Dany Bruch

PORTRAIT

DANY BRUCH

Die Lebensgeschichte von Dany Bruch ist eine Mahnung und Motivation zugleich, der eigenen Berufung zu folgen. Als Jugendweltmeister gab er auf Druck seines Vaters seine Windsurfkarriere auf, schaffte fünf Jahre später ein Comeback und lebt jetzt Windsurfen über viele Wege.

Dass Dany Bruch einmal auf Teneriffa sein Zuhause finden würde, war zu Anfang seines Lebens nicht abzusehen. Nur zur Geburt sind seine Eltern mit ihm in Deutschland gewesen. Direkt anschließend kehrt die Familie in die Wahlheimat Liberia zurück. In dem politisch instabilen Land verbringt er seine Kindheit. Etwa ein halbes Jahr vor Ausbruch des Bürgerkriegs - Dany ist acht - verlässt die Familie das westafrikanische Land und zieht auf die Kanaren.

"Erst habe ich Jahre im Trockenen geschwitzt, zum Beispiel beim Tennis und dann habe ich entdeckt, dass das Wasser doch viel interessanter ist," erzählt er. Mit 13 lernt er Wellenreiten. "Danach wollte ich eigentlich nichts anderes mehr machen."
Dany Bruch
Dany beim Einsammeln der ersten Trophäen. Er ist der dritte von links.
Ganz rechts: Iballa Moreno. Auch von ihr hörte man später noch...
Das Windsurf-Virus:
Peter Huhn, ein Windsurfurgestein, der einen Surfshop auf Teneriffa betreibt, animiert ihn, das Windsurfen auszuprobieren. Das funktioniert gleich beim ersten Mal so gut, dass Dany zum Windsurf-Junkie wird. Sechs Monate später bastelt er in Cabezo, dem jetzigen Austragungsort des jährlichen PWA Wave World Cup, bereits an Loops.

Dann folgt der Einstieg in die Regattaszene. Mit 16 nimmt er am "Toro Andaluz" in Tarifa teil und räumt mit Siegen im Slalom und Wave die Trophäen ab. Danach geht es Schlag auf Schlag. Er wird spanischer Juniorenmeister und dann Juniorenweltmeister auf Serienboards.
Dany Bruch
Von den ersten Metern mit dem Windsurfboard bis zum routinierten Profi
war es ein weiter Weg. Dazwischen lagen fünf Jahre Windsurfpause.
Der Vater ist Geschäftsmann und sieht eher die finanziellen Nachteile des Windsurfens. Mit 20 beugt sich Dany dem Druck und gibt die Windsurfkarriere auf. "Ich habe nie wirklich Unterstützung von meinem Vater gehabt, eher das Gegenteil."

Er steigt in der Firma seines Vaters ein und Zeit für das Windsurfen bleibt höchstens noch am Wochenende. "Das tat mir in der Seele weh," sagt er. Er hält fünf Jahre durch, installiert Satellitenanlagen und lebt ein Leben, dass nicht seins ist. Dabei hat er auf den Dächern Teneriffas die Bedingungen immer gut im Blick, kann aber nicht aufs Wasser. Das ist die Höchststrafe für eines der größten Windsurftalente seiner Zeit.
Dany Bruch
Oben rechts: Danys Circle of Life Tattoo.
Mittlerweile hat er selbst eine Familie.
Comeback:
"Mit 25 leben wie ein 50-Jähriger, das geht nicht". Er nutzt seinen Urlaub, um am World Cup in Pozo teilzunehmen. Überraschend schlägt er den amtierenden Weltmeister Matt Pritchard und wird dann von seinen Freunden animiert wieder Wettkämpfe zu fahren. Nach fünf Jahren Windsurf-Abstinenz schmeißt er den Job in der Firma des Vaters, macht einen Shop in El Médano auf, lässt sich von einem Physiotherapeuten und Trainer fit machen und wird 2008 in Pozo Dritter.

Mit 25 wieder Sponsoren zu finden ist jedoch schwierig. Bei der lokalen Marke D'light repariert er ein Jahr lang Boards, findet dann im gerade gegründeten Boardproduzenten Patrik einen Sponsor und rutscht dort in die Entwicklungsarbeit hinein. Nach einem weiteren Jahr erfolgt der Wechsel zu Starboard. Für die Marke entwickelt und fährt er sieben Jahre.

Die Produktion der Boards findet beim Auftragsproduzenten Cobra in Thailand statt. Dort werden auch die Prototypen nach Vorgaben der Entwickler geshaped. Bruch ist in dieser Zeit für die Produktion viel in Thailand unterwegs, sorgt dafür, dass die Boards nach den Vorgaben gebaut werden.
Dany Bruch
Der mitunter rustikale Charme von El Médano wird durch ein
perfektes Trainingsszenario mehr als kompensiert.
Parallel beginnt Dany über seine Kontakte mit der PWA die Organisation des World Cup Events auf Teneriffa zu übernehmen. Er ist als Fahrer, Entwickler und Eventveranstalter jetzt dreigleisig unterwegs.

In Teil zwei lest ihr, wie die Geschichte weiter geht.
Dany Bruch