Libanon

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Windsurfen im Nahen Osten

Anja Tuchtenhagen hat den Libanon besucht, Wind und Wellen gefunden und sagt: „Libanon – das bedeutet mehr als politische Fragilität, religiöse Spannung und bewaffneter Konflikt“

Libanon – das bedeutet auch 250 Kilometer Küstenlinie. Die ist teilweise zwar schwer zugänglich punktet aber mit viel leerer Fläche zum Surfen, Windsurfen oder Kiten. All diejenigen, die sich vorstellen können, ihren Sommer-Surfurlaub einmal anders zu verbringen, außerdem Interesse an Nahost-Politik und Geschichte haben und sich die syrische Flüchtlingskrise einmal aus der Nähe anschauen möchten, könnte das kleine Land zwischen Orient und Okzident eine Reise wert sein!

La Punta
Seit mehreren Jahren bereise und arbeite ich in dem kleinen Land an der östlichen Mittelmeerküste, mit dessen Lokalisierung auf der Landkarte sich so einige Europäer schwertun. Das Stichwort „Israel“ hilft ihnen dann auf die Sprünge. Der Libanon grenzt im Süden an den jüdischen Staat, mit dem er seit Jahrzehnten auf Kriegsfuß steht. Ursprünglich brachte mich mein Interesse für die Politik des Nahen Ostens und die Partei Gottes „Hisbollah“ hierher. Als Volunteer engagierte ich mich in einem der palästinensischen Flüchtlingslager, bereiste die Länder der Gegend, Syrien, Irak und Jordanien.
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Es dauerte nicht lange und ich merkte: Hier kann man eigentlich ganz gut Wassersport betreiben. Von Haus aus Windsurfer, begeisterten mich die bis zu 8 oder 9 Beaufort starken Side-Onshore-Winde im nördlichen Teilen des Staates. Tag ein Tag aus blies der Wind im Juli und August rund um Batroun. Warum hatte ich davon als Deutsche noch nie etwas gehört?! Neben einer kleinen Windsurfcommunity traf ich außerdem auf engagierte Kitesurfer und Wellenreiter – jeder findet hier so seinen Spot. Die Mentalität ist dabei gelassen, die Libanesen freuen sich vor allem über Mädels in der Wassersportszene, die zu über 90% von Männern geprägt ist. Touristische Infrastruktur rund um die Surfspots ist vor allem auf Einheimische ausgelegt, Ausländer sind hier noch Exoten.
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Neben der von allen Landesteilen in kurzer Zeit erreichbaren Küstenlinie sollte man die anderen sportlichen Hauptattraktionen des Landes nicht unerwähnt lassen: Der Staat, der 5 Millionen Einwohner und 2,5 Millionen Flüchtlinge beherbergt bietet Wintersportbegeisterten bis zu 3000 Meter hohe mit Skiliften ausgestattete Berge, sowie unzählige Kletterreviere im Sommer. Außerdem findet sich immer und überall eine Party. Feiern hat sich in dem konfliktgebeutelten Fleckchen Erde, das 18 anerkannte Religionsgemeinschaften beherbergt, als erprobtes Beruhigungsmittel in politisch angespannten Zeiten erwiesen.
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Wer nun neugierig geworden ist und sich in dieser Atmosphäre einmal beim Wassersport (Windsurfen, Kiten, Wellenreiten, SUP) kann mit Anja organisiert durch das Land reisen. Eine erste Gruppenreise ist für Mitte/ Ende Juli angedacht – vorausgesetzt es finden sich genügend Interessierte!

Anfragen: anja.tuchtenhagen@gmail.com
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