Teneriffa Report

Unter den Locals in El Médano sind zwei neue Gesichter: Tim van Dam Sanchidrian (14) und Julian Salomon (15) rocken wie die Großen und setzen ihren Vorteil der jugendbedingten motorischen Lernfähigkeit voll um. Julian kommt aus Gießen, ist also weit weg von guten Windsurfbedingungen groß geworden, doch seine Eltern ermöglichten ihm ein Schuljahr auf Teneriffa. Ich traf ihn für ein Interview am Strand:

André: Hi Julian, im Juli hast du beim Kid-Contest im Rahmen der PWA-Veranstaltung auf Teneriffa auf dich aufmerksam gemacht und nun gehörst du mit Deinen 15 Jahren schon zu den Cabezolocals. Wie ist das möglich, da doch Andere in deinem Alter in Deutschland die Schulbank drücken müssen?
Julian: Es war schon immer mein Traum einmal am Meer zu leben. Ich wohne jetzt bei einer supernetten Gastfamilie, wo ich mich sehr wohl fühle. Nachdem dieser Teil geklärt war, haben meine Eltern den Schulwechsel an die deutsche Schule in Tabaiba, in der Nähe der Hauptstadt Santa Cruz organisiert und dann ging alles super schnell. Jetzt bin ich bereits seit 8 Monaten hier. In der Klasse habe ich schnell Freunde gefunden und außerdem kann ich aus dem Klassenzimmer das Meer sehen.

Lernst du auch die spanische Sprache?
Ich habe mehrere Stunden Spanisch in der Woche und mittlerweile kann ich auch schon einiges in Spanisch verstehen und mich mit einfachen Sätzen unterhalten. Man lernt die Sprache schneller, wenn man in der Freizeit öfter einfach auch mit spanischen Freuden zusammen ist.

Wie oft kommst du zum Windsurfen?
Ich könnte eigentlich fast jeden Tag Windsurfen gehen. Von Tabaiba muss ich zum Surfspot ca. 40 Minuten mit dem Bus fahren. Allerdings habe ich auch immer wieder mal länger Schule, so dass sich die Busfahrt nicht immer lohnt. Dann bleibe ich in Tabaiba und arbeite für die Schule oder treffe mich mit den Freuden.

Man sieht dich viel mit Tim unterwegs. Auch er fährt mit seinen 14 Jahren bereits auf einem beachtlichen Level. Pusht ihr Euch gegenseitig?
Tatsächlich fahre ich am allerliebsten mit Tim, meinem besten Freund hier auf Teneriffa. Er lebt in Médano, surft supergut und wir matchen uns jedes Mal, wenn wir gemeinsam auf dem Wasser sind. Das macht einfach riesig Spaß.
Ansonsten ist auf dem Wasser auch so viel los und das Niveau ist recht hoch. Natürlich ist auch immer ein wenig Wettkampf dabei, aber trotzdem passt hier jeder auf jeden auf und so freuen sich zum Beispiel einfach auch alle über gestandene Moves.

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Wie gefallen dir die Windsurfbedingungen?
Die sind einfach super! Wind von Links ist meine Lieblingsrichtung und das erlebe ich hier eigentlich fast immer. In der Cabezobucht laufen an unterschiedlichen Stellen auch meistens gute Wellen, die sich super zum Springen und Abreiten eignen.

Was hast du, seit du hier bist, alles neu dazugelernt?
Takas, Backloops normal/onehanded und ich arbeite noch intensiv am Wave 360er. Den will ich unbedingt für die nächsten Wettbewerbe können.

Was willst du windsurftechnisch noch erreichen?
Hohe Front- und Pushloops sowie Wave 360er sind das Ziel bis zum Sommer. Dann möchte ich gerne wieder an der PWA-Juniorcompetion teilnehmen. Ich plane das für Gran Canaria und Teneriffa. Vielleicht findet sich ja auch noch ein Sponsor? Das wäre einfach super!

Hast du einen Tipp für alle anderen Youngster, die sich diesen Traum ebenfalls gerne verwirklichen möchten?
Versucht alles dafür, denn es lohnt sich wirklich! An dieser Stelle möchte ich gerne auch meinen Eltern danken, die mir das hier ermöglichen.

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Und viel Wind zum Spielen gab es im März auch noch! Nachdem bereits der Februar windmäßig richtig Gas gegeben hatte, startete auch der März gleich mit einer Woche gutem Passat durch. Nach einer kurzen Pause wehte es nun aus Südwest, was uns wieder einmal Flachwasser in der Südbucht bescherte. Nun ging es für 14 Tage am Stück wieder weiter mit dem vertrauten Nord-Ost und feinstem Wavesailing.

Wie bereits alle anderen Wintermonate zuvor, hielt auch der März drei fette Tage mit 45-50 Knoten und bis zu drei Meter Wellen für uns parat. Alex Mussolini war offensichtlich nicht so gut drauf, denn entgegen seiner gewohnt sicheren Performance vergeigte er immer wieder seine Wavemoves. Schnell stellte sich aber heraus, dass er eigentlich an einem neuen Zaubertrick arbeitete und so präsentierte er uns am letzten der Bigdays seinen "Klei" (benannt nach seinem Sohn), einen Wave360-into-Taka.

Am Ende des Monats sorgte ein Tief für zwei Tage Nord-West Wind in Las Americas und am 31.3. gab es noch einen weiteren Tag mit Westwind für Médano. Jochen Stolz und Surf-Urgestein Peter Huhn checkten an diesem Tag die Bedingungen im Norden. Doch am besten Spot, der Punta de Hidalgo, hatten die Beachguards leider den Strand gesperrt. Die Wellen türmten sich bis doppelt masthoch auf.

Mit 26 Tagen Windsurfen hat der März die Winterstatistik nochmal ordentlich gepusht und für viel Hornhaut auf den Händen und strahlende Gesichter gesorgt...

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