Windsurfindustrie / Coronavirus
Oliver Hilf ist der Geschäftsführer von Surf & Action

Die Windsurfindustrie und das Coronavirus

Welchen Einfluss hat die COVID-19-Pandemie auf die Windsurfindustrie? Wir haben beim Reisveranstalter Surf & Action in Oberhaching nachgefragt. Oliver Hilf hat unsere Fragen beantwortet.

Wie schlimm ist es bei euch?
Wir haben seit Mitte März 0 Euro Umsatz und zahlen alle Buchungen bis mindestens 14.06.20 gerade zurück, obwohl wir bei Airlines und Hotels mit mehreren Hunderttausend Euro in Vorleistung getreten sind und diese meist nur als Debitoren-Konto bekommen. Das bedeutet, wir haben bei denen ein Guthaben und bekommen kein Geld zurück.

Wie lange könnt ihr diesen Zustand noch wirtschaftlich durchhalten?
Wir haben in den letzten Jahren sehr gut gewirtschaftet, nie Gewinne ausbezahlt etc. Deshalb können wir lange überleben. Wir haben die Firma nach dem Worst Case aufgestellt. Der wäre, dass dieses Jahr gar keine Reisen mehr verkauft werden und wir alles, was wir bereits eingenommen haben, wieder zurückbezahlen müssen. Klar mussten wir alle in Kurzarbeit schicken, die Bürozeiten kürzen etc. um Geld zu sparen. Wenn es früher los geht, sehr gut. Wenn nicht, überleben wir wenigstens.
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Windsurfindustrie / Coronavirus
In den luftigen Büros von Surf & Action herrscht normalerweise Hochbetrieb
Wie seht ihr in die Zukunft? Fängt die Buchungslage an, sich zu bessern? Gibt es schon wieder eine Nachfrage, die ihr momentan noch nicht bedienen könnt?
Wir merken einen leichten Anfragenanstieg für Reisen nach Europa. Besonders Griechenland, Portugal, Kroatien und Fuerte. Wir gehen davon aus, dass wir ab 01.07.20 wieder Windsurfer in die Länder schicken können. Diese Länder hatten kaum Corona Fälle, haben deutlich früher alles dicht gemacht und haben alles sehr sehr gut im Griff. Alle Hotels und Stationen haben Hygienevorlagen, die sie alle einhalten werden. Für mich ganz klar, ist das Ansteckungsrisiko in Deutschland deutlich höher als in den anderen Urlaubsländern.

Die unterschiedlichen Regelungen sind schon national schwer zu überblicken. Gelingt es euch international den Durchblick zu behalten?
Ja, wir haben gute Informationsquellen und müssen nicht jeder Presse alles glauben. Somit wissen wir schon recht gut wo man was darf und was nicht.
Windsurfindustrie / Coronavirus
Mitarbeiterin Simone kümmert sich um die Kunden
Was sind nach eurem Wissensstand eure Empfehlungen für einen Windsurfurlaub in 2020.
Unsere Empfehlungen sind an sich alle Griechischen Inseln, wie z.B. Rhodos, Kreta, Limnos, Kos, Karpathos und Myconos. Die meisten Griechischen Inseln hatten gar keine Corona Fälle. Des Weiteren wird Portugal seine Grenzen öffnen. Somit wird unser Spot in Feel Viana auch wieder gut zu bereisen sein. Sie machen das Hotel bereits ab 01.06.20 wieder auf. Und natürlich Fuerteventura, auch sie hatten kaum Fälle. Allerdings ist es hier noch nicht klar, ab wann sie wieder öffnen. Stand heute, glaube ich, dass wir ab 01.07.20, vielleicht sogar etwas früher wieder fliegen können. Die Airlines erarbeiten gerade Konzepte, um ein sicheres Fliegen zu gewährleisten.

Vieles wird ab jetzt schrittweise wieder möglich - gibt es Zielregionen, die für euch besonders wichtig sind?
Wichtig für uns sind alle Europaziele. Langstreckenziele werden erst später wieder geöffnet. Die haben meist noch Einreiseverbote für uns Deutsche. Nahziele kann man ab sofort buchen. Und ich glaube auch, das ab Herbst Ägypten wieder offen sein wird.

Die Website von Surf & Action findet ihr hier:
surf-action.com