Leinewelle genehmigt

Leinewelle

Künstliche Welle genehmigt

In einer Welt voller schlechter Nachrichten ist dies ein kleiner aber erfreulicher Gegenpol: Der Bau einer künstlichen Welle in einem natürlichen Fluss mitten in Hannover wurde genehmigt. Die Leinewelle kommt.

Als 2013 das Projekt Leinewelle vorgestellt wurde, staunten viele nicht schlecht. Die einen wunderten sich über so viel vermeintliche Naivität: Mitten in Hannover wollten die Initiatoren um Heiko Heybey eine künstliche Welle bauen und das ganze sollte auch noch in einem natürlichen Fluss stattfinden. Professionelle Bedenkenträger gibt es in Deutschland bekanntlich genug und auch dieses Projekt schien auf den ersten Blick niemals durch die zermürbend mahlenden Mühlen der Bürokratie kommen zu können. Auf der anderen Seite war schon der erste Entwurf hochprofessionell...

Zwischen dem ersten Entwurf und der Feststellung der Genehmigungsfähigkeit liegen mehr als fünf Jahre. Während dieser Zeit zeigte sich, dass die Träumer des Leinewelle e.V. ein bewundernswertes Durchhaltevermögen haben. "Alleine die Erfassungen zur Gewässerökologie und deren Auswertungen hat fast das ganze Jahr in Anspruch genommen", erklärte Heybey 2017. Naturschutz, Denkmalschutz und Wasserrecht wollten beachtet werden und dann musste auch noch die politische Arena überstanden werden, in der auch viel persönliche Überzeugungsarbeit geleistet werden musste.
Leinewelle genehmigt
"Das Leinewelle-Team hat meinen großen Respekt. Alle Beteiligten, voran das Team, haben ihre Professionalität und den notwendigen langen Atem bewiesen. Als begeisterter Unterstützer der Idee der Leinewelle freue ich mich, dass nun die Genehmigung erfolgen kann und die nächsten Schritte bis zur Realisierung angegangenen werden. Mit der Neugestaltung des Hohen Ufers und diesem neuen sportlichen Highlight wird unsere Innenstadt nochmals aufgewertet", sagt Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok.

Die Leinewelle ist die erste genehmigte artifizielle Surfanlage Deutschlands in einem natürlichen Gewässer und im Januar geht das Projekt in die Realisierungsphase. Die Genehmigungsunterlagen und darin enthaltenen Auflagen sind genau zu analysieren sowie die Ausführungsplanung und Ausschreibungen voranzutreiben. Auch die Finanzierung muss gesichert werden.

Heybey schreibt: "Unser Finanzierungsziel beruht auf einer aktuelle qualifizierten Kostenschätzung von knapp 1,2 Millionen Euro Brutto. Darin enthalten sind Schätzungen gemäß aktuelle Einheits- Volumenpreisen aber auch diverse konkrete Angebote. So ist z.B. die Wellentechnik als Festangebot der Firma DREAMWAVE mit ca. 500.000,- Euro in der Kostenschätzung enthalten. Die verbleibenden ca. 700.000,- Euro sind für die Planung, Baumassnahmen und die Nachsorge. Von der Bombensondierung vorab, über Beweis-Sicherungsmaßnahmen der umliegenden Gebäude bis zu einer ökologisch versierten Wiederherstellung des für die Baustelle genutzten Uferbereiches sowie einer ökologischen Ausgleichsmaßnahme im Gewässerverlauf.

Unser Ziel ist es, bis spätestens zu den olympischen Spielen 2020 unsere Anlage zu betreiben, um mit dem olympischen Schwung den Surfsport weiter im Breitensport zu verankern. Dazu haben wir mit dem Stadt- und Landessportbund sowie dem SportCAMPUS der Leibnizuniversität Hannover Gespräche geführt. 2019 wird der Leinewelle e.V. den Sportbünden beitreten und die Gespräche zu einer Kooperation mit der Universität zur Surfschulung und Surflehrerausbildung fortsetzen."
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