Teneriffa Report - 02/2020

Teneriffa Report 02/20

Windsurf Wintersaison 2020

Auf Teneriffa war im Februar mächtig Action angesagt. André Ludewig berichtet von der Kanareninsel.

Im Winter ist der Februar ein klassischer Hoffnungsträger in Sachen Wind, auch wenn er in den letzten Jahren immer wieder einmal floppte. Aktuell sah es zuerst gar nicht nach viel Waveaction aus. Wie schon im letzten Jahr zur selben Zeit machte aber stärkerer Südost in der Vorhersage der Wetterdienste auf sich aufmerksam. So wie sich in El Médano der Passat durch das östliche Gebirge der Insel auf fast das Doppelte des atmosphärischen Windes beschleunigt, funktioniert dieser Effekt bei südöstlichen Winden entsprechend an der Westküste Teneriffas.
Teneriffa Report - 02/2020
Erste Wahl ist in diesen seltenen Fällen der Windsurfspot Fitenia in Las Americas. Der Beach-Check zeigte zwar logohoch brechende Linien, die aber wegen der etwas zu nördlichen Richtung als Rechtswelle einliefen. Die ist zwar bei Wind von links schlecht frontside zu surfen, trotzdem tümmelten sich eine handvoll Jungs mit 3,7 bis 4,2 auf dem Wasser. Mit der guten Erfahrung der letzten Session am Pointbreak K16 im Februar '19 fuhren Jochen Stolz, Julian Salmonn und Dany Bruch wieder die Küste nordwestwärts und fanden deutlich über masthohe Klopfer vor. Bei guten 40 Knoten und schwer zu timender Welle zeigten die Jungs eine absolut erstklassige Show.
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Julian Salmonn überraschte als Youngster und Worldcupneuling mit unglaublich viel Gefühl bei der Auswahl der Wellen, viel Speed in den Turns und radikaler Airtime an der Lippe. Dany fuhr souverän auf höchstem Niveau und sorgte mit fetten Aerials für viel Aufregung am Strand. Auch Jochen gab Vollgas, erwischte gute Wellen und landete hohe Aerials. Beim letzten verlor er mit seinem überpowerten Viersiebener die Kontrolle und verletzte sich offensichtlich, da er sich schwimmend auf den Rückweg machte. Nach 6 Wochen war wohl der letzte Bänderriss noch nicht ganz verheilt, doch wie sich dann beim Röntgen zeigte, war das Fußgelenk gebrochen. Der Spot lieferte am folgenden Tag noch einmal und Julian wetteiferte mit Adam Lewis um die besten Wellen.
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Die nächste Nordostperiode startete am 7.2. mit perfekten Bedingungen für das professionelle Slalomtraining, den TWS-Slalomstages. Für die nächsten Tage mussten die 5,8er Racetücher aufgezogen werden und wir Waver durften endlich wieder vor dem Bunker am Cabezostrand mit 4,7 und 4,2 spielen. Auf die nächste Periode zum Wellenschlitzen mussten wir nur drei Tage warten und innerhalb einer ganzen Woche wurden die Segel immer kleiner. Am 23.2. drehte es wieder auf östliche Richtungen, was wie schon zu Beginn des Monats, doch nun viel massiver, als dichter Sandsturm für Endzeitstimmung sorgte. Der Kalima, wie die Einheimischen diese extreme Feinstaubbelastung von der afrikanischen Wüste kommend nennen, sorgte für noch nicht erlebte Maximalsichtweiten von nur 200 Metern.
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Wegen dieser starken Sichtbehinderung und dem für Start und Landung gefährlichen Seitenwind gab es tagelang Unterbrechungen des Flugverkehrs. Obwohl von längeren Aufenthalten oder gar Sport im Freien dringend abgeraten wird, nutzten einige den beachtlichen Südswell zum Wellenreiten und für einige Stunden sogar zum Windsurfen. Der folgende Passat blies den Dunst weg und schaffte perfekte Slalom- und Freeridebedingungen für die letzten 4 Tage des Monats. Statistisch machte dieser Februar keine so schlechte Figur: 14 Tage für Freeride, Slalom und Foil sowie 11 Tage an der Gabel für die Waver.
Teneriffa Report - 02/2020
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