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16.02.2021

Neuwal

Unbekannter Riese

Neuwal
Immerhin knapp 13 Meter lang ist eine neu entdeckte Walart im Golf von Mexico. Der Rice Wal (Balaenoptera ricei) wurde unter anderem durch genetische Untersuchungen als neue Art identifiziert (Mar Mam Sci. 2021;134.). Bei der immensen Größe der Wale liegt natürlich die Frage nahe, wie so große Tiere unentdeckt bzw. unklassifiziert bleiben können. Neue Walarten werden jedoch nicht selten gefunden.

Bei über 30% der bekannten Arten von Meeressäugern wird vermutet, dass es etwa doppelt so viele Subspezies gibt, wie bisher bekannt. (Taylor, Perrin, et al. 2017). Die große Anzahl von unbekannten oder falsch eingeordneten Arten liegt unter anderem daran, dass die Forschung nur selten Zugang zu Proben und Knochen der Meeressäuger hat. So kommt es vor allem durch Zufallsfunde und tote Tiere immer wieder zur Entdeckung neuer Walarten.

Auch im vorliegenden Fall des Rice Wals ist noch wenig über die Lebensgewohnheiten und die Verbreitung der Tiere bekannt. Und auch hier scheint der Mensch ein gefährlicher Gegner zu sein. Einige der beobachteten Tiere wiesen Verletzungen auf, bei denen vermutet wird, dass sie durch Kollisionen mit Schiffen oder durch Schleppnetze verursacht wurden.

Die dem Bryde Wal ähnlichen Meeressäuger können sehr tief und lang tauchen, was eine Erforschung entsprechend aufwändig macht. Wer also demnächst beim Windsurfen oder Wellenreiten einen Wal oder Delfin zu Gesicht bekommt, hat gar nicht so geringe Chancen eine Art oder Unterart zu sehen, die von der Forschung noch nicht genau beschrieben wurde.

Symbolfoto (Bryde Wal): Mornigdew / CC BY-SA 3.0