Fahrer-Gewichtsklasse ist das Board eher eine High-Wind-Alternative. Das ist keine negative Kritik am Board, sondern zeigt lediglich die Wichtigkeit der Volumenabstimmung.

Das genaue Gegenteil erlebt man mit einem Fahrergewicht von 70 kg. Kombiniert mit der selben Segelgröße war das Board bei Leichtwind extrem angleitfreudig, beschleunigte rasant, war aber mit der 22er Mittelfinne nicht ganz so einfach in sehr enge Halsenradien zu steuern.

Für Surfer mit 70 kg Körpergewicht sind die 85 Liter Volumen im Board komfortabel verteilt. Das Board trifft den zugeteilten Einsatzbereich genau. Der Shape wird schnell frei und fühlt sich dabei sehr leicht an. Der Begriff „Angleitsau“ fand sich Fahrprotokoll wieder.
Das geölte Board ist natürlich wasserfest
Bild rechts oben: Das Board wird mit einer Membran für den Druckausgleich ausgeliefert. Eine Schraube, an die man denken müsste, gibt es nicht.
Über die Wahl der Finnen lassen sich die Fahreigenschaften des Boards stark beeinflussen. Mit einer relativ großen, steifen Mittelfinne (22 cm) ist das Board für den 70 kg Tester am gleitfreudigsten, kann dann aber nicht mehr so dynamisch und abrupt wie ein kleineres Waveboard in die Kurvenfahrt gedrückt werden oder z.B. Backside an einer Welle anluven. Lange Frontside Turns funktionieren.

Wählt man eine kleinere Mittelfinne (im Test verwendet: 20cm mit viel Flex), gleitet das Board etwas später an als mit der großen Finne, wird dadurch aber deutlich wendiger.

Durch die Thrusterfinnen hat das Board generell viel Grip und lässt sich gut durch die Kurve zirkeln. Der Wahl des Finnen-Setups sollte also individuell viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Insofern ist die Entscheidung von Gunsails, die Boards ohne Finnen auszuliefern, keine schlechte Idee.
Sunova Freestyle Wave - Test
Insgesamt trifft das Board den Einsatzbereich Bump & Jump genau. Durch die Gleitwilligkeit kann das Board auch den kleinsten Buckel in Fahrt umwandeln, ist aber in den Ostseebedingungen erwartungsgemäß nicht ganz so laufruhig wie ein Board mit ausgeprägtem V. Dieses Verhalten ist aber auch stark abhängig vom Verhältnis des Volumens zum Fahrergewicht.

Um die guten Fahreigenschaften eines Boards überhaupt erst abrufen zu können, muss das Volumen also zum Fahrer und zu den Bedingungen passen. Das ist beim Lesen und interpretieren von Tests und Fahrberichten unabdingbar.

Am besten ist es also, ein Board immer mit dem gewünschten Volumen vor dem Kauf zu testen. Und wenn eine Größe nicht passt, kann ein anderes Volumen zum gewünschten Erfolg führen und zwar mit dem gleichen Shape.

Weitere Infos zu den verfügbaren Größen gibt es auf der Seite von Gunsails: gunsails.com