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  1. #1

    Nach umstieg auf kürzeres Board neu Surfen lernen?

    Moinsen,

    nachdem ich vom Anfänger- zu Aufsteiger-board gewechselt habe, habe ich massive Probleme.


    Doch vorab zu meiner Person und meinem "Können":
    Bin 50+, ca. 100KG und habe vor ca. 3 Jahren mit geschenkten Material angefangen zu surfen.
    Bis in diesen Sommer stand ich auf einer 187L Viper mit Schwert und habe mich von 5qm Dreieckssegel bis zu einem 8qm Sailloft Cross hochgearbeitet. Strandstart und Trapez klappt bis 5BF gut. Fussschlaufen dienen als Getränkedosenhalter und Halsen habe ich so gut wie nie hinbekommen. Wasserstart hat bisher auch nur fast geklappt.
    Nachdem das Board nun am Schwert mechanische Probleme hat und ich nicht immer der Langsamste sein wollte, sollte ein neueres Board her.... und nun beginnen meine Probleme:

    Bin nun stolzer Besitzer eines Fanatic Gecko 156 L Bamboo aus 2015. 156 L weil ich immer noch auf den Shotstart angewiesen bin.

    Problem 1: ich schaffe es eher durch Zufall mal ins gleiten zu kommen. Abfallen, druck auf vorderen Fuss bzw. Druck ins Trapez bringen nicht den erwünschten Erfolg. Was kann ich noch probieren?

    Problem 2: in Verdrängerfahrt ist es der reinste Eiertanz. Kurs halten kaum möglich. Irgendwie schiebt sich das Brett durchs Wasser, mal eher quer als längs, mal säuft das Heck ab, mal unterscheidet die Nase. Furchtbar anstrengend... Ist das bei den kurzen&breiten Brettern so normal, bzw. funktionieren die nur richtig wenn sie gleiten?

    Problem 3: Ich schaffe es nicht, auch nur etwas Höhe zu laufen. Ablandiger Wind wäre für mich jetzt tatsächlich ein Problem. Selbst beim gleiten habe ich es nicht geschafft auch nur etwas Höhe wieder wett zu machen. Und ich rede nicht davon das ich nur etwas Höhe verliere. An der Ostsee musste ich neulich 2 KM durchs flache Wasser zurück gehen... Finnen: 48cm Choco C1 oder 36cm Lessascher Bull Weed. Tips?

    Problem 4: Stürze! Solche Stürze habe ich vorher nie kennenlernen müssen. Wie kann ich aktiv diese Schleuderstürze verhindern, bzw. abmildern wenn ich spüre das es zu solchen gleich kommen könnte? Natürlich habe ich mir gleich beim ersten Schleudersturz die Boardnase beschädigt und heute direkt neben dem frisch laminierten den nächsten ding geholt :-( (und das trotz solchem Mastpolster von ION). Der Gecko ist aber auch eine empfindliche Mimose... traue mich schon fast gar nix mehr aus Angst das ein Sturz irgendetwas am Board beschädigen könnte.


    Habt ihr "Aufsteigertips" für mich?

    Aber es gibt auch positives mit dem neuen Board zu berichten: Wenn ich denn mal ins gleiten komme, wird das Brett beängstigend schnell und es hört eigentlich gar nicht mehr auf zu gleiten bis ich eine Wende mache. Beim Gleiten wandern die Füße mehr oder weniger automatisch in die Schlaufen, kann also keine Bierdosen mehr mitnehmen... Und Wasserstart wird nächste Saison sicherlich auch was werden: beim Gecko klappt der Strandstart nun schon bis brusttiefen Wasser.

    Vielen Dank für eure Antworten uns bis denne

    Oliver

  2. #2
    Member
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    Hallo Pollo

    Es ist so, dass man beim Umsteigen auf ein neues Board vieles wieder neu lernen muss. Für mein Empfinden bist du fast zu lange mit einem Schwertboard gefahren, so gestaltet sich die Angewöhnung an dein neues Brett umso schwieriger. 
Zu meinen Daten: bin 60+ und surfe seit 12 Jahren, habe also +/- im gleichen Alter wie du begonnen. Bin um 80 kg und fahre einen 133 L Gecko. Grundsätzlich kann ich sagen, dass man sich mit zunehmenden Alter schwerer tut, Neues rasch zu lernen. Ich habe zusammen mit meinen Jungs (damals im Teenager-Alter) das Windsurfen gelernt. Obwohl ich derjenige mit den meisten Surfstunden bin, fahren sie mir bereits seit einigen Jahren um die Ohren.
Zu deinen Problemen:

    Problem 1: Wie ich herauslese, beherrscht du grundsätzlich die Techniken des Angleitens. Daher üben, üben, üben.

    Problem 2: Windstärke, Segelgrösse, Finne? Das passiert mir auch, besonders wenn der Wind sehr schwach ist und das Segel kaum noch Druck hat.

    Problem 3: Gleiche Frage wie bei 2. Wenn du 2 km an Höhe verlierst, schein etwas elementar nicht zu stimmen. Bei grossen Segeln könnte auch die 48er Finne zu klein sein. Ich habe bei meinen 133 Litern eine 42er Finne, die aber gerade beim 8,5 qm-Segel zu klein ist. Gerade wenn der Wind knapp zum Gleiten reicht, da kann ich die Höhe auch kaum halten. Es kann aber auch sein, dass du zu viel Raumwindkurs fährt und das Board nicht auf Halbwindkurs steuerst.

    Problem 4: hängt wohl mit 1 zusammen. Auch hier gilt, die Abläufe beim Angleiten zu verfeinern. Kündigt sich ein Sturz langsam an - du merkst, dass du das Segel nicht mehr halten kannst, lass dich mit dem Segel nach Lee ziehen. Dabei den Gabelbaum festhalten, dann kannst du dich auf diesen abstützen, wenn das Segel in Wasser fällt. Die extremen Schleuderstürze kommen aber ohne Ankündigung.
Als Schutz der Nase empfehle ich dir einen Protektor. zB. :
http://www.carbonprotect.de/ gibt aber auch noch andere Hersteller.

    Grüsse
Robert

  3. #3
    Zitat Zitat von Old Rob Beitrag anzeigen
    Bei grossen Segeln könnte auch die 48er Finne zu klein sein. Ich habe bei meinen 133 Litern eine 42er Finne, die aber gerade beim 8,5 qm-Segel zu klein ist. Gerade wenn der Wind knapp zum Gleiten reicht, da kann ich die Höhe auch kaum halten.
    Danke für die Tips und Aufmunterung.

    Mein altes Board bin ich zum Schluss auch möglichst ohne Schwert gefahren, allerdings rutschtes es von alleine immer mal wieder runter.
    Aber stimmt natürlich, wenn ich unbedingt wieder Höhe zurückgewinnen musste: Schwert raus und bei Verdrängerfahrt gemütlich wieder an den Ausgangspunkt zurück.

    Zitat Zitat von Old Rob Beitrag anzeigen
    Hallo Pollo

    .
Als Schutz der Nase empfehle ich dir einen Protektor. zB. :
http://www.carbonprotect.de/ gibt aber auch noch andere Hersteller.

    Grüsse
Robert
    Eine Carbonnase hatte ich schon bestellt, aber aufgrund der Nachfrage und eines Trauerfalls dauert das momentan noch etwa 3 Wochen.

    Habe heute begonnen den Schaden an meinem Board zu beheben. Dabei ist mir klar geworden warum die Dinger so empfindlich sind. Im Bereich der Nase besteht die Rail aus nur 1-2 Lagen Glasfaser - hauchdünn. Da hätte ich, bei einer so exponierten Stelle, mehr erwartet.

    Mit üben üben üben wird das dieses Jahr vermutlich nix mehr, ich will erst wieder aufs Wasser wenn die Carbonnase angebracht ist.

    Bis denne

    Oliver

  4. #4
    Member Benutzerbild von Spacecowboy
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    72
    Hallo Oliver

    Zu Punkt Höhe-Laufen:

    Zitat Zitat von Pollo Beitrag anzeigen
    Problem 3: Ich schaffe es nicht, auch nur etwas Höhe zu laufen. Ablandiger Wind wäre für mich jetzt tatsächlich ein Problem. Selbst beim gleiten habe ich es nicht geschafft auch nur etwas Höhe wieder wett zu machen. Und ich rede nicht davon das ich nur etwas Höhe verliere. An der Ostsee musste ich neulich 2 KM durchs flache Wasser zurück gehen... Finnen: 48cm Choco C1 oder 36cm Lessascher Bull Weed. Tips?
    Zitat Zitat von Pollo Beitrag anzeigen
    Aber stimmt natürlich, wenn ich unbedingt wieder Höhe zurückgewinnen musste: Schwert raus und bei Verdrängerfahrt gemütlich wieder an den Ausgangspunkt zurück.
    Ich glaube auch, dass du diese Übungsphase wegen dem langen Verbleib auf dem Schwertboard sozusagen etwas verpasst hast. In den bisher miterlebten Surf-Kursen ging's für alle Teilnehmer sehr früh auf ein Fun-Board ohne Schwert, um damit das Höhe laufen in Dümpelfahrt zu üben (bevor auch nur annähernd ans Gleiten gedacht wurde). Es braucht einige Stunden, das Gefühl dafür zu entwickeln, während man vorher noch fast wie beim Segelboot aufkreuzen konnte. Mit hoch geklapptem Schwert beim Schwertboard ist normalerweise die Finne einfach zu klein.

    Ich habe auch einen Gecko, meiner ist 120L (bei 73kg) von 2016. Ich mag das Brett und würd's aufgrund der allgemeinen Eigenschaften auch wieder kaufen. Allerdings habe ich im Vergleich zu anderen bisher gefahrenen Modellen spürbar mehr Mühe damit, sowohl in Vedrängerfahrt wie auch beim Gleiten Höhe zu laufen. Weiss nicht, woran das liegt und ob sich die verschiedenen Grössen und Modelljahre diesbezüglich unterscheiden.

    Gruss Phil

  5. #5
    Senior Member
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    Jan 2012
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    107
    Ein Tipp zu 1.-3.
    Ist Dein Segeltrimm in Ordnung? Wenn Du zum Beispiel Dein Segel zu flach trimmst, hast Du zwar gefühlt durchaus "Druck" im Segel, aber keinen Vortrieb. Und ohne den fährt Dein Board auch schon mal quer oder nur träge geradeaus und Du kommst nicht ins Gleiten.

    Auch die Position vom Mastfuß ist wichtig. Faustregel: Immer in die Mitte der nutzbaren Länge. Bei sehr großen Segeln max 2cm vor, bei sehr kleinen max 2cm zurück.

    Generell kann man eigentlich mit (fast) jedem Board auf Amwindkurs Höhe dümpeln. Nur bei SUPs mit recht runden Rails und kleinen Finnen ist das ggf. nicht möglich. Auch das kann man üben.

    Gerade für den Umstieg vom Schwertboard würde ich Dir auch nochmal Unterricht empfehlen. Ein erfahrener Lehrer erkennt mögliche Haltungsfehler sofort und oft sind es nur Kleinigkeiten.

    Bleib aber auf jeden Fall dran, es lohnt sich. Und: Materialschäden gehören dazu, reparieren kannst Du ja auch schon..!

  6. #6
    " ... während man vorher noch fast wie beim Segelboot aufkreuzen konnte"
    - ja genau, so will ich das haben... ;-) ja, da scheint umdenken angesagt.

    "... Ein erfahrener Lehrer erkennt mögliche Haltungsfehler sofort und oft sind es nur Kleinigkeiten."
    - da habe ich auch schon mal dran gedacht. Die erfahrenen Surfer am Spot können das meist schlecht erklären. Sie machen es richtig, aber oft ohne sagen zu können was den Unterschied macht.

    "...Ist Dein Segeltrimm in Ordnung?"
    - davon gehe ich eigentlich inzwischen aus. Das Sailloft Cross hat sowieso ein eher starkes Profil mit reichlich Bauch. Fürs schlabbrige Ende oben am Segel muss ich heftig kräftig ziehen und am Gabelbaum wird es quasi nur fixiert.


    Klar bleibe ich dran.

    Bis denne

    Oliver

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