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  1. #1

    Ungleichmäßiger Zug an der Gabel

    Liebe Daily Doser,

    folgende Situation: über drei Jahre habe ich mich nun bis zum Angleiten hochgearbeitet. Das war ein langer Weg, aber so langsam wird das Surfen so richtig zum Genießen.

    Wäre da nicht meine Behinderung. Und deswegen wollte ich euch nach Tipps fragen.

    Aufgrund eines frühkindlichen Unfalls ist mein linker Arm drei cm kürzer und etwas schwächer als der rechte. Im Alltag komme ich damit super zurecht und bis jetzt war das beim Surfen auch kein Problem. Aber jetzt, beim Angleiten, merke ich, dass die richtige Segelstellung und das Kurshalten sehr wichtig wird. Und ich sehe, dass das kein Problem ist, wenn meine rechte hand die Masthand ist - aber wenn meine linke Hand am Mast ist, ziehe ich halt das Segel immer sehr dolle an mich heran und alles wird wackelig und so richtig ins Gleiten komme ich dann auch nicht, weil das Segel immer einen Tick zu aufgefiert ist.

    Ich hoffe, das war verständlich... Wüsstet ihr, woran ich drehen könnte? Habe schon überlegt, an den Trapeztampen herumzuschieben, aber so richtig habe ich noch keine Lösung gefunden...

    Habe das auch schon Surflehrern erklärt, aber die wirken etwas überfordert und meinen "musst du halt noch mehr üben". Das ist zwar nett gemeint, aber so richtig hilfreich auch nicht.

    Hang loose
    und guten Wind
    Madame Soleil

  2. #2
    Achso, meine "Maße":

    Körpergewicht 55kg
    Segel: 4.1, 4.5, 5.0
    Brett: JP Magic Ride 119
    Reviere: Flachwasser, Wattenmeer

  3. #3
    Hi,

    ich fasse erst mal laienhaft zusammen, wie ich es verstanden habe:

    Linke Hand als Mast-Hand bedeutet bei dir, der Mast ist 3cm näher am Körper als anders herum. Wenn die Trapeztampen an derselben Position sind wie auf der anderen Seite, ist dadurch das Segel aufgefiert. Ich glaube, das ist logisch und ich verstehe es. Meine Ideen:

    1. Wäre es nicht eine Lösung, die Trapeztampen etwas nach hinten zu verschieben? Dann ist der Mast (vorn) zwar immer noch näher an dir, aber du hältst über die Tampen das Segel hinten auch mehr dicht?

    2. Oder du stellst die (Vario-)Tampen auf dieser Seite etwas kürzer ein als auf der anderen Seite? Dann sind Mast UND SEGEL näher an dir, aber nichts kann auffieren.

    3. Ansonsten könntest du die linke Masthand ganz bewusst auf der Gabel nach hinten verschieben, bis zu den Trapeztampen. Da sollte die vordere Hand beim Angleiten ja ohnehin sein, damit man eben nicht den Mast zu nah ranzieht, sondern der Druck schön übers Trapez kommt...

    Oder eine Kombination aus alledem? :-D

    Grüße, Julian

  4. #4
    Member Benutzerbild von Spacecowboy
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    Bonjour Madame

    Zitat Zitat von Löwensee Beitrag anzeigen
    2. Oder du stellst die (Vario-)Tampen auf dieser Seite etwas kürzer ein als auf der anderen Seite?
    Würde auch hier ansetzen aber sogar vorschlagen, gerade beide Tampen etwas kürzer zu wählen (evtl. sind aber nicht mal kürzere Tampen notwendig, denn oft werden ja eh eher etwas zu kurze gefahren) und entweder angewöhnen, den stärkerern rechten Arm ein wenig angewinkelter zu haben oder über die Schultern zu korrigieren. Die "Schulterlinie" hat nämlich imho grösseren Einfluss auf die Segelstellung als die der Arme. Da du, sobald du im Trapez eingehängt bist, die Arme nur noch für die Kontrolle brauchst (einer meiner Surflehrer bringt immer das Bild von nur noch Daumen und Zeigefinger an der Gabel), würde ich die Tampen nicht asymmetrisch montieren, das bringt nur mehr Probleme. Im Idealfall sollte man ja sogar freihändig surfen können ;-)
    Evtl. könntest du auch den Segeltrimm unter die Lupe nehmen, falls du zuviel mit dem Segel arbeiten musst und es viel Kraft braucht.

    Auch möchte ich noch erwähnen, dass es wohl bei vielen Surfern (auf jeden Fall bei mir) beim Angleiten oder oder anderen Manövern eine mehr oder weniger ausgeprägte Schokoladeseite gibt, die - zumindest am Anfang - besser funktioniert. Ein Arm und Bein ist meistens stärker oder koordinierter. Manchmal hat auch noch das Revier mit seiner Strömung, Wellenrichtung und punktuellen Windverhältnissen Einfluss.

    Soweit meine Gedanken zum Thema, Gruss Phil

  5. #5
    Zitat Zitat von Spacecowboy Beitrag anzeigen
    Auch möchte ich noch erwähnen, dass es wohl bei vielen Surfern (auf jeden Fall bei mir) beim Angleiten oder oder anderen Manövern eine mehr oder weniger ausgeprägte Schokoladeseite gibt, die - zumindest am Anfang - besser funktioniert.
    Linkes Bein und linker Arm vorne: viel einfacher :-D deutlich mehr Kontrolle, viel leichteres Angleiten.

  6. #6
    Moinsen,

    ich glaube auch nicht, dass es an den 3cm Unterschied liegt, sondern eher an der oben genannten vorhandenen Schokoladenseite.
    Hat wirklich fast jeder.

    DonRon

  7. #7
    Interessant wäre, ob durch den Unfall evtl. Bewegungseinschränkungen an Hand-, Ellenbogen- oder Schultergelenk vorliegen, das würde dann ntürlich eine veränderte falsche(?) Körperhaltung mit sich bringen.
    Ansonsten Tampen kürzer scheint schlüssig, aber auch die Sache mit der Sonnenseite ist nicht zu unterschäzen.

  8. #8
    Danke erstmal! Freue mich über die ganzen Vorschläge und habe damit gar nicht gerechnet.

    Also es ist tatsächlich so, wie @Begleiter sagt, dass mein Arm nicht nur kürzer ist, sondern auch Bewegungseinschränkungen beim Greifen vorliegen, was ich z.B. nach Manövern merke, wenn ich die Gabel mit links nicht sofort zu fassen kriege. Und natürlich ist die gesunde Seite meine Schoki-Seite ;-)

    Ich habe mir mal den Tipp von @Spacecowboy zu Herzen genommen und mal bewusst nicht auf die Arme geachtet sondern auf Schultern, aber auch Beinstellung etc. Wahrscheinlich bin ich einfach immer sehr verbissen darauf, dass mit den Armen etwas nicht stimmt, dass ich (noch) nicht darauf geachtet habe, das alles mit anderen Körperpartien auszugleichen...… Ich glaube, das ist zumindest ein guter Weg, der jetzt noch viel Übung benötigt

    Ich fahre 22er Tampen. Bin halt auch ein kleinerer Mensch. Ich glaube, wenn ich die Sache fahrtechnisch nicht ausgleichen kann, würde ich mir mal Vario-Tampen holen und an der Schraube drehen. Aber mit dem Geldausgeben warte ich noch ein bisschen.

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