Helgoland
Einziges Problem, die gesamte Westküste wird zum Schutz vor den Fluten von einer riesigen Betonmauer, Tetrapoden und Betonklötzen umgeben, ein eher ungemütlicher Ein- und geradezu mörderischer Ausstieg bei Materialbruch, wenn man in einem solchen Fall nicht schon von der Strömung an der Insel vorbei auf die offene Nordsee heraus treibt.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl fuhr ich aus einer kleinen Einbuchtung aus dem Betonbollwerk heraus. Schnell bestätigte sich die Vermutung, dass sich diesseits der Insel bis auf Chop und chaotische Wellen keine wirklich guten Windsurfbedingungen finden lassen. Ich fuhr etwa eine Stunde vor der Steilküste hin und her, auf der Suche nach ein paar Sprungrampen, die für die Shots aber zu weit draußen brachen.
Die Beton-Szenerie in Lee von mir war etwas gespenstisch, vor allem wenn man sich die Geschichte Helgolands, oder Hell-go-Lands, wie das englische Militär die Insel einst nannte, verinnerlicht. Tom und Basti positionierten sich auf den Überresten eines ehemaligen U-Boot Hafens aus dem zweiten Weltkrieg, den die Engländer in der größten nicht nuklearen Sprengung in der Geschichte der Menschheit vernichteten.

Mit 6700 Tonnen Sprengstoff wurden dabei nicht nur Hafen- und Bunkeranlagen, sondern auch weite Teile der Insel in Stücke gerissen, um eine weitere militärische Nutzung Helgolands auszuschließen. Dabei entstand das heutige Mittelland, ein erschreckend riesiger Krater im Südwesten der Insel. Nach dem Krieg war Helgoland unbewohnbar und wurde erst im Jahr 1952 wieder an Deutschland übergeben und komplett neu aufgebaut.
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