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Guincho
Sommerurlaub...
Ein Reisebericht
von Tim Kallas

Auf dem Weg zum Spot... Ein Meilenstein Wo werden wir diesen Sommer verbringen? Wo gibt es jeden Tag Wind und gute Wellen? Genau diese Fragen haben wir uns auch gestellt. Klitmøller war uns zu kalt, die Kanaren zu überlaufen, da blieb eigentlich nur noch Guincho als Spot mit gutem Ruf! Direkt zu Beginn der Sommerferien machte ich mich zusammen mit meinem Kumpel Maxi auf in Richtung Portugal, mit der Hoffnung auf gute Tage mit endlosen Wellenritten und hohen Sprüngen.
Transport vom Airport zum Spot Material ins Taxi und los...  
Nette Landschaft Portugals Steilküste


Unser Flug ging von Düsseldorf nach Lissabon. Wir wußten nicht, was uns ab dort erwarten würde. Angekommen riefen wir sofort eine Telefonnummer an, die eine große deutsche Surfzeitschrift empfohlen hatte: 20,- EUR zur Untermiete hieß es! Wir riefen diese Nummer an, doch die etwas ältere Stimme am anderen Ende sprach leider keine der uns bekannten Sprachen! Eine nette, deutsch sprechende Portugiesin half uns aus der Patsche. Außerhalb des Flughafengebäudes erblickten wir endlich den sonnigen Himmel Portugals und wir machten uns mit zwei Taxis auf den Weg zu unserem Ziel.



Die ältere Stimme am anderen Ende der Leitung stellte sich als eine sehr nette alte Frau heraus. Leider waren wir nicht direkt in Guincho, sondern in dem davor liegenden Dorf Areia und unser Zimmer war so groß, daß gerade mal ein Doppelbett hinein paßte. Für Bad und Küche sollten wir 7,50 EUR mehr bezahlen und hätten diese Räume zudem noch mit der älteren Frau teilen müssen! Uns war sofort klar: Hier halten wir es keine fünf Wochen aus!

Wir machten wir uns erstmal auf den Weg zum Strand, der nur 5 bis höchstens 10 Minuten dauern sollte. Nach 20 minütigem zügigen gehen kamen wir am Praia do Guincho an. Jedoch war erstmal nichts mit endlosen Wellenritten und hohen Sprüngen - absolute Windstille. Also machten wir uns auf die Suche nach einer neuen Unterkunft und wurden im Hotel Muchaxo fündig. Nach einem kurzen Flirt mit den Damen der Hotelrezeption gab man uns einen sehr guten Preis, so daß wir am nächsten Tag in ein Zimmer mit Fernseher einzogen.
Cabo da Roca Der westlichste Punkt Die ersten Tage im neuen Heim brachten uns keinen Wind und nur sehr kleine Wellen, deshalb machten wir uns mit einem gemieteten Roller auf den Weg, um die Gegend zu erforschen. Als erstes machten wir uns auf zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt Europas (echt ziemlich westlich dort).
Weiter ging es nach Sintra, wo es viele alte Burgen zu besichtigen gab. Das fanden wir aber nicht so spannend und fuhren von Cascais aus mit dem Zug nach Lissabon. Dort besichtigten wir die größte Mall Europas, das Centro Columbo. Dieses besitzt sogar einen eigenen Freizeitpark mit Achterbahn.
Die größte Mall Europas Shopping Mall
Ponte Salazar Golden Gate? Auf dem Rückweg von Lissabon fuhren wir an der Ponte 25. de Abril, einer Brücke, vorbei die ein bißchen an die Golden Gate Bridge in San Francisco erinnert. Hier in der Nähe sollen auch abends große Parties in leerstehenden Lagerhallen stattfinden.


Table Top ...click für eine Großansicht In den folgenden fünf Wochen hatten wir dann eine gute Windausbeute. In Guincho gibt es zwei Möglichkeiten, um aufs Wasser zu gehen. Entweder oberhalb oder unterhalb der Felsen, die mitten in der Bucht im Wasser liegen. Die meisten Surfer steigen am nördlichen Punkt ein, weil hier der Wind anfangs noch etwas konstanter und stärker ist. Außerdem sind an hohen Tagen die Wellen manchmal etwas gediegener. Wenn man im nördlichen Teil der Bucht einsteigen möchte, kann man an der Bar do Guincho parken (für 4,- EUR).
Man kann sich das Geld auch sparen und weiter südlich am Strand beim Hotel Muchaxo umsonst parken. Beim Einstieg sollte man auf die Strömungen achten - sie ziehen immer in Richtung der Felsen. An Tagen mit niedrigen Wellengang ist das kein Problem, jedoch an großen Tagen kann das schon gefährlich werden. Besonders unmittelbar vor dem Hotel Muchaxo ist bei Sideshore ein kleines Windloch und wenn man da einmal drin steckt, kann man auch nicht mehr gegen die Strömung anschwimmen - man endet mit Materialbruch auf einem der Felsen.

Tim Kallas... Air Jibe Air Jibe im Gegenlicht


Bottom Turn ...click für eine Großansicht Der Wind kommt von Rechts und bläst meist sideshore, ab und zu auch side-onshore oder manchmal sogar ganz onshore. Mittags setzt er ein und nimmt zum Abend hin immer mehr zu. Mit meinen 65 Kilogramm bin ich meist ein 4.0er Segel gefahren. Aber es gibt auch Tage mit 4.6er oder 5.4er, also nicht immer Starkwind. Anfangs muß man sich an den böigen Wind gewöhnen, nach einer Zeit sollte man aber keine Probleme mehr damit haben. Ganz wichtig ist, daß man seinen Wellenreiter nicht vergißt, denn in der Gegend gibt es sehr viele gute Wellenreitspots, wie zum Beispiel in Ericeira. Doch Guincho selbst kann auch gute Wellenreittage bieten. Wenn ein Tiefdruckgebiet vor der Küste liegt und nur ein laues Lüftchen vom Landesinneren weht, dann brechen die Wellen sowohl als Left- und Righthander. An normalen Tagen mit Wind brechen die Wellen meist Close-Out, deswegen ist meist nicht mehr als ein oder zwei Turns drin.


Die Wellen sind generell sehr kraftvoll und fressen auch gerne die Masten der Windsurfer. Wenn man für eine längere Zeit dort ist, sollte man auf alle Fälle genügend Masten mitnehmen. Ganz besonders muß man auf seinen Anzug und sein Wetshirt aufpassen - das sind nämlich sehr heiß begehrte Objekte, die gerne einfach mal eingesteckt werden. Apropos Anzug: Es sollte schon mehr als ein Shorty sein, denn das Wasser ist wesentlich kälter als die Nordsee im Sommer. Trotz des kalten Wassers war es für uns alles in einem ein gelungener Trip, den wir sicher nochmal wiederholen werden. Hier noch ein paar Tips:

Restaurants
In Areia: O Correio, Biscoito für 5,- EUR gutes Essen, auch der Campingplatz hat für gleiches Geld gutes Essen, allerdings kleinere Portionen.
Restaurants Restaurants
Guincho: Bar do Guincho am nördlichen Ende der Bucht, ganz besonders zu empfehlen Buritos für ca. 8,- EUR, ansonsten gibt es in Guincho nur noch die Restaurants an der Küstenstraße, die aber eher für den großen Geldbeutel sind. Cascais: Hier gibt es fast überall Restaurants, zum Beispiel auf dem Plaza, besonders zu empfehlen ist der Italiener um die Ecke. (Preise für ein Gericht ca. 8,- EUR). Ansonsten gibt es auch noch Mc Donalds.
Unterkunft
In Guincho direkt ist es sehr schwer, eine Unterkunft zu bekommen. Es gibt eigentlich nur das Hotel Muchaxo direkt am Strand. Hier sind die Preise im Sommer für eine Übernachtung mit Frühstück, Doppelzimmer, Pool und Fernseher bei 60,- EUR ohne Meeresblick. Bleibt man jedoch für eine längere Zeit, dann kann man sicherlich etwas an der Rezeption aushandeln. So kann man vielleicht im Sommer die Winterpreise (ca. 40,- EUR) bekommen.
Unterkunft Unterkunft
Wenn man im Hotel Muchaxo wohnt hat man den Vorteil, daß man keinen extra Boardstorage braucht. Man kann Surfequipment umsonst in der Garage deponieren. Wem das Hotel zu teuer ist, der kann auch auf den Campingplatz in Areia gehen, der zu Fuß ca. 15-20 Minuten vom Strand entfernt ist, mit dem Auto 5 Minuten. Camping Orbitur nennt sich diese Institution und ist weitaus günstiger als das Hotel. Mit Auto, Zelt und einer Person zahlt man ca. 7,- bis 10,- EUR. Wer jedoch keine Lust auf Campnig hat, kann sich auch in dem anliegenden Dorf Areia ein Zimmer oder ein Haus mieten. Man kann zum Beispiel bei "der Oma" zur Untermiete für 15,- EUR die Nacht wohnen. Ansonsten hilft auch gerne Sebastian Wenzel weiter, der auch in Areia wohnt.

Mietwagen
Um in Portugal einen Mietwagen zu erhalten, muß man mindestens 23 Jahre alt sein und einen gültigen Führerschein besitzen. Dann steht dem Glück nichts mehr im Wege. Bei Transrent in Cascais kostet zum Beispiel ein Fiat Punto, wenn man ihn 4 Tage lang mietet, ca. 27,- EUR pro Tag. Für alle unter 23 bleibt nur die Möglichkeit einen Roller zu mieten. Der einfachste, auf dem man aber auch zu zweit fahren kann, kostet 15,- EUR pro Tag, wenn man ihn für 4 Tage mietet.

Verpflegung
Um günstig einkaufen zu können, lohnt sich die Fahrt in den Jumbo nach Cascais,
Verpflegung Verpflegung
ansonsten kann man natürlich auch im Shopping Center in der Nähe des Autodroms einkaufen. Wenn man jedoch nicht mobil ist, muß man wohl im teuren Supermarkt am Campingplatz einkaufen.
Nightlife
In Guincho kann man am Wochenende in die Bar do Guincho gehen. Einmal im Monat ist dort Samstags Reggae Night, ab und zu treten hier auch Rockbands auf. So richtig Party ist aber eher in Cascais. Zu empfehlen ist dort die Bar 24 in der Nähe des Plaza. Das ist eine Bar, in der eigentlich nur Englisch gesprochen wird und es günstige Drinks gibt. Nicht zu vergessen ist natürlich der Coconuts Beach Club, der auf der Straße von Cascais nach Guincho liegt. Jeden Dienstag ist dort für 10,- EUR Schaumparty (inkl. 2 Getränke). Das ist ein muß für jeden - man sollte aber ein Handtuch oder ähnliches mitnehmen. Zum Coconuts sollte man nie vor 2 Uhr gehen, denn erst dann geht es richtig los.

Anreise
Entweder mit dem Flugzeug oder mit dem Auto. Der Flug dauert ca. 3 Stunden. Die Autofahrt lohnt sich erst, wenn man mindestens zu zweit unterwegs ist oder einen langen Auffenthalt plant (und dauert je nach Tempo ewig).
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  photos: Buda | text: Tim Kallas | © 1999 DAILY DOSE