Teneriffa Report
Die Kanaren boten im Januar grandios viel Wind und Wellen. André Ludewig berichtet, wie es auf Teneriffa gelaufen ist…

Was für ein Jahresauftakt! Mit nur drei windfreien Tagen hat dieser Januar alle Rekorde gebrochen. 90% Windausbeute ist schon eine Hausnummer, wenn man in den kanarischen Wintern normalerweise maximal 50% erwartet. Es ballerte oft auch die ganze Nacht hindurch, was für den Nordostpassat sehr untypisch ist.
So wache ich auch auf an einem dieser Tage, vom Klappern der Türen und Fensterläden.

Sofort kreisen die Gedanken um die Frage: "4,2 oder 4,7". Also raus, zum Bäcker Brot besorgen und mit einem großen Pott Kaffee beim Frühstück musste gleich den Onlinebeachcheck machen: Windguru und -finder, Muchoviento, sowie Rudis Windmesser mit der genialen Cabezocam.
Teneriffa Report
Eigentlich tun noch alle Knochen vom Vortag weh, aber immerhin haben die Hände in der Zwischenzeit eine dicke Hornhautschicht bekommen. Der Blick auf den Tidenkalender zeigt, ob es sich lohnt, den Tag auf zwei Sessions aufzuteilen oder ob der Hotspot von drei bis vier Stunden Stunden genutzt wird. Jochen und Aixa surfen allerdings auch schonmal sechs Stunden am Stück! Heute ist am Vormittag auflaufendes Wasser, also geht's zur ersten Schicht nach Cabezo vor den Bunker.
Teneriffa Report
Leider wohne ich in diesem Jahr nicht mehr direkt in der Nähe, und so nutze ich das Aufkreuzen von der Südbucht immer als kleinen Warmup. Nach zweienhalb Stunden geht's wieder zurück nach Hause zum Stärken und zur liegengebliebenen Büroarbeit. Halb Fünf schlüpfe ich nochmal in den Neo und kreuze zur Mole, da hier bei fast komplett abgelaufener Ebbe die Wellen besser Down-the-Line laufen und rippe mit meinen Freunden und einigen Feierabendsurfern bis in die Dunkelheit. Das ist jetzt zu dieser Jahreszeit immerhin erst gegen 19:00 Uhr. Derweil staubt das Mountainbike in der Garage ein...
Teneriffa Report
Der Monatsüberblick: In der ersten Hälfte des Monats war die perfekte Nordostwindrichtung nicht das Ergebnis des typischen, ausgeprägen Azorenhochs. Es steckten andere, auch durch Tiefs entstandene, Luftströmungen dahinter. Aber das war uns letztlich egal, obwohl wir so an manchem Surftag auf die Sonne verzichten mussten.

Der Passat stellte sich mit einem fetten Dauerhochdruckgebiet über den Azoren für die zweite Hälfte dieses sagenhaften Windmonats ein.
Die Wellen waren insgesamt weniger spektakulär, aber an einigen Tagen, wie dem 17. und dem 24. Januar ging es mit 2-3 Meter hohen Teilen bei guten 8 Bft. ganz ordentlich zur Sache. Am 9.1. drehte der Wind etwas auf mehr östlich, was in der Regel für epische Bedingungen an den Secretspots im Norden der Insel sorgt. Alex Mussolini, Dany Bruch und Jochen Stolz machten sich auf, um dort die Bedingungen zu checken. Von Jochen gibt's in Kürze einen ausführlichen Report mit beeindruckenden Bildern dieses Tages.
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