Teneriffa - Big Day
Jochen Stolz berichtet von einem denkwürdigen Windsurfausflug mit Dany Bruch und Alex Mussolini zu einem Secret Spot auf Teneriffa.

Im Winter weht der Passatwind auf den Kanaren leider nicht so konstant wie im Sommer. Dafür gibt es dann allerdings die Möglichkeit an anderen Spots zu windsurfen, die im Sommer eher nicht funktionieren.

Tiefdruckgebiete bringen südwestliche bis nordwestliche Winde mit sich, im Gegensatz zum aus nordöstlichen Richtungen wehenden Passatwind.
Allerdings scheint das in diesem Winter anders zu sein. Abgesehen von Ende November, als es fast eine Woche lang fantastische Bedingungen mit bis zu 6 Meter hohen Wellen in Fitenia gab, weht der Passatwind kontinuierlich. Die Spots um El Médano boten fast täglich Bedingungen für kleine Segel und Waveboards. Nur an wenigen Tagen drehte der Wind ein paar Grad weg von Nordost - abseits von El Médano funktionieren dann auch andere Spots auf der Insel.

Ende Dezember hatte ich alleine eine Fahrt an einen dieser Spots gemacht, um saubere Wellen zum Windsurfen zu erwischen, die sich 'Down the Line' abreiten lassen.
Teneriffa - Big Day
Allerdings beschränkte sich meine Session - wie so oft dort - auf schwimmen. Vom felsigen Einstieg muss man bis zur Windkante paddeln, dann wartet man zehn Minuten auf Wind für einen Wasserstart, die nächsten 30 Minuten wird versucht zum Break Höhe zu laufen und dann gehen wieder zehn Minuten für den nächsten Wasserstart drauf.

Das alles nur, um dann ohne eine einzige Welle bekommen zu haben bei knapp masthohen Sets wieder 20 Minuten zurück zu schwimmen. Das geht uns leider ganz oft so, denn die Spots außerhalb von El Médano und Las Americas funktionieren leider sehr unkonstant. An diesem Tag war einfach viel zu wenig Wind.

Zwei Wochen später piepste abends mein Telefon. Dany Bruch meinte, dass der selbe Spot eventuell morgen funktionieren sollte. „Bist Du dabei?“ „Na klar“, meinte ich. Der Spot funktionierte meines Erachtens das letzte Mal vor zwei Jahren. Damals hatte ich dort eine lange und sehr gute Session. "Alex Mussolini kommt auch mit", schrieb Dany.
Am nächsten Morgen ging’s direkt nachdem ich die Kids in die Schule gebracht hatte, an den Spot. Nach einer langen Anfahrt (im Verhältnis dazu, dass man auf einer kleinen Insel wohnt), schlug ich am Spot auf. Dany und Alex waren ein paar Minuten vor mir angekommen und hatten schon einige Sets gesehen.

„Sieht gut aus, aber besser wir warten noch bis das Wasser höher ist“, meinten die Beiden. Ich hielt’s allerdings nicht lange aus. Vor zwei Wochen schwamm ich da draußen mit 5 Knoten rum und gerade ballerten 25 Knoten sideshore und masthohe Wellen an die vorgelagerten Felsen.

"Also, mein Plan...", entgegnete ich den Jungs: „Geht schnell raus, dann mache ich ein paar Fotos von Land aus, ganz schnell. Ich gehe dann auch zwei oder drei Stunden raus und danach schnapp ich mir mein Wassergehäuse und mache ein paar Wasseraufnahmen von euch. „Hört sich gut an“, meinten Alex und Dany.
Teneriffa - Big Day
Ja dann aber los, auf geht’s! Um keine Zeit zu verlieren baue ich schnell mein 5,0er auf. „Wenn ihr weiter rumtrödelt, gehe ich als Erster raus und falls der Wind dann später abkackt, während ich noch draußen bin, gibt’s nicht mal ein einziges Foto.“ Das wirkte und Alex hatte in Windeseile sein neues 4,2er RRD am Start. Ich schnappte mir mein 300er Teleobjektiv und positionierte mich zwischen den scharfkantigen Lavafelsen.

Auch Dany riggte inzwischen auf. Ich hielt es allerdings wirklich nur kurz an der Kamera aus und schnappte mir ein paar Minuten später mein 5,0er Icon und mein 89er Fanatic Quad. Als hätte ich es gerochen, schlief der Wind nach etwa 45 Minuten komplett ein. Dany und Alex schafften es gerade noch an den felsigen Einstieg zurück. Ich wollte aber wirklich sicher sein, dass der Wind nicht noch mal wieder kommt und harrte noch etwas aus.
Da ich allerdings wieder einmal beim Einstieg zuvor ordentlich durchgerüttelt wurde und etwa 10 Minuten von einem zum anderen Felsen gespült worden war, entschied ich mich für die sichere Schwimmvariante.

Genau wie vor zwei Wochen durfte ich also wieder ans Ufer schwimmen, bis zu einem kleinen Spalt in der Felsformation, der einzige im Radius von einigen hundert Metern.

Durch den Spalt kann man ohne Material- und Personenschaden relativ sicher wieder anlanden. Alex wartete schon und hatte ein breites Grinsen im Gesicht. "Zum Glück hast Du Druck gemacht schnell aufzubauen, sonst hätten wir den besten Moment verpasst ", entgegnete er mir.
Teneriffa - Big Day
Der Spot hatte mal wieder kurz sein Potential gezeigt und wir sind alle schon ganz heiß darauf, wann er wohl das nächste Mal wieder erwachen und uns die Möglichkeit geben wird, Mutter Natur in besonderer Form zu erleben... und sei es auch nur für 2 Stunden. Wer mehr Bilder der Windsurfaction auf Teneriffa sehen will, wird auf Jochens Seite fündig: www.WindsurfingTenerife.com
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