Surflehrer auf Fuerteventura

Lasse Boennecke nahm nach dem Abitur eine Auszeit. Er arbeitete als Surflehrer auf Fuerteventura und berichtet von seinen Erfahrungen.

Freiheit! Palmen die sich im Wind wiegen, türkisblaues Wasser und grenzenlose Sandstrände. Das ist der Traum jedes surfbegeisterten Schülers.

Mir ging es nicht anders, als ich im Juni 2012 mein Abiturzeugnis in den Händen hielt und der Schule inklusive der deutschen Kälte endlich den Rücken zukehren konnte.

Da ich mir den Aufenthalt in meinem erhofften Paradies irgendwie finanzieren musste und schon während meiner Schulzeit als Trainer im Surf-Club-Kiel gejobbt hatte, war der Plan, zunächst als Surflehrer meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Doch wohin sollte es gehen? Mein Zielgebiet wurde durch meine Sprachkenntnisse eingegrenzt. Es stand also das englisch-, spanisch-, und französischsprachige Ausland zur Option. Nach langem Überlegen, ewiger Spot-Recherche im Internet und einigen Bewerbungen entschied ich mich aufgrund der guten Windstatistik und der guten Erreichbarkeit für die Kanarischen Inseln, genauer gesagt für Fuerteventura.

Schnell wurde das Double Boardbag mit so viel Material wie möglich vollgestopft und der Flug gebucht. Dann ging es auch schon los. Beim Check-In kam dann die Nervenzerreißprobe eines jeden Surftrips: Das Einchecken des übergewichtigen Boardbags.

Immer schön lächeln, freundlich bleiben und sich bloß nicht anmerken lassen, dass man genau weiß, dass vier Riggs und zwei Boards die 30kg Marke dezent gesprengt haben.

Erstaunlicherweise klappte alles ohne Probleme und die Reise konnte beginnen. Kurz vor dem Landeanflug wurde ich von einer Durchsage des Piloten geweckt: „Ladies and gentleman, please fasten your seatbelts. We are expecting turbulences due to strong winds at our destination.“

Während diese Nachricht die anderen Fluggäste eher ängstlich stimmte, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Hier war ich eindeutig richtig! Am Flughafen erwartete mich der Stationsleiter und brachte mich an meinen zukünftigen Arbeitsplatz, der sich in Esquinzo, im Süd-Osten der Insel befand.

Die Station, an der ich arbeiten sollte, war eng mit einem Hotel verknüpft, was einerseits gutes Essen und eine Unterkunft, andererseits aber auch die Teilnahme an Shows und abendliches Bespaßen von Hotelgästen bedeutete.

 
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