Swiss Cup 2018
Traditionell ist der Swiss Cup in Hyères eines der ersten Rennen der Saison. Dies wird von DWC und PWA Fahrern gerne als Test für das Einordnen der eigenen Leistung gewählt. Philipp Kümpel war dabei.

Eine Schweizer Windsurfmeisterschaft in Frankreich mit internationaler Beteiligung? Der Swiss Cup ist ein Kuriosum. In den letzten Jahren lockte diese Regatta viele internationale Fahrer nach Südfrankreich. In diesem Jahr gab es 80 Teilnehmer aus einer Vielzahl von Ländern.

Trotz minimalem Budget gibt es maximale Rennen und eine Freundlichkeit die ihresgleichen sucht. Und anscheinend lässt der Wind Hyères an den Regattatagen nie im Stich, Nie!
Swiss Cup 2018
Mit Jordy Vonk und Marco Lang gab es zwei Top PWA Piloten und Patrik Diethelm und seine Frau Karin Jaggi komplettierten die angetretene Top-Fahrer. Am Ende waren es auch diese vier Fahrer, die auf dem Podium standen.

Auch einige deutsche DWC-ler hatten die Alpen überquert um ihre Saisonform zu testen. Ich war dieses Jahr mit meinen beiden Söhnen angereist. Wir teilten uns dabei das Material. Zum einem passt nicht mehr Material in den Bus, zum anderen haben wir nicht im Lotto gewonnen und können nicht drei Vollausstattungen an den Start bringen. So heißt es kreativ sein und auf passende Bedingungen hoffen.
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Swiss Cup 2018
Unser Konzept ging zunächst wunderbar auf. Am ersten Tag wurde ob des eher leichten Windes ein Foil-Testrennen veranstaltet. Das ist genau mein Ding, hatte ich doch schon bei der DM auf Sylt mein Glück mit dem Foil auf der Regattabahn versucht. Hier in Hyères gab es über 20 Teilnehmer und keiner wusste, ob es mit diesem neuen Format klappen würde. Es wurde ein klassischer Racingkurs gesetzt. Also hieß es hochkreuzen zur Tonne, dann Downwind wieder runter, solange man den nötigen Mut in der Hose hatte...

Fast alle starteten auf Formula Windsurfboards, die mit Foils bestückt waren. Zu meiner Überraschung startete auch Patrik Diethelm im Foiling und testete dabei einen Prototypen.
Swiss Cup 2018
Segel von 7 bis 9qm wurden gewählt. Die Fahrer waren sehr umsichtig am Start und jeder hielt etwas Sicherheitsabstand. Das ganze Rennen war seltsam lautlos und sehr konzentriert. Top-Foiler war Jordy Vonk, der offenbar auf Teneriffa viel geübt hatte. Ein Dreierteam setzte sich schnell ab und die anderen Fahrer machten ihr Rennen unter sich aus. Am Ende gab es zwei Durchläufe, ich war am Ende im hinteren Drittel zweitbester Deutscher. Dabei habe ich viel gelernt. Prallschutz und Helm sind Pflicht für mich...

Der nächste Tag fing ohne Wind an. Es wurden auf der kleinen Wiese Berge von Segeln aufgebaut. Nur einer roch den Braten und baute nur kleinere Tücher auf: Marco Lang. Er lag komplett richtig. Der Wind drehte und wehte bald darauf in Sturmstärke in die Bucht und zerstörte viele schöne Regattaträume. Es wurde heftig.

Fast die Hälfte der Fahrer, inklusive mir, kamen nicht in die Wertung. Ein durchfahrener Heat genügte bei der Berechnung diesmal nicht, es mussten zwei sein und so kämpfte ich mich vergebens durch den extrem langen und sehr welligen Slalomkurs bei 35-45 Knoten Wind... Tagessieger war der Mann mit dem goldenen Riecher, Marco Lang.
Swiss Cup 2018
Doch es sollte noch heftiger werden. In der Nacht wackelte das Mobilehome verdächtig, Schlaf war kaum zu finden, ein Gefühl wie beim Défi Wind. Am letzten Regattatag waren einige Teilnehmer schon abgereist. Darmvirus plus Sturm...

Gischt flog, Millionen Seetangschnipsel setzten sich in jeden Winkel der Wiese und der Busse.

Jordy Vonk machte einen kurzen Testrun und die Regattaleitung gab darauf eine Startverschiebung bekannt. Zu gefährlich, befanden die Verantwortlichen.
Swiss Cup 2018
Das Warten wurde belohnt. Der Wind wurde etwas gnädiger, aber nur etwas. Ich machte einen privaten Testrun, halten konnte man das 5.0er Segel, nur Downwind wollte das Board partout nicht, so konnte es nicht klappen. Andere Amateure waren weiser und starteten mit Wavesegeln von 4 bis 4.7qm!

Drei komplette Rennen wurden durchgezogen und alle gewann Jordy Vonk vor Marco Lang und Patrik Diethelm. Karin wann überragend bei den Damen. So war auch das Podium am Ende besetzt.

Für das nächste Jahr werde ich in ein paar Wavesegel investieren, die sollten noch im Bus Platz haben und Seetang finde ich immer noch in den dunkelsten Ecken meines Fahrzeuges. Sie bringen mir Hyères nach Deutschland...

Ein Video zum Foil Wettbewerb gibt es hier zu sehen: youtu.be/0pmTlIigcXU