Gardasee
Michael Krumm berichtet von entspannten Herbst-Sessions am Gardasee, bei denen sich der Lago ohne Nepp und Parkplatznot präsentierte.

Nach wochenlanger Flaute im Süden Deutschlands und längerer Durststrecke aufgrund von Arbeit und Studium ging es im Oktober und November noch ein paar Mal an den Lago. Normalerweise waren wir dort eher im Sommer unterwegs, doch Touris und Parkplatznot an den einzig guten Startplätzen, an denen dann auch noch eine unverschämte Summe an Parkplatzgebühren anfällt, hatten uns doch eher den Spaß genommen.
In der Nachsaison kam dann alles anders. Sogar der Wind setzte auf seine eigenen Gesetze nochmal eins drauf.

Die meisten Geschäfte und Restaurants, sogar Hotels in und um Torbole waren bereits im Winterschlaf. So konnte man auch gemütlich seinen Parkplatz an der Fähranlegestelle in Torbole ergattern. Im Sommer ist es nahezu unmöglich dort einen Parkplatz zu bekommen.
Gardasee
Und so gab es dann auch über die gesamte Wetterlage etwa zwei Monate fast jeden Tag Vento für 4,0er - 5,1er Segel in Torbole bei strahlendem Sonnenschein und bei perfektem Flachwasser, während die eigentlichen Top Spots wie Malcesine und Al Pra leer ausgingen bzw. der Wind dort deutlich schwächer ankam. So kam es auch, dass unsere Freunde in Al Pra null Wind hatten und in Torbole das 4,2er Segel die perfekte Wahl war. Zu Beginn dieser Zeit verfuhren wir jedoch etliche Kilometer auf der Suche nach dem perfekten Spot rund um den nördlichen Teil des Sees zwischen Al Pra und Malcesine. Oft konnten wir nicht glauben, dass es in Torbole ballert und ein paar Kilometer südlich der Wind wie eine Wand im Nichts verschwindet. Somit wurden wir mehr oder weniger gezwungen ganz im Norden des Sees rauszugehen um Vento zu surfen.
Gardasee
Das klingt erstmal nicht so berauschend, jedoch stellte sich das Gegenteil heraus. An manchen Tagen konnte man an der Mole in Torbole noch gut das 5,1er fahren, während am Conca D´Oro bereits die Luft raus war.

Wer schonmal bei Vento surfen war, weiß die atemberaubende Kulisse zu schätzen. Die Herbstsonne ist dann noch ein Stückchen besser und somit waren die Sessions einfach unbeschreiblich geil.
Spätestens gegen Mittag war der Spaß dann vorbei und man konnte selbst im November noch gemütlich im T-Shirt in der Sonne liegen und zufrieden die Zeit am Strand genießen.
Außerdem trifft man immer die selben Gesichter an und dadurch ist immer für Spaß und Unterhaltung gesorgt.
Gardasee
Als dann doch teilweise noch Südwind kam, fuhren wir auch entspannt ans Pier, ohne ein Vermögen für den Parkplatz und das Hotel zu zahlen. Parkplätze waren auch mehr als genug frei, da nur ein paar Locals vorbeischauten. Abends konnte man dann nur mit ein paar Freunden am Conca D´Oro grillen und Partys feiern. Alles in allem zeigte sich der Gardasee von seiner entspannten Seite. Abzocke, Aufregung um die letzten Parkplätze und Angst vor der Polizei waren eher Fremdwörter. Der Lago war eigentlich kaum wiederzuerkennen. Nicht einmal die Carabinieri gingen mit ihrem Bötchen auf Surferjagd.
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