Australien
Nach einer Woche bauen sich Wind und Wellen wieder auf. Coronation Beach, die Traumbucht für Windsurfern aus aller Welt 30km nördlich von Geraldton füllt sich langsam. Einige der Besucher und Locals kommen regelmäßig in der Windsaison. Wenn ich zur Mittagszeit da bin, gehe ich häufig zuerst mit dem Blade 5.0 raus und rigge dann auf 4.5 um. Komme ich später, kann ich - mit etwas Glück - gleich das 4.5er fahren und anschließend noch das 4.0er. Nach dem Abriggen am Spätnachmittag bleibe ich gern noch eine Weile am Strand, um den routinierten Locals bei ihren 'After Work Sessions’ zuzuschauen.

Vom Handling meiner Wavesegel bin ich begeistert. Sie entfalten einen enormen Vortrieb, sind unglaublich leicht und liegen locker und ruhig auf der Hand. Auch überpowered sind sie noch lange kontrollierbar. Besonders ans Herz wächst mir mein Blade 3.7. Bei stark böigem Wind und Chop trägt es mich sicher und kaum spürbar durch den South Swell hinaus zu den größeren Wellen: Ein paar erwische ich - muss aber zwischendurch auch mal kurz schwimmen...

Dann ist wieder tagelang Flaute. Die Surfer hängen am Strand herum oder kümmern sich auf dem Parkplatz um ihr Material. Nur die kleinen Kinder und Hunde haben viel Spaß im Wasser - und natürlich auch der äußerst coole Youngster, der locker Schothorn voraus startet und unermüdlich seine Freestyle Moves übt. Er scheint sein wahres Potential zu entwickeln.
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Engagierte Windsurfer, die auf der Suche nach dem 'Spirit of Wave Sailing' sind, könnten ihn gut an einem dieser besonderen Tage in Coronation finden, an denen Wind und Wellen für sie perfekt aufeinander abgestimmt sind. So gelingt Lina Erpenstein (G 423) mit ihrem Freestyle Material auch bei Schwachwind noch ein verspielter Wellenritt. Je mehr ich mich auf mein Board einstelle - z.B. die unmittelbare, direkte Reaktion auch bei kleinsten Gewichtsverlagerungen oder die blitzschnelle Drehung beim Halsen - umso mehr schätze ich es. Mein 'Magic Carpet' eröffnet mir eine neue Dimension von Sicherheit und Kontrolle in der Welle.

Kein Wind? Dann musst du warten: Schau auf das spiegelglatte Meer, das sich von einem Horizont zum anderen erstreckt. Oder präsentiere stolz deine Surfverletzungen. Du kannst auch eiskalt soviel trinken wie du magst. Oder du steckst alle anderen mit deiner guten Laune an, wie Justyna Sniady (POL 1111), die soeben die Australische Staatsbürgerschaft bekommen hat.

Sobald der Wind wieder anfängt zu wehen, fahren die leichtgewichtigen Powerfrauen aus Deutschland, der Schweiz und Australien wieder raus. Sie schneiden ihre Halsen ins klare, blaue Wasser und freuen sich darüber, dass - für eine kurze Zeit - ihnen das Meer ganz allein gehört.
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