Schweiz: Foils im Einsatz
Heidi Ulrich berichtet für die Swiss Windsurfing-Tour über die erfolgreiche Einführung von Foils in der Schweizer Rennszene.

Wie verhalten sich Foils im Rennen?
Auf Antrag der Schweizer Regateure wurde in der Swiss Windsurfing-Tour auf die aktuelle Saison hin die Disziplin Kursrennen erweitert: Neben dem Formula-Material kann seit dieser Saison auch mit Windsurf-Foils gefahren werden. Als Fazit nach den ersten drei Events mit Foilrennen kann festgehalten werden, dass der Entscheid absolut korrekt war, denn es nehmen so viele Regateure an Kursrennen teil wie schon lange nicht mehr. Auch der Beschluss, auf Materialvorschriften zu verzichten, war richtig und führt zu keinerlei Bevorteilung.

Sterben Kursrennen aus?
In den vergangenen Jahren gingen auch im Binnensee-Land Schweiz die Teilnehmerzahlen in der Disziplin Formula-Kursrennen stets zurück, das große Material war auch hierzulande nicht mehr so attraktiv wie die dynamischen Slalomrennen. Viele Fahrer wollten auch nicht noch ein Segel, Brett, Mast, Gabel und Finne zusätzlich im Auto haben, geschweige denn Segel von mehr als 10m² auf dem Wasser anpumpen. So waren zum Teil nur noch knapp zehn Fahrer am Start der Formula-Kursrennen.
Schweiz: Foils im Einsatz
Ist Foil die Lösung?
Foil, dieses Wort hat sowohl den Fahrern wie auch dem Swiss Windsurfing-Vorstand und der Rennleitung schon einige schlaflose Nächte und rauchende Köpfe bereitet. Nichts desto trotz wurde an der letzten Generalversammlung von Swiss Windsurfing entschieden, dass Foil-Racer künftig zusammen mit den Formular-Fahrern die Kursrennen absolvieren dürfen sollen.

Regeln und Materialvorschriften - ja oder nein?
Nach diesem Grundsatzentscheid stellte sich aber umgehend die Frage, welche Vorgaben, sprich Reglementarien und Materialvorschriften, fürs Foil-Windsurfen gelten sollen.

Der Konsens war dahingehend, dass möglichst wenige Vorschriften gelten sollen um so flexibel gegenüber Entwicklungen im Foil-Bereich zu bleiben. So muss das Foil zwar ständiger Teil der Ausrüstung sein, es werden aber keine eigentlichen Materialvorschriften gemacht. Die Regateure können Segel und Bretter in allen beliebigen Grössen fahren und auch Eigenkonstruktionen oder Prototypen, also Custom-Boards oder Segel, einsetzen.

Auch Sicherheitsaspekte wurden intensiv beleuchtet. So wird allen Teilnehmern das Tragen von Helm und Prallschutzweste empfohlen, auf eine bindende Pflicht wurde aber verzichtet. Somit wird an die Eigenverantwortung der Teilnehmer appelliert und bisher folgen praktisch alle der Empfehlung. Die getroffenen Beschlüsse haben sich bisher also bestens bewährt.
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Schweiz: Foils im Einsatz
Formula oder Foil? Oder beides?
Nachdem zu Saisonbeginn in Cremia noch einige Teilnehmer mit Formula-Material zum Kursrennen starteten, gab es dies beim letzten Wettkampf am Urnersee bereits nicht mehr. Es wurde umgehend und schonungslos klar, dass die Foil-racer sowohl Up- wie auch Downwind die Nase klar vorne haben, da sie einen deutlich besseren Winkel fahren können und dabei auch vom Speed her schneller sind.

Ganz auszusterben scheint das Formula-Material aber dennoch nicht. Fragt man die Fahrer, fallen die Feedbacks klar aus: Ein Formula-Brett und ein Race-Segel sind am besten geeignet zum Foilen. Die Kontrolle und die Stabilität seien um Welten besser als auf einem nur wenig schmaleren Slalom-Brett von bis 91cm. Genau darum auch ein Racesegel.

Die Zeit wird zeigen, wohin die Entwicklung im Foilen geht. Fast täglich tauchen Bilder von neuen Foils, speziellen Brettern oder auch Segeln auf. Vielleicht wird es künftig eine Einschränkung brauchen. Im Moment scheint der Entscheid richtig, die Klasse ohne Reglementierung offen zu lassen und abzuwarten wohin sich der Foilmarkt entwickelt.
Schweiz: Foils im Einsatz
Zu gefährlich?
Im Vorfeld gab es auch viele negative Stimmen in Bezug auf Foilrennen. Viele glaubten, es sei zu gefährlich, wenn so viele Regateure auf einmal an der Startlinie sind und sich mit ihren Foils «bewaffnet» gegenseitig bedrängen. Stimmt nicht per se, war die Regattaleitung von Swiss Windsurfing überzeugt. Die simple Regelung, dass alle Regateure von der gleichen Seite zu Starten haben, und eine Starttonne leicht im Luv vom Startboot, sodass die ganze Startlinie von den Teilnehmern genutzt wird, haben sich bewährt.

Fazit?
Nach drei Events, an welchen Foilrennen durchgeführt wurden sind alle sehr zufrieden, sowohl die Fahrer wie auch die Rennleitung. Auch mit bis zu knapp 40 Teilnehmern an der Startlinie und gab bisher nur einen kleinen Crash, welcher aber absolut harmlos ausgegangen ist. Die Fahrer sind voll motiviert, Neues zu lernen und das Taktieren an den Kursrennen nimmt definitiv wieder an Bedeutung zu. Foil belebt also die Regattaszene bei leichten Winden - ideal für das Binnenseeland Schweiz.