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Andy Wirtz ...Jesus Christ vor Llico zurück [travel-menu]
Chile
Auf Honeckers Spuren...
eine Windsurf Safari entlang
der Westküste Südamerikas

Uncrowded Spots... Llico Alle haben von diesem Land gehört und doch weiß keiner Bescheid. Das ist alles, was man über Chile in der Gerüchteküche der Secret Spot Experten erfahren kann. Auch uns ging es nicht anders. Die längsten Lefts der Welt, Wind und keine erwähnenswerten Gefahren sollten in diesem geheimnisvollen Land auf uns warten. Zusammen mit den Kumpels Bevis und Philip hieß es Koffer packen und los, denn der Winter stand in Deutschland schon wieder vor der Tür. Übers Internet lernten wir einen Windsurfer namens Juan Pablo kennen, der in Santiago lebt und uns schon am Flughafen erwartete.


Gleich zu Anfang bescherte er uns ein unglaubliches Wochende in Llico, seinem Lieblingsspot. 1 1/2 Stunden Schotterpiste brachten uns an den Strand, der nur der Anfang von einer paradiesischen Windsurf Safari war.

Ein geländetaugliches Fahrzeug ist in Chile Pflicht; es muß aber nicht unbedingt Allradantrieb haben. Man sollte allerdings nicht jeden Strand befahren, wenn man nicht über 4-Wheel-Drive verfügt.
 
4-Wheel-Drive PicUp

Aerial ...click für eine Gro▀ansicht Sechs Stunden von Llico entfernt gelangten wir an einen Spot namens Playa La Serena, was soviel heißt wie "Der Strand der Meerjungfrau". Die Königin des Meeres meinte es an diesem Tag besonders gut und bescherte uns Bedingungen, die wir nie erwartet hätten. Eine kraftvolle Welle, die Hawaiistandard erreicht - mit dem Unterschied, das sie hier deutlich länger läuft.

Honeckers Spuren ...eine Mauer aus Wasser
Kraftvolle Wellen

Playa La Serena Pointbreak Der Ort vor Playa La Serena heißt Couranipe und ist einer der bekanntesten Surf Spots Chiles. In Chile brechen auf 5.000 km Küste ausschließlich Lefthander. Vielleicht sollte man auch sagen "einsame" Lefthander, denn an den meisten Spots waren wir alleine auf dem Wasser. Die Wellen brechen an Points in den weichen Sand und schicken einen auf eine lange Reise - so lang, daß man den Weg zurück nicht paddelt, sondern zu Fuß zurück geht.

Ein Highlight in Chiles Kultur Programm sind die Rodeos - hier werden die Tiere mit möglichst viel Style durch die Arena getrieben und eine Jury kührt den besten Cowboy. Kein Blutvergießen!
 
Rodeo Cowboys in Action

Philip Horn ...Air Jibe auf dem Flu▀ Seltenheit ...vier Surfer an einem Spot
Chile hat mit seinen 5.000 km Küste wohl das größte Spot-Angebot der Welt. Dem entsprechend einsam ist es auch an manchen Tagen. Es gibt circa 800 Windsurfer in Chile, von denen sich nur 300 an der Küste tummeln. Dies auf die Anzahl der Spots verteilt würde etwa einen Windsurfer pro Spot ergeben. Wir freuten uns über jeden Windsurfer den wir kennenlernten und besonders auf die Wochenenden, wo auch unsere Kollege Juan Pablo mal wieder vorbei schaute.

Nach etwa einer Tagesreise von Couranipe Richtung Norden gelangten wir an einen Fluß, der zu den konstantesten Windsurfspot in der Gegend gehört. Die Locals sagten uns, es würde etwa 4 Stunden dauern bis hierher, doch die Erfahrung zeigte uns, daß es die Chilenen mit Entfernungen und Zeitangaben nicht so genau nehmen - deshalb sollten man immer etwas mehr Zeit einplanen.

Fährt man diesen Fluß circa 500 m abwärts, so mündet dieser mitten ins Meer und man kann aus dem Flachwasser mit Full Speed auf die Rampen zusteuern. Die Bucht von La Boca ist nicht der beste Spot zum Abreiten, aber zusammen mit Llico der wohl beste Spot zum Springen, den wir auf unserer Reise entdeckten.

La Boca ...click für eine Gro▀ansicht

Matanza ...click für eine Gro▀ansicht Matanza, ganz in der Nähe von La Boca, ist ebenfalls ein exzellenter Spot zum Springen. Bei genügend Swell kann man hier aber auch hervorragend Wellen schlitzen.

"Kanabis 15" war kein Koffeeshop, wie wir zuerst erhofft hatten, sondern nur einer von vielen kleinen Tante Emma Läden entlang der Küste. Deren Angebot ist meist sehr klein. Wir ernährten uns hauptsächlich von Fisch, Avocados und Mayonaise - mehr gab es oftmals auch nicht, aber das dafür an wirklich jeder Ecke für ganz kleines Geld.
 
Nix mit Kanabis... Tante Emma Laden?!

Punta Los Lobos Nur kleine Wellen... Es gab in 5 Wochen keinen Tag, an dem wir nicht auf dem Wasser waren. Die Wellen waren nie kleiner als kopfhoch - im Gegendteil, wir freuten uns über jeden Tag, an dem es nur kopfhoch war. Hier sieht man Punta Los Lobos am kleinsten Tag des Jahres, doch auch bei dieser Größe hatten wir aufregende Momente über und unter Wasser.

Obwohl Dirtroads in Chile an der Tagesordnung waren, fuhren wir auch einige asphaltierte Straßen durch die malerische Berglandschaft, was uns dazu einlud, unsere Skate-Longboards vom Truck zu zerren und einige Kilometer der Strecke an der frischen Luft zurückzulegen.

Das Leben an der Küste ist sehr ländlich und wird von Touristen nur während der Hauptferienzeit von Weihnachten bis mitte Februar besucht. Man hat das Gefühl, das die Zeit hier stehengeblieben ist - Ochsenkarren sind ein ganz normales Fortbewegungsmittel. Wir kamen nach Chile und entdeckten einen Spot nach dem anderen, lernten Menschen kennen, die sich wirklich freuten unsere Bekanntschaft zu machen. Wir waren nie wirklich in Gefahr und hatten dennoch das Gefühl mitten in der Wildniss zu sein. Wir surften wahrscheinlich die bislang höchsten Wellen unseres Lebens und kamen trotzdem nach jedem Waschgang unversehrt an die Wasseroberfläche zurück.
 
Skate-Longboards... Downhill

Ochsenkarren Ein normales Fortbewegungsmittel Chile ist ein Abenteuerland in dem Gefahr nicht unbedingt groß geschrieben wird, wenn man seinen Erlebnissen mit etwas Respekt gegenüber steht. Darum möchte ich auf die genaue Wegbeschreibung verzichten, denn jeder von euch sollte sein eigens Abenteuer finden.

Anreise: Flüge mit British Airways oder Lufthansa für circa 650,- bis 850,- EUR. Von Europa über Argentinien nach Santiago de Chile.
Reisezeit: Von September bis März, Oktober und November sind die windigsten Monate.
Spots: Die meisten Spots befinden sich in Zentral Chile, 200 km nördlich bis circa 1.000 km südlich von Santiago. Bester Ausgangspunkt für den Trip ist Pichilemu, das Surf Mekka von Chile. Hier trifft man auch die Leute, die einem weiterhelfen können.
Equipment: Kleines Waveboard und Segel von 4,0 bis 5,0 qm, Wellenreitboards nicht vergessen. Warmen Anzug einpacken, denn das Wasser ist kalt.
Land und Leute: Die Menschen in Chile sind sehr freundlich, hilfsbereit und vor allem kommunikativ. Aus diesem Grund ist es sehr hilfreich, wenn man über Spanischkenntnisse verfügt.

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  photos: Bevis | text: A. Wirtz | © 1999 DAILY DOSE