Funktionsprinzip des Personal Locator Beacon

Personal Locator Beacon

Von PLB's haben wohl die wenigsten Windsurfer schon gehört. Zu unrecht, denn kleinen High-Tech Wunder können Leben retten. Sie holen weltweit auch dann Hilfe, wenn kein Handynetz zur Verfügung steht.

Ein fiktives Szenario: Mario S. nutzt einen klaren Maitag, um abends nochmal auf's Board zu kommen. Der schräg ablandige Wind bügelt das Wasser in Ufernähe flach, weiter draußen bietet eine steile Kabbelwelle gute Sprungschanzen. Bei 40 km/h Geschwindigkeit legt Mario gut 3,3 Kilometer in 5 Minuten zurück. Ausgerechnet bei der Halse draußen, etwa 2 Kilometer vom Ufer entfernt, passiert es. Der Mastfußzapfen bricht, die Sicherung hält nicht. Mario stürzt und hat zwar das Segel in der Hand, aber sein Board ist schon zwanzig Meter weit weg. Der Wind bläst es viel schneller von ihm weg, als er schwimmen könnte.

Zum Ufer zurückzuschwimmen ist nahezu aussichtslos, denn die Strömung treibt ihn schnell weiter vom Ufer weg und selbst als guter Schwimmer würde er bei diesen Bedingungen für die gut zwei Kilometer zum Ufer extrem lange brauchen. Vom Ufer aus ist er aufgrund der Wellen und im Gegenlicht nicht zu sehen. Ab jetzt ist alles ein Rennen gegen die Zeit, denn es ist fast 19 Uhr und bis man ihn wirklich vermisst, wird es dunkel sein. Ein Handy hat Mario nicht dabei, das teure Smartphone in einer Wasserschutzhülle wollte er nicht riskieren. Es wäre aber auch mit klammen Fingern, schwimmend, bei so viel Wind, kaum zu bedienen.

Die Situation, in der es bald um Leben und Tod geht wird, ist das typische Einsatzszenario eines PLB. Personal Locator Beacon sind kleine, wasserdichte Wunderwerke, die im Fall des hier untersuchten Ocean Signal Rescue ME PLB1/EPIRB, etwa 100 Gramm leicht und nur knapp 8 Zentimeter groß sind. Um das PLB scharf zu schalten, wird einfach eine Bandantenne herausgezogen, danach verrichtet das Gerät automatisch sein Werk. Unterschied zum Handy: Das Gerät sendet wirklich nur, wenn es aktiviert wird.

Per GPS-Ortung wird die Position bestimmt. Die Daten sendet das PLB per Satellit an ein Notfallkoordinationszentrum. Gleichzeitig wird auf der internationalen Notfrequenz 121.5 MHz gesendet. Dieses lokale Zielsuchsignal kann von Einsatzkräften in Flugzeugen und Schiffen direkt empfangen werden. Zusätzlich leuchtet das PLB, um bei Dunkelheit eine Referenz zu geben. So kann innerhalb kürzester Zeit eine Suche gestartet und das Seenotopfer durch die Peilsignale zuverlässig und schnell gefunden werden. Die Geräte funktionieren weltweit, Roaming oder Handynetze spielen absolut keine Rolle. Über die Zentrale werden immer die nächsten Retter aktiviert.

Bleibt die Frage nach dem Preis. Für diesen Artikel haben wir uns das recht günstige Ocean Signal Rescue ME PLB1/EPIRB angesehen. Gemessen am Nutzen und der dahinterstehenden Technik, sind die Kosten relativ gering. Etwa 330 bis 350 Euro sind einmalig für dieses PLB fällig und um die Batterie muss man sich sieben Jahre lang nicht kümmern. Da das Satellitennetz staatlich finanziert wird, fallen nur die reinen Gerätekosten an. Zusätzlich kann man das Gerät registrieren lassen, damit die Retter wissen, wer den Notruf auslöst und wonach sie suchen müssen. Das ist wichtig, denn Schiffe nutzen die gleiche Technik.

Geräte, die auch für Windsurfer in Frage kommen, bekommt man im Segel- und Wassersportgeschäften, online zum Beispiel bei AWN.de oder Compass24. Wer Alternativgeräte zum hier genannten Gerät von Ocean Signal vergleicht, sollte die Sendemethoden genau ansehen. Viele Geräte kommunizieren nur im lokalen Umfeld und sind für Windsurfer nicht gut geeignet.

Herstellerseite: oceansignal.com