Atlantik Surfari
Am Anfang stand die Idee: Auf Lehrjahre sollten Herrenjahre folgen. Sobald die Ausbildungen durch sind, fahren wir nach Tarifa!

Lange wurde der Plan geschmiedet, lange stellte sich die Frage, mit welchem Gefährt wir reisen sollten. Als wir endlich ein „leicht lädiertes“ Busmodel italienischen Fabrikats in Augenschein nahmen, wurde uns klar: Der Winter würde lang werden.

Unzählige Arbeitstage, verpasste Sessions und Wochenenden in der Werkstatt später, wurden die Arbeiten durch die bevorstehenden Gesellenprüfungen unterbrochen. Die letzten "Kleinigkeiten" wie Innenausbau oder TÜV- Abnahme mussten also etwas kurzfristiger erledigt werden. Dann endlich hieß es "Sachen packen und ab auf die Piste".

Nach unzähligen Stunden auf der Autobahn passierte das Unvermeidliche: Die französische Polizei zog uns aus dem Verkehr. Mit Führerschein und Fahrzeugpapieren in der Hand begriffen wir allerdings wenig später, dass die Ordnungshüter uns fürsorglich auf den Parkplatz des Kite World Cup in Leucate gelotst hatten. Na gut, dachten wir, dann schauen wir uns das an. Aber nur einen Nachmittag!

Schließlich erreichten wir unser erstes Ziel: Tarifa. Schnell lernten wir unsere späteren Reisegefährten Sören und Matthias kennen, die uns dank ihrer Ortskenntnis gleich den optimalen Stellplatz an der Düne in Valdevaqueros und die Pizzeria ihres Vertrauens zeigten.



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Es folgten die Sessions, nach denen wir uns gesehnt hatten. Surfen bei super konstanten side-offshore-Bedingungen im Shorty und unter drei Lagen Sonnencreme, die Windmühlen Tarifas im Rücken, die Berge Afrikas in Sicht und dabei hörten wir das Rauschen des hellblauen Atlantiks. Einmalig! Abends stärkten wir uns mit Gegrilltem und Gezapftem bei lauen Temperaturen, während in Deutschland die letzten Eisdecken aufbrachen. So hätte es bleiben können.

Und So bliebt es auch! An der der Küste entlang hangelten wir uns gen Norden, genossen das unbeschwerte Leben, angelten unsere Mahlzeiten und stellten fest, dass mit zunehmend zerklüfteter Küste auch die Wellenhöhe zunimmt.
Da der Wind etwas schwächelte, gingen wir immer häufiger ohne Schirm und Segel, und nur mit bloßem Board und Paddel aufs Wasser.

Das ging so weiter, bis wir nach Guincho kamen. Hier begrüßte uns der wohl radikalste Windsurfspot unserer Tour mit perfekten Wellen und 30 Knoten side-onshore Wind. Zwei Tage lang hielt der Wind an und beschert uns allerbeste Windsurfbedingungen.

Doch auch der Kiter unter uns musste nicht viel länger auf sein Mekka warten. In Foz do Arelho fand er in der größten Lagune Portugals das begehrte Flachwasser.



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Getreu dem Motto:„Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“, verließen uns hier Sören und Matthias, mit denen wir viel Spaß hatten. Mit ihnen reiste auch das gute Wetter ab. Es wurde kühler und regnerischer. Da etliche Gebete im Pilgerort Santiago de Compostela keine Besserung brachten und das Urlaubsende auch langsam näher rückte, machen wir uns gemächlich auf den Heimweg.

Auf dem Weg nach Norddeutschland gönnten wir uns noch ein paar kurze, rebellische Ausritte im Baskenland, die uns noch einmal richtig forderten und einen schönen Abschluss der Tour bildeten.

Zuhause angekommen, spülten wir gleich am nächsten Tag unser Material bei böigem Wind und einstelligen Temperaturen im Brackwasser der Schlei aus...



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