Race-Week mit Vincent Langer

Race-Week in Ägypten

Vincent Langer berichtet von seiner Trainingswoche

In Somay Bay fand eine Race-Week mit Vincent Langer statt. Der Windsurfprofi berichtet von seinen Erfahrungen aus 480 Trainingskilometern, die an sechs Windsurftagen abgespult wurden.

Von Hamburg aus ging es für mich am Mittwoch Morgen, den 14. März, nach Hurghada. Da ich im Dezember bereits in Soma Bay war und mein Surfgepäck größtenteils vor Ort in der Surfmotion-Station von Peter Müller gelassen hatte, war mein Check-in mit nur einem Surfbag diesmal sehr entspannt. Am Flughafen gab es schon erste Begegnungen mit bekannten Gesichtern. Die Sehnsucht nach Wind, Adrenalin und Wärme war groß.
Race-Week mit Vincent Langer
Tag 1: "Erst mal wieder reinkommen"
Nach der Reviereinweisung, Lycra Ausgabe und einer ausführlichen Kennenlernrunde ging es aufs Wasser. Der wenige Wind war perfekt, um die hornhautlosen Hände auf das Bevorstehende vorzubereiten. Mit Halsenübungen und kurzen Gleiteinlagen unter der ägyptischen Sonnen war der Spaß groß. Nach gut zwei Stunden auf dem Wasser ging unter das große Sonnensegel, um mit der ersten Theorieeinheit Grundlagen im Segeltrimm zu legen.

Tag 2: "20 Knoten und erste Wehwehchen"
Heute meint es der Wind es extrem gut mit uns. Segel zwischen 6,0 und 7,7 werde hoch motiviert aufgebaut. Wir Kreuzen zu einem "geheimen" Flachwasser-Spot, um dort die ersten Starts zu üben. Nach den ersten fünf Trainingsrennen verlässt die meisten die Kraft. Lange Arme, die ersten blutigen Hände, aber Freude in den Gesichtern. "Genau das, was wir wollten", meinte der Teilnehmer Fritz am Abend. Eine ausführliche Theorieeinheit folgt, das Thema: Der richtige Start. Nach über zwei Stunden und etlichen Fragen geht es dann endlich zum Buffet im Hotel, um die leeren Kohlenhydratspeicher wieder aufzufüllen.
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Race-Week mit Vincent Langer
Tag 3: "Racen wie die Profis"
Der Windgott ist gnädig mit uns. Wind für 7,0 und kleiner. Deutlich kleiner! Sogar ich war mit 115l und 7,0 am Anschlag. Es wird trainiert, was das Zeug hält. Halsentechnik, Starts und Speed. Trotz offener Hände und zu großem Segel und Board ziehen alle mit. Für mich ist es eine wahre Freude, so begeisterte Windsurfer zu sehen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Bereich "Time and Distance" bei den Starts läuft es zum Ende hin wirklich rund. Am Strand ist pures Regattafeeling angesagt. Es wird über Finnengrößen, Lattenspannung und Mastbiegekurven diskutiert. Abgerundet wird der Tag mit Videoanalyse der Starts und Halsen sowie Pasta satt an der Station Italia im Hotel.
Race-Week mit Vincent Langer
Tag 4: "Kilometer machen"
Wieder ist der Wind perfekt zum Racen! Soma Bay ist einfach unglaublich. Jetzt geht es darum, die Technik und das Timing weiter zu verfeinern. Dazu wird Wasserzeit benötigt. Bei über 100km Strecke auf dem Wasser geht meiner Suunto Uhr der Strom aus. Auch Martin aus Süddeutschland hatte am Abend des vierten Tages knapp 80km auf der Uhr. Respekt! Bei allen Teilnehmern sind große Fortschritte zu sehen.

Tag 5: "Der Tag vor der Regatta" Trotz Müdigkeit, Muskelkater, Blasen an Händen und Füßen sind wir wieder fast den ganzen Tag auf dem Wasser. Schildkröten begleiten uns im türkies-blauem Wasser. Schöner geht es wirklich nicht.
Race-Week mit Vincent Langer
Tag 6: "Fotoshooting und Regatta"
Wie macht man Bilder aus der Luft ohne Heli und ohne Drohne? Ganz einfach: Ein Fotograf wird mit einem Schirm hinter einem Boot in die Luft gezogen. Das Resultat: Unglaubliche Bilder für alle Beteiligten! Danach kann es endlich losgehen. Dies ist die erste Regatta für die meisten der Teilnehmer. Viele Locals und andere Racer gesellen sich zu uns, sodass wir ein tolles Starterfeld von gut 20 Fahren hatten. Nach drei Rennen ist der Akku bei den meisten leer. Die anschließenden Siegerehrung war für mich und die meisten das Highlight der Woche. Leuchtende Augen gab es beim Aushändigen der Medaillen.

Für mich als Fazit: Mehr Spaß bei der Arbeit geht wohl nicht. Ich habe tolle Surfer kennengelernt, neue Freunde gefunden und wieder ein bisschen mehr Feuer für unseren Regattasport entfacht.
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