Deutsche Meisterschaft im Windsurfen 2019 - Multivan Surf Cup Sylt

Deutsche Meisterschaft im Windsurfen 2019

Nico Prien, Gunnar Asmussen und Vincent Langer dominieren die Entscheidungen bei der DM auf Sylt

29.07.2019 - Vom 23. bis zum 28. Juli wurde die Deutsche Meisterschaft im Windsurfen im Rahmen des Multivan Windsurf Cup in Westerland auf Sylt ausgetragen. Bei bestem Sommerwetter konnten zwei der vier Disziplinen gestartet werden. 10 Foil-Races und 7 Slalomrennen lieferten die Basis für die DM-Titel, die pro Disziplin und als Overall-Titel vergeben werden.

Mit den letzten beiden Rennrunden im Slalom und einem Racing ging der Event am Sonntag zu Ende und spannender hätte die Entscheidung um die Meistertitel kaum ausfallen können.
Deutsche Meisterschaft im Windsurfen 2019 - Multivan Surf Cup Sylt
Im Slalom fokussierte sich alles auf den Zweikampf zwischen Gunnar Asmussen und dem Slalom-Europameister Vincent Langer. Beide lagen vor dem Finaltag punktgleich an der Spitze des Slalomklassements. In der ersten Elimination siegte Langer vor Asmussen und Prien. Damit setzte er sich an die Spitze der Slalom-Ergebnisliste.

Direkt im Anschluss wurde eine weitere Slalom-Serie gestartet. Asmussen nutzte die Chance. An der ersten Halsentonne konnte er Langer passieren und gab die Führung danach nicht mehr ab. Mit diesem Laufsieg eroberte der Flensburger den DM-Titel in der Disziplin Slalom. Vincent Langer kommt zwar auf dieselbe Punktzahl wie Asmussen, aber aufgrund des schlechteren Streichergebnisses muss der Kieler mit dem Vizemeistertitel in der Disziplin Slalom Vorlieb nehmen.
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Nico Prien folgte im Slalom auf Platz drei. Dafür dominierte der Schönberger Prien die Disziplin Racing. Er siegte in den ersten neun Wettfahrten und konnte sich so vorzeitig den DM-Titel in dieser Disziplin sichern.

Offen war hingegen der Kampf um den Vizemeister im Racing. Der Däne Christian Justesen (DEN-26) lieferte sich einen spannenden Dreikampf mit Gunnar Asmussen und Vincent Langer um die Plätze hinter Nice Prien. Am Ende konnte sich der Däne knapp gegen den Flensburger Asmussen und Vincent Langer durchsetzen.
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Die knappen Entscheidungen in den Einzeldisziplinen setzten sich auch in der Overall-Wertung fort. Auch hier drehte sich alles um den Dreikampf zwischen Nico Prien, Vincent Langer und Gunnar Asmussen. Durch die vorzeitige Sicherung des Racing-Titels konnte Prien mit Rückenwind in die Slalomwettbewerbe am Wochenende gehen.

Allerdings sah er sich hier eher in der Verfolgerrolle. Bis zum vorletzten Slalom war Prien auch in Schlagdistanz für den DM-Titel im Slalom. Dann war klar, dass er mit Platz drei in dieser Disziplin vorlieb nehmen müsste. Sowohl Langer als auch Asmussen hatten vor dem letzten Slalom noch eine Chance, Prien im Overall-Titelkampf von der Spitze zu verdrängen. Mit dem letzten Slalom konnte Asmussen Langer aus dem Titelkampf werfen.
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Dieser verlagerte sich nun auf die Disziplin Racing. Asmussen und Prien lagen in der Overallwertung punktgleich an der Spitze. Bei Wind am oberen Limit konnte eine abschließende Wettfahrt durchgeführt werden. Dieses mal triumphierte Gunnar Asmussen vor Vincent Langer und dem Dänen Justesen.

Der Flensburger Asmussen war damit der einzige, der neben Prien eine Wettfahrt im Racing gewinnen konnte. „Ich bin im letzten Racing volles Risiko gegangen. Lieber hätte ich einen Schleudersturz gemacht, als nicht alles und hundert Prozent gegeben zu haben. Dann bin ich lieber Vierter im Foilen. Für mich lief es wirklich mega gut und ich bin mega glücklich. Es war eine extreme Veranstaltung, von der wir uns alle erstmal wieder erholen müssen. Trotzdem bin ich sehr happy!“ sagte Asmussen.

Der Sieg reichte allerdings nicht, um den Dänen Justesen von Platz zwei im Racing zu verdrängen. Damit hätte Asmussen sich den alleinigen Overall-DM-Titel sichern können.
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So aber kommt es zu einem Patt im DM-Kampf. Prien ist Deutscher Meister im Racing und kommt im Slalom auf Platz drei. Bei Asmussen ist es gerade umgekehrt. Er ist Deutscher Meister im Slalom und dritter im Racing. Dieser Gleichstand ist nicht aufzulösen. So kommt es zur einmaligen Situation, dass es 2019 zwei Deutsche Overall-Meister im Windsurfen gibt. Auf dem dritten Platz folgt Vincent Langer, der im Slalom denkbar knapp Vizemeister wird und im Racing Platz vier belegt.

"Für mich war das die beste Deutsche Meisterschaft aller Zeiten. So viele Rennen sind wir selten gefahren und es ist toll, vor so einem gigantischen Publikum um den Titel zu kämpfen. Glückwunsch an Nico und Vincent", sagt Asmussen.
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"Wir sind alle richtig kaputt! Nicht nur ein bisschen, sondern richtig, richtig kaputt. Wir sind zehn Kursrennen gefahren und waren abgesehen vom ersten Tag immer von morgens bis abends auf dem Wasser. Dazu kommen noch die sieben Slalomeliminationen, die wir absolviert haben. Ich möchte vor allem der Regattaleitung ein großes Lob aussprechen! Sie haben ein gutes Maß gefunden und einen super Job gemacht! Jetzt brauchen wir allerdings auch alle erstmal ein paar Tage Pause. Mein zweites Lob geht an Gunnar und Nico, die beide eine unglaublich gute Leistung, sowohl im Slalom als auch im Foil auf dem Wasser gezeigt haben. Ich hoffe nächstes Jahr endet der Event wieder zu meinen Gunsten. Im Moment freue ich mich aber auch für Gunnar, da er seinen Titel wirklich verdient hat“, summiert Langer im Anschluss an die Titelkämpfe.
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Im Schatten des spektakulären Dreikampfes um den DM-Titel, gab es ein kaum weniger brisantes Verfolgerfeld. Julien Pockrandt (GER-18) aus Kiel sicherte sich hier knapp Platz vier vor Leon Delle (GER-6) und Lars Paustian (GER-1999), beide ebenfalls aus Kiel. Letzterer wird ebenfalls bester Youth und auch sein jüngerer Bruder Kai Paustian (GER-707) schafft den Sprung in die Top-10. Miro Tykal (GER-30, Platz 17) aus Rettenberg vervollständigt den starken Auftritt der deutschen Youngster bei der DM.

Mit Leo Richter (GER-442, Platz 20) aus Kiel, Mats von Holten (GER-2019, Platz 21) aus Reinbek und Maximilian Räuchle (GER-200, Platz 22) aus Altheim klopft ein Trio von deutschen Junioren (U17) an der Spitze zu den Top-20 an. Dabei kann sich Richter noch als bester Einsteiger (Rookie) feiern lassen. Der Nachwuchs jagt beim Multivan Surf Cup die etablierten Stars vor sich her. Bester Grandmaster wurde Uwe Sülter (GER-633) aus Adendorf auf Platz 30.
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