Betty Would Go - Making of

Betty Would Go - Making of

Hier liefern wir euch einen Blick hinter die Kulissen des SUP-Dokumentarfilms, der im Februar 2020 in Hamburg Premiere feiern wird

'Betty Would Go' begleitet die Hamburger Stand-up Paddlerin Bettina Kohl unter anderem auf dem Weg zu ihrer ersten SUP-Weltmeisterschafts-Teilnahme. Dabei geht es aber weniger um den sportlichen Wettkampf, sondern vielmehr um die Motivation diesen Weg nach einer schweren Lebenskrise einzuschlagen.

Der Hintergrund
Bettina ist eigentlich Windsurferin, hat aber schon früh das Stand-up Paddeln als neue Leidenschaft für sich entdeckt und ist inzwischen eine der besten deutschen SUP-Surferinnen in der Welle. In 2017 musste sie nach dem tragischen Tod ihrer Mutter eine schwierige Lebensphase meistern. Dies gelang ihr unter anderem mit der Qualifikation zur SUP WM, die Ende 2018 in China ausgetragen wurde.

Damit entstand auch die Idee, den Weg aus der Krise als Geschichte zu erzählen - ein Dokumentarfilm, der auch andere Menschen ermutigen soll auf positive Weise den Weg ihres Lebens zu gehen – mit all seinen Höhen und Tiefen. Dabei sollen die Zuschauer dafür sensibilisiert werden, die Natur – insbesondere das Meer – als Kraftquelle zu nutzen und sich in diesem Sinne auch für den Meeresschutz einzusetzen. Deswegen wurden auch international interessante Menschen zu diesen Themen interviewt. In einem besonderen Mix aus persönlichen Stories und Fachwissen wird auf besondere, emotionale Weise inspiriert, zum Nachdenken angeregt.

Zusammen mit der Filmemacherin Andrea Hausstätter wurde das Projekt gestartet. Die Finanzierung sollte via Crowdfunding realisiert werden. Wie alles ablief, erzählt uns Bettina im folgenden Interview.
Betty Would Go - Making of
Ist das Kickstarter Projekt gut gelaufen? Habt ihr den erwarteten Zuspruch erhalten? Crowdfunding haben sicher die wenigsten bisher gemacht.

Bettina: "Crowdfunding war totales Neuland für uns, und was da alles passierte, ist eigentlich schon eine Story an sich. Zum Glück hatten wir jemanden an unserer Seite, der diesbezüglich Expertise hatte. Für uns ging es anfangs richtig gut los, aber dann flachten die Reaktionen ab, obwohl wir auf allen Kanälen viel Wirbel gemacht haben. Das war extrem Nerven zehrend. 4 Tage vor Ende hatten wir nur ca. 60% des Zieles erreicht. Doch wir haben einfach weitergemacht.

In der letzten Nacht wollte ich gerade den Rechner zuklappen - und da kam die Message: 'Herzlichen Glückwunsch, Du hast dein Ziel erreicht'. Ich war fassungslos! Diesen Moment werde ich nie vergessen. Ein toller unbekannter Unterstützer hatte den fehlenden Betrag 'einfach' aufgestockt. Weil er unbedingt wollte, dass wir die Möglichkeit haben unser Projekt zu realisieren. Gänsehaut pur! Es gibt so großartige Menschen da draußen und man weiß nie welche Wege Dinge gehen. Also, nie aufgeben und immer neugierig bleiben ist so essentiell!

So ein Crowdfunding-Verlauf ist angeblich nicht unbedingt ungewöhnlich: Am Anfang geht es gut los, dann ebbt es etwas ab, und die letzten Tage ist eine riesige Chance, dass noch mal richtig viel geht, weil die Leute merken, das ist die letzte Chance dabei zu sein ein tolles Projekt mit ins Leben zu rufen. Ganz wichtig ist beim Crowdfunding 24/7 dran zu bleiben und nicht aufzugeben – kommunizieren auf allen Ebenen. Psychologie spielt dabei eine große Rolle. Ich habe selber auch bei Crowdfundings als Supporter mitgemacht und es ist eine wunderbare Erfahrung. Ich kann jedem dazu raten, bei so etwas mitzumachen."
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Als Laie hat man kaum eine Vorstellung davon, was bei einem Filmprojekt auf einen zu kommt. Was muss man alles planen? Wie bekommt man ein Team zusammen?

"Unser Projekt ist sicherlich nicht normal verlaufen, da wir insbesondere durch meine Teilnahme an den Weltmeisterschaften in China im November 2018, die dafür unbedingt vor Ort gefilmt werden sollte, enorm unter Zeitdruck standen und wir ja ohne Budget gestartet sind. Denn alles, was wir anfangs – im April 2018 – hatten, war ein in unseren Augen wertvolles Story-Konzept und ein extremes Kribbeln im Bauch bei dem Gedanken, dieses 'Baby' zum Leben zu erwecken. Wir hatten nicht viel Zeit für eine standardmäßige, größere strategische Planung, sondern sind komplett ins kalte Wasser gesprungen. Jetzt oder nie!

Wir haben dann geschaut, was wir an Team brauchen und die entsprechenden Leute aus unserem Netzwerk dafür begeistert mitzumachen. Als erstes hatten wir insbesondere das Thema Kamera. Dazu kam später alles rund um die Postproduktion, wie z.B. Editing, Schnittplatz, Studio für Sound & Voicing sowie Partner für die digitale Verarbeitung bzgl. der verschiedenen Auswertungen. Und natürlich das ganze Thema Marketing, Vertrieb, Projekt-Management sowie rechtliche Aspekte.

Essentiell ist natürlich auch die Finanzierung. Unser Weg war als Kick-off Crowdfunding und im weiteren Verlauf dann Sponsoren zu gewinnen. Auch heute noch suchen wir nach finanziellen Unterstützern. Das ganze Projekt ist für das Team ein extrem spannender Weg aber auch immenser Kraftakt. Denn wir legen Wert auf Qualität und das bisherige Budget ist immer noch sehr gering. Allein, dass die Filmproduktion es unter diesen besonderen Umständen so weit geschafft hat, ist bereits eine tolle Story an sich!

Einiges im Projektverlauf war auch sehr spontan, da sich das Projekt in den letzten 1,5 Jahren stärker weiterentwickelt hat als ursprünglich geahnt. Wir sind mit dem 'Flow' gegangen und haben das Beste aus den sich uns ergebenden Möglichkeiten rausgeholt. Das ging auch nicht immer nur nach unseren Vorstellungen. Eine totale emotionale Achterbahn. Doch es ging immer weiter, weil wir immer an unser Projekt geglaubt haben. Ging das eine nicht, taten sich neue Möglichkeiten auf, mit denen wir manchmal gar nicht unbedingt gerechnet hat. Eine Wahnsinns Erfahrung – Lernkurve steil! Und... unfassbar – nun haben wir eine große Premiere im schönen Zeise Kino in Hamburg am 6. Februar - wie cool ist das!

Für mich ist einer der tollsten Aspekte unser Team und all die Menschen, die wir getroffen haben und uns unterstützt haben oder es auch heute noch tun. Für mich gibt es kaum was Schöneres als ein Team, das wertschätzend und aus Begeisterung zusammenarbeitet. Ich bin zu tiefst dankbar für alle, die dabei sind!"
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Wie waren die Eindrücke beim Wettbewerb in diesem Land?

"Die ganze China-Reise war schon ein Abenteuer und der Event eine großartige und ganz besondere Erfahrung! Wie es war und was wir alles erlebt haben? Dafür schaut euch am Besten den Film an."


Es ist sicher anders zusätzlich Protagonistin zu sein, als 'nur' den Traum der Teilnahme zu erfüllen?

"Oh ja, das war was die WM betrifft natürlich doppelt aufregend! War doch beides für mich totales Neuland. Doch da ich ja ein super Team um mich hatte und sogar auch meine Familie dabei war, hat es sehr viel Spaß gemacht. Ich bin ja auch durch das Projekt Anfang 2019 Ambassador von 'Cleanwave' geworden – einem großartigen Social Movement, welches sich sehr erfolgreich für die Reduzierung von Plastik einsetzt. Die Message von Cleanwave wird auch im Film integriert sein. So haben wir die Gründer interviewt und auch einen gemeinsamen Beach- und Ocean-Cleanup Event letzten März auf Mallorca veranstaltet."


Wie wühlt man sich durch das Material und definiert den roten Faden der Geschichte? Sind das lange Nachtschichten im Schnitt gewesen?

"Die Idee zu dem Projekt kam von mir. Doch Andrea Hausstätter ist die eigentliche Filmemacherin und der kreative Kopf des ganzen Projekts. Ohne sie würde es das Projekt in der Form nicht geben. Andrea entwickelte das Storyboard, führt Regie und hat dem Film das 'Gesicht' gegeben, das er braucht. Sie ist ja sehr erfahren in diesem Bereich, super professionell und leistet dabei absolut grandiose Arbeit! Natürlich haben wir uns immer wieder auch abgestimmt und Ideen gemeinsam erarbeitet oder weiterentwickelt. Und klar, die ein oder andere Nachtschicht gehört auch mal dazu. Doch wenn man mit Spaß dabei ist, hat man eine andere Perspektive drauf."
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Wie soll der Film vertrieben werden? Events mit Aufführungen? DVD, Blu-ray oder als Video-on-Demand über Plattformen wie Vimeo oder iTunes?

"Langfristig wird der Film bundesweit sowie ggf. auch international verfügbar sein. Der Film ist 86 Minuten lang und englischsprachig. Für den deutschsprachigen Raum wird es eine Version mit deutschen Untertiteln geben. Unsere Vision sind individuelle Screenings, Teilnahme an einer Roadshow und Filmfestivals. Es wird auf jeden Fall Online-Streaming (VoD) geben. Wir sind aber noch voll in der Planung und das Feedback aus der Premiere wird dafür auch sehr wichtig für uns sein – insbesondere um zu schauen, ob unser Film vielleicht sogar das Potential hat noch in weiteren Kinos zu laufen."


Tickets für die Premiere am 6.2.2020 und die Vorführung am 24.2. erhaltet ihr über zeise.de, Infos zum Projekt und den Trailer findet ihr unter: bettywouldgo.com