Flo Jung auf Windsurf-Tour mit dem E-Auto in Dänemark

Flo Jung

Windsurf-Tour mit dem E-Auto

Flo Jung war mit einem E-Auto von Polestar auf Windsurf-Tour in Dänemark. Im Interview erzählt der Profi-Windsurfer, wie das Konzept auf der langen Strecke funktioniert hat.

Wie war Deine Surfsaison 2020? War alles wegen der Corona-Situation nur schlecht oder hast Du vielleicht sogar Dinge machen können, die Du sonst nicht hättest machen können?
Meine Surf Saison war in vielerlei Hinsicht wie wahrscheinlich bei jedem von uns völlig anders. Bis März lief eigentlich alles nach Plan. Ich war in Südafrika viel auf dem Wasser und habe mich echt fit gefühlt. Dann waren von heute auf morgen die Grenzen dicht und ich bin last Minute relativ abenteuerlich über Äthiopien nach Deutschland zurück geflogen. Mein Surfmaterial musste ich dort zurück lassen. Nach dem Lockdown in Deutschland war ich sehr viel im Norddeutschland, Dänemark und auf den Kanaren unterwegs.

Zu dem haben wir auch Nachwuchs bekommen und somit konnte ich die Zeit mit meiner kleinen Familie gut nutzen.

Ich hatte ehrlich gesagt auch wirklich sehr gute Sessions in heimischen Gefilden und habe z.B. in Dänemark viele neue Spots für mich entdeckt, die ich vorher nicht kannte. Es ist definitiv besser diesen kurzfristigen Wandel zu akzeptieren, kreativ zu bleiben und sich unserer immensen Freiheiten bewusst zu werden. Von daher hat diese Phase auch hier und da gute Seiten. Ich denke ich kann sagen, dass ich diese Zeit bestmöglich versucht habe zu nutzten. Ich habe neue Trainingsmethoden für mich entwickelt, habe viel über Material versucht zu lernen und bin viel effizienter wenn ich dann mal hier und da aufs Wasser komme. Nichtdestotrotz würde ich mir langsam wieder mehr Normalität wünschen.
Flo Jung auf Windsurf-Tour mit dem E-Auto in Dänemark
Du hast von Polestar ein E-Auto zur Verfügung gestellt bekommen, auch um damit einen Influencer-Clip für das Web zu erstellen. Bist Du damit weite Strecken gefahren? Die nach und durch Tour nach Dänemark ist ja lang.
Ja das fahren mit einem E-Auto war auf jeden Fall was neues für mich. Ich werde in Zukunft hoffentlich öfter die Chance haben. Dänemark hat zudem ein gutes Netz mit schnellen Ladestationen und somit war der Weg von Hamburg nach Klitmöller nicht wesentlich länger, vorallem weil die Reichweite bei dem Polestar 2 bei mehr als 450km liegt.

Das größte Hindernis (neben den Preisen) ist für viele sicher, die mangelnde Reichweite. Wie bist Du damit zurecht gekommen?
Am Anfang mag es etwas Gewöhnungsbedürftig sein, sich mittels Apps eine Art Überblick über Ladeoptionen der zu fahrenden Strecke zu verschaffen und auch hier und da einfach etwas mehr Zeit einzuplanen aber ich denke das wird sich durch den jetzigen E-Auto Boom, verbesserte Infrastrukturen und in Zukunft längere Reichweiten auch noch deutlich verbessern.
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Flo Jung auf Windsurf-Tour mit dem E-Auto in Dänemark
Wie hat das „Auftanken“ geklappt?
Das geht eigentlich super easy, mittels Kabel connecten, einen Kaffee trinken gehen, Windeln wechseln und schon kann es weiter gehen. Die Pausen stellt man sich störender vor als sie tatsächlich sind.

Wie war das Erlebnis insgesamt?
Das fast eigenständige Fahren ohne Motorengeräusche und die Beschleunigung einer Rakete waren definitiv neu für mich. Es ist schon etwas anderes und erfordert hier und da auch gewisses Umdenken, vor allem wenn man nicht weiß wie es am jeweiligen Spot mit Lade Optionen aussieht. Es ist ein Teil des Wandels der modernen Mobilität der auch sehr gute Ansätze hat. Die Vorstellung emissonsfrei zu fahren und zu sehen, wie wir diese neuen Technologien in unser tägliches Leben integrieren können, finde ich spannend. Wir stehen da denke ich auch noch am Anfang und ich bin gespannt wie die Mobilität der Zukunft sich weiter entwickelt. Es gilt ähnlich wie bei Windsurfen die Elemente bestmöglich zu nutzen und sich bestmöglich anzupassen.
Flo Jung auf Windsurf-Tour mit dem E-Auto in Dänemark
Kannst Du dir vorstellen auch privat ein E-Auto für Surftrips zu benutzen?
Der Polestar 2, macht schon extrem viel Laune. Es ist sicherlich kein Surfbulli aber der Kofferraum bietet viel Stauraum und den Rest meiner Boards packe ich auf‘s Dach. Mir geht es letztlich darum, möglichst umweltfreundlich und sicher von A nach B zu kommen. Die Solaranlage auf meinem Dach ist bestellt und daher würde sich das mit einem E-Auto in Zukunft sicherlich anbieten. Mein Sohn sieht das eher pragmatisch in Hinblick auf die Performance und wollte, nachdem ich einmal richtig beschleunigte habe, gar nicht mehr aus dem „Rennwagen“ aussteigen.
Flo Jung auf Windsurf-Tour mit dem E-Auto in Dänemark
Taugt so ein Fahrzeug für den Materialtransport?
Da passt schon ordentlich was rein. Man kann die Sitze komplett flach machen und zwei Boards passen gut rein. Aber ein Wohnmobil ist es sicherlich nicht. Für den normalen Alltag reicht das völlig aus.

Wie sieht deine Planung für 2021 aus, wenn wir davon ausgehen, dass sich die Lage langsam normalisiert?
Ich hoffe sehr das sich die Lage schnellstmöglich normalisiert. Ich wollte eigentlich seit einigen Monaten mit meiner Familie zurück in unsere Wahlheimat nach Kapstadt aber mit dem dortigen Lockdown mit gesperrten Stränden und Einreiseverbot zurück nach Deutschland ist das eher fraglich. Aber ich werde die Dinge die ich nicht beeinflussen kann akzeptieren und möglichst viel Zeit an heimischen Küsten verbringen. Es zählt jetzt nicht nur die Wettervorhersage zu checken sondern auch die Bestimmungen der jeweiligen Länder zu studieren und dann einfach gut zu kombinieren in der Hoffnung, das man seiner Passion, als auch meinem Beruf bestmöglich weiter nachgehen kann. Ich vergleiche das immer mit einem Segelboot, das man durch den Ozean navigieren will. Das Wetter und die Bedingungen kann man nicht beeinflussen und manchmal muss man einen Umweg in kauf nehmen oder sich in einem Sturm treiben lassen, um dann wenig später mit vollgas und Rückenwind zum gewünschtem Ziel zu kommen. Hoffentlich ist es im April-Mai soweit, das durch erweiterte Reisemöglichkeiten, Events und spannende Projekte wieder stattfinden können.

Ich freue mich auf jeden Fall über jede Minute auf dem Wasser, da ich einiges an Nachholbedarf habe :)

Hast du Wingsurfen schon ausprobiert und wenn ja, wie war dein Eindruck?
Ja Wing Surfen macht extrem viel Spaß und bietet eine super Alternative vor allem bei leichtem Wind und auf Flachwasser. Ich habe seit kurzen mein eigenes Material und finde es spannend nach jeder Session neue skills und Tricks zu lernen. Ich habe gerade vor ein paar Tagen einfach mal versucht auf einem Wellenreiter ganz ohne foil zu wingen, was auch super funktioniert hat. Es gibt da definitiv viel neues zu entdecken.
Flo Jung auf Windsurf-Tour mit dem E-Auto in Dänemark
Flo Jung auf Windsurf-Tour mit dem E-Auto in Dänemark