Teneriffa Report
Auch in diesem Jahr verbringt André den Winter 2014/2015 auf Teneriffa und berichtet monatlich vom Windsurfgeschehen auf der Kanareninsel. Über den November konnten sich vor allem Surfer freuen, die gerne bei Wind von rechts aufs Wasser gehen.

Während Tiefdruckgebiete andere Kanareninseln phasenweise im Regen versinken ließen, wirkte die südliche Bergflanke des 3.718 Meter hohen Teide wie eine Düse und blies den Süden der Insel wolkenfrei - die längste Nordwest-Periode der letzten 20 Jahre stand an. Hier kommt Andrés Chronologie des Novembers:
Nach einem extrem windstillen Oktober läutete meine Ankunft in Médano die nächste Windperiode ein - so einen Auftakt nimmt man gerne mit. In den ersten neun Tagen des Novembers blies es konstant aus der typischen Windrichtung Nordost und vor allem die Locals freuten sich über den Dienst an der Gabel.

So richtig wollte die Passat-Maschine aber noch nicht in Gang kommen, denn neben zwei Tagen am Viersiebener brauchte man an den Spots in der Südbucht, an der Mole und in Cabezo sonst eher großes Wave- oder Freeridematerial.
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Südbucht / El Medano
Danach verabschiedete sich der Wind dann leider komplett für eine ganze Woche. Windguru zeigte entsprechend nur weiße und hellblaue Farben. Dabei reichen uns schon die grünen Farbtöne (11-17 Knoten) zum Gleiten, denn die meisten Wetterdienste berücksichtigen in den Vorhersagen nicht die lokale Beschleunigung.

Die lässt sich lokal leicht berechnen: Für Windguru gilt der Multiplikationsfaktor 1,7 - so kann man in der Regel bei angesagten 15 Knoten nach dem 4,7er greifen. Die Vorhersage von Muchoviento.net rechnet zwar etwas Beschleunigung mit ein, aber hier kann man die Vorhersagewerte oft noch um den Faktor 1,2 erhöhen.
Für die weiterführenden Prognosen dominierte zwar wieder ordentliches Grün, aber aus anderen Richtungen. Zwei großräumige Tiefdruckgebiete über dem Atlantik störten nacheinander massiv den heißgeliebten Passatwind, der eher stabile Hochdrucklagen benötigt.

Die südlichen Ausläufer bestimmten in der gesamten zweiten Novemberhälfte das Windsurfgeschehen auf der Insel. Am 18.11. ging es mit Südwest los. Für Médano heißt das Wind aus der entgegengesetzten Richtung. In der Südbucht weht es dann ablandig von rechts und schafft mit spiegelglattem Wasser ideale Bedingungen fürs Freeriden und Freestylen.
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Fitenia / Las Americas
An den nächsten Tagen drehte der Wind immer weiter auf West bis Nordwest. Das 25 km entfernte Las Americas ist zwar als erstklassiges Wellenreitrevier bekannt, aber mit Wind aus Nordwest kommen auch Windsurfer voll auf ihre Kosten, wenn man den Einsteig über ein Riff am Spot Fitenia nicht scheut und Abstand zur Hafenmole in Lee halten kann.

Der Windguru-Faktor für die Playa de Las Americas beträgt sogar 2 bis 2,3! Da kann man bei angesagten 7-8 Knoten schon richtig Spaß mit dem Viersiebener haben. Genau so kam es auch, ein Saisonauftakt mit nicht allzu hohen Wellen.

An den folgenden vier Tagen drehten diese westlichen Windströmungen immer wieder nach Médano rein, so dass es teils in Las Americas, teils auch direkt vor der Haustüre funktionierte.
Zwischendurch gab der Nordost für zwei Tage ein kurzes Gastspiel, bevor das nächste Tief wieder für ordentlich Alarm in Las Americas sorgte. Der Wind nahm schnell zu, so dass das Vierzweier sich ziemlich groß anfühlte.

Diese Wetterlage änderte sich nicht und so hatten wir die längste Nordwest-Periode der letzten 20 Jahre. Fünf Tage am Stück ballerte es für die kleinen und kleinsten Tücher und jeden Tag wurden die Wellen höher.

Am 28. und 29. November erreichte der Swell seinen Peak und so verschwanden immer wieder die Segeltops der Jungs in den Wellentälern der bis zu anderthalb masthohen Monster.
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Cabezo
Diese Hookipa-Bedingungen sind nicht jedermanns Sache, deshalb hier noch ein Reviertipp für alle, denen LA eine Nummer zu hart ist: Torviscas liegt weiter westlich mitten in Costa Adeje, hier kann man geschützt zwischen steinernen Wellenbrechern aufs Wasser gehen. Den Spot erreicht man von der Autobahn über die Ausfahrt zur Playa Fañabe (Salida 30) hinterm Siam Park, geparkt wird in der Calle Roma.

Wer also die Vorhersagen richtig deuten konnte und einen fahrbaren Untersatz hatte, konnte die Novemberstatistik ordentlich pushen.
Zusammen mit zwei 4-Beaufort-Freeridetagen schaffte es der Monat auf immerhin 21 Windsurftage, das sind satte 70% Ausbeute.

Für die erste Dezemberwoche wurde das langersehnte Hoch vorhergesagt, was daraus wird könnt ihr dann im Dezemberreport lesen. Die Cabezocam hält euch bis dahin auf dem Laufenden. Ob LA funktioniert, könnt ihr auf dieser Webcam checken.
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