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  1. #1

    Auchtung bei Gunsails Gabelbäumen: Gewährleistung erlischt bei Sturz!

    Hallo zusammen,

    in diesem Frühjahr habe ich tief in mein Portemonnaie gegriffen und mir einen Carbon-Gabelbaum gekauft. Von Gunsails, fand ich teuer genug.

    Nach 4 Monaten ist mir dieser bei einem Sturz gebrochen.

    Gunsails hat abgehnt mir den Schaden zu ersetzen, mit der Begründung, dass ich "gestürzt" sei. Dass ich nicht hoch in der Luft war und den Sturz als nicht heftig empfunden hatte, spielte keine Rolle.

    Gunsails hat meinen Fall mit einem Autounfall verglichen. In dem Fall würde auch keine Gewährleistung greifen. Das ist bildlich sehr schön, ich halte den Vergleich aber für falsch.

    Anders als beim Autofahren der Unfall, ist das "Stürzen" beim surfen üblich. Ich gehe davon aus, dass jeder von Euch in jeder Session mehrfach stürzt. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sich Neoprenanzüge solcher Beliebtheit erfreuen. Die braucht man eigentlich nur beim Sturz. Ansonsten reichen Gummistiefel.

    Ich halte die Meinung von Gunsails für juristisch falsch.

    Die Gewährleistung soll greifen, wenn ein Gegenstand eine "übliche Beanspruchung" nicht aushält. Bei "nicht üblicher Beanspruchung" erlischt sie. (Beispiel Autounfall)
    In den ersten 6 Monaten muss der Hersteller nachweisen, dass die Belastung "nicht üblich" war. Danach muss der Kunde (bis 24 Monate) nachweisen, dass er immer nur "üblich" beansprucht hat.

    Beim windsurfen halte ich "Stürze" für "üblich". Gunsails sieht das anders.

    Leider habe ich keine Rechtsschutzversicherung. Bei diesem Streitwert habe ich aber keine Lust in Vorleistung zu treten und im Falle eines Vergleichs auf Anwaltskosten sitzen zu bleiben.

    Von daher kann ich nicht sagen, ob ein gericht sich meiner Meinung oder der von Gunsails anschließen würde.

    Bis dahin kann Euch alle nur warnen: Stürzt nicht mit einem Gabelbaum von Gunsails. Die Gewährleistung erlischt!

  2. #2
    Senior Member
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    Das ist bitter, zumal die Gabeln von Gun ja auch nicht für 100 Euro verkauft werden... Mir (knapp 70kg) ist, trotz des einen oder anderen, heftigen Sturzes, noch nie eine Carbongabel gebrochen, kann daher nicht sagen, wie sich die Hersteller meiner Gabeln verhalten würden. Völlig unzerstörbar ist aber gewiß keine Gabel, egal wie teuer. Aber mittlerweile bin ich allem, was in China aus Carbon gefertigt wird, sehr skeptisch gegenüber, und da die Gabeln von Gun meines Wissens dort gefertigt werden, würde ich mir auch keine kaufen.
    Aber etwas Entgegenkommen könnte Gun in Deinem Fall ja schon zeigen, und sei es ein Gutschein über die Hälfte des Kaufpreises. Bin neugierig: welche Größe hattest Du, und wo ist sie gebrochen?

    Gruß

    Ralph

  3. #3
    ist glaube ich schwer zu beantworten und kommt bestimmt auch auf die Art des crashes an. Ich finde deine Argumentation auch sinnig. Allerdings wie würdest du entscheiden wenns um das Board gehen würde?
    Also wenn du mit dem Mast die Nose gekillt hättest? Müsste der Boardhersteller dann auch dafür aufkommen? Die nummer kriegen manche leute schon bei 2-3Bft hin.. Müsste demnach ja auch eine normale Nutzung vorliegen...

    Wobei ich denke um eine Gabel klein zu kriegen muss man schon heftiger stürtzen oder aber es gab vorab schon einen Materialfehler (evtl. deutet ja irgendwas darauf hin)

  4. #4
    moin,

    erstmal klarstellung:
    ich habe nix mit gun sails zu tun, sondern tue hier lediglich meine private meinung kund.

    ich wäre mit solchen aufrufen wie "vorsicht bei xyz.." vorsichtig.
    je nachdem wie die firmen gelagert sind, hast du da schnell mal ne klage oder sonstigen quatsch am hals.



    zum eigentlich thema:
    wie die vorredner sagten: es kommt auf die art des sturzes an.
    es gibt ein paar klassiker, wo 99% aller surfmarken keinen ersatz liefern.
    beispielsweise:
    -mastbruch im gabelbereich.
    wenn hier ein mast wegknickt, werden dir 9 von 10 herstellern den schaden nicht ersetzen. schlicht und einfach, weil die wahrscheinlichkeit dass die gabel falsch (bei carbonmasten meist zu fest) montiert wurdee einfach sehr hoch ist
    -boards mit dickem sturzschaden an der nase.
    blöd gesagt, aber wahrscheinlich "falsch" gestürzt. d.h. die gabel beim schleudersturz nicht festgehalten.

    und bei der gabel ist der klassiker halt so ziemlich jeder schaden im trapeztampenbereich. wenn hier kein glatter bruch vorliegt, sondern irgendwas ausgefranstes, wirst du da kein geld sehen. mir ist das selber schon passiert. mir ist eine carbon wavegabel zwischen den trapeztampen beim rausfahren einfach gebrochen. habe dann auch fotos etc eingeschickt und habe sie ersetzt bekommen. der mitarbeiter der dort mit mir gesprochen hat, hat mir aber klipp und klar gesagt dass an der art des bruches zu erkennen ist dass es sich um einen fertigungsfehler gehandelt hat. der war nämlich so, als ob du mit ner säge grade durchgesägt hättest. er meinte dass bei allem, was irgendwie ausgefranst ist die garantie so gut wie nie greift.


    das hilft dir bei deinem problem vermutlich nicht wirklich weiter.
    ich benutze zwar keine produkte von gun, weiss aber dass die eigentlich einen sehr kundenfreundlichen ruf haben. vielleicht machen sie dir ja ein gutes kulanzangebot? ist zwar unbefriedigend aber vermutlich die einzige lösung...

    halte uns doch mal auf dem laufenden, würde mich interessieren wie die sache ausgeht

  5. #5
    Moin Christof,
    woher kommt die Aussage

    "In den ersten 6 Monaten muss der Hersteller nachweisen, dass die Belastung "nicht üblich" war. Danach muss der Kunde (bis 24 Monate) nachweisen, dass er immer nur "üblich" beansprucht hat."?

    Ist das die von Gun vertretene Auffassung? Das Gesetz besagt etwas anderes. In den ersten 6 Monaten wird vermutet, dass die die Sache (hier: der Gabelbaum) von Anfang an mangelhaft war. Es ist dann Sache des Herstellers nachzuweisen, dass die Sache bei Lieferung nicht mangelhaft war. In der Praxis kann das dazu führen, dass der Hersteller einen unsachgemäßen Gebrauch beweisen müsste. Oder aber es lässt sich, wie schon von anderen geschrieben, aus der Art des Bruches eine fehlerhafte Handhabung ableiten.

    Bilder von der Bruchstelle?

    Gruß
    Henning

  6. #6
    Hallo,
    ich habe gerade mit Gun in Sachen Gewährleistung / Garantie (keine Angst, ich kenne den Unterschied beruflich bedingt zu Genüge...) sehr gute Erfahrungen gemacht. Mir ist 9 Monate nach Kauf (also 3 Monate nach Ablauf der Frist für die Beweislastumkehr) ein Expert-Mast gebrochen. Dass es sich um einen Material- bzw. Verarbeitungsfehler handelte, war ziemlich klar ersichtlich. Gun hat mir ohne Probleme sehr zügig einen neuen Mast geschickt. Ich habe vorab einige detaillierte Digitalfotos von der Bruchstelle sowie von der Mastbase mit der Seriennr. gemailt. Ich brauchte den defekten Mast noch nicht mal zurückschicken.
    Also...versuch lieber mit den Leuten von Gun ein vernünftiges Gespräch in die Wege zu leiten als sie hier öffentlich anzuprangern. Dies dürfte deinen weiteren Bemühungen, noch Gewährleistungsansprüche durchzusetzen oder eine Kulanz zu erwirken nicht allzu förderlich sein.

    Viel Glück
    Bernd Kleist

  7. #7
    Moin,
    denke shotstart hat mit ...xyz recht und es ist etwas problematisch.
    Kann aber leider aus eigener Erfahrung sagen, dass ich bezügl. der Reklamationsabwicklung aus bekannten Versand-Direktunternehmen auch sehr schlechte Erfahrungen bei eindeutiger annerkannter Reklamation machen mußte und ich erst mit Androhung rechtlicher Schritte, Ersatzware, bzw. Rückabwicklung durchgesetzt hatte. Seither habe verständlicherweise dort auch nichts mehr bezogen.
    Die Versuchung "günstig" Material via Internet über ein anderes deutschlandweit bekanntes Unternehmen zu beziehen, wurde leider mit ähnlich schlechten Erfahrungen belohnt.
    Da ist ein Shop mit Beratung und direkter Besprechung vor Ort doch die bessere Wahl.
    Mal vielleicht etwas teurer, aber dafür kennt man sich und der Service sollte dann entsprechend auch gut sein.
    Die Bilder der Bruchstelle würden mich auch ein Mal interessieren.
    Bzgl. Carbon-Gabel habe ich mit Mauisails gute Erfahrungen gemacht und kann die bis jetzt echt empfehlen.
    Gruß und viel Erfolg

  8. #8
    da kann ich Vector8.0 nur zustimmen; habe mit der Reklamation bei Gun (in meinem Fall ein gebrochener Select Mast) beste Erfahrung gemacht.

  9. #9

    Kulanzangebot kam

    Hallo zusammen,

    vielen Dank HH1 für die rechtliche Klarstellung. Meine Formulierung ist einfach nur ungenau.

    Gunsails hat mir zwei Kulanzangebote gemacht, die ich abgelehnt habe. Ich empfand beide als Frechheit. Aber das ist rein subjektiv.

    mfG

    Christof

  10. #10

    Mein Rechtsverständnis

    Tigger1983 hat eine wichtige Frage gestellt: Wie würde ich damit umgehen, wenn es ein board gewesen wäre.

    Ich stelle mir eigentlich bei allen Produkten vor, dass ein Hersteller sagen kann: Unsere Produkte dürfen mit bis zu X Newton Zug und X Newton (z. B. punktuellem) Druck belastet werden. Dann gehen sie nicht kaputt.
    Wenn man sich dann vor Gericht streiten würde, müssten Gutachter einschätzen,
    1. ob der Schaden innerhalb der angegebene Kraft eingetreten sein kann und
    2. ob die Belastungsgrenzen ausreichend sind.

    Das Wort "Sturz" ist kein Gradmesser für Belastung. Beim Gabelbaum nicht und beim Brett auch nicht.

    mfG

    Christof

  11. #11
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    Das wäre zwar ein guter Ansatz, ist aber für eine derart "hemdsärmelige" Branche wie die Surfindustrie zu viel verlangt. Selbst dann aber wäre es kaum möglich nachzuvollziehen, welche Kräfte beim Sturz gewirkt haben. Die labortechnische Untersuchung wäre auch wesentlich teurer, als der Warenwert. Vielleicht warst Du auch ein wenig undiplomatisch... Aber grundsätzlich würde ich bei einem Teil, das einen derartigen "Himmelfahrts-Job" leistet, entweder zu relativ billigem Alu greifen, damit der Schaden im Falle eines Falles nicht zu groß ist, oder zur Carbongabel, Marke "Schweineteuer". Die halten schon was aus.

  12. #12
    Als ich bin da eher auf der Seite von GUN Sails, es liegt auf der Hand, das nicht jede Art eines Sturzes zu akzeptieren ist. Klar, das Du Deinen Sturz subjektiv als eher harmlos beurteilst, jedoch wenn du einen fetten Schleudersturz -eingehakt- fabriziert hast, wird Dir kein Hersteller eine neue Gabel auf Kulanz geben.

    Noch eine andere Sache: Ich kenne nur eine Firma, die in Europa Gabeln produziert: X-Booms. Alle anderen lassen in China herstellen, waehlen ihre Komponenten in einem Baukastensystem aus; bei GUN kostet die Gabel dann rund die Haelfte wir bei einer anderen Marke...

  13. #13
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    AL360 produziert in Italien. Selbstverständlich kann man auch in China Qualität erzielen, man muß die Prozesse dann aber scharf überwachen. Die Leute dort haben einfach nicht unser Qualitätsverständnis.

    Wäre aber interessant zu wissen, was Gun kulanzhalber angeboten hat!?

  14. #14
    Ich hatte bisher 2 Reklamationen bei Gun die immer zu meiner vollsten Zufriedenheit von Gun bearbeitet wurden. Wenn Du im Recht bist brauchst Du einen Rechtsstreit nicht zu scheuen, falls nicht ...

  15. #15
    Moin,
    ich hatte bisher zwei Reklas bei Gun.
    Einmal hab ich ein Cross Boom zerlegt und den auch anstandslos ersetzt bekommen.
    Bei meiner zweiten Rekla war es leider nicht ganz so einfach.
    Bei meinem TW Segel hatte sich die Naht an der Masttasche gelöst,das Segel wurde in M repariert und sah danach nicht gerade doll aus.Habe dieses so nicht akzeptiert und bin dabei aber sachlich und freundlich geblieben und habe dann ein 6,1 Testsegel bekommen.War zwar auch nicht das Gelbe vom Ei,aber besser als ein geflicktes Segel.
    Ich habe im Sommer auch ne durchgebrochene Gun Carbon Gabel in Pelze gesehen,war schon verwundert,
    dass die so durchbrechen.
    Also am Besten mit den Jungs von Gun nochmal nett reden,evtl direkt mit Jörg Müller.
    Aloha

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