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Karpathos


NeilPryde Teamfahrer Marco Lufen ist mit seiner Gang im Sommer sechs Wochen auf Karpathos gewesen. Hier ist sein Bericht.

Wie jedes Jahr stellte sich auch dieses Jahr die Frage: Wo fahren wir denn diesmal hin? Nach langem Überlegen und schlaflosen Nächten waren wir uns dann schließlich einig. Es sollte nach Karpathos gehen. Karpathos gehört zur Inselgruppe der Dodekanes und liegt zwischen Kreta und Rhodos.

Da wir bereits die Insel im Vorjahr besucht hatten, wussten wir was uns erwartet... 3,7 und „let's fly“. Da wir mit unserem Wohnmobil fahren wollten, stellten wir schnell fest, dass dies nicht so einfach ist, da wir zwei Fährverbindungen nehmen mussten. Wer die griechischen Fährgesellschaften kennt, weiß, dass nicht immer alles reibungslos klappt. So war es auch dieses Jahr. Unsere Fährtickets, die wir bereits im Voraus gebucht hatten, kamen knappe zwei Tage vor Abreise. Endlich ging es los...

Nach schlappen 1300 km waren wir endlich im Hafen von Ancona in Italien angekommen... rauf aufs Schiff und ab geht es per Wassertaxi nach Patras (Griechenland). Nach 21 Stunden inklusive Camping an Board (d.h. man kann in seinem eigenen Bus schlafen) hatten wir den Peleponnes erreicht. Dann fuhren wir etwa 250 km nach Piräus. Damit war die erste Hürde geschafft! Piräus ist der Hafen von Athen, von dem aus alle griechischen Inseln erreicht werden können.



Karpathos
Karpathos



Direkt nach der Ankunft ging es auf das zweite Schiff. Die " Prevellis", ein etwa 35 Jahre alter Kutter, sollte uns nun heil nach Karpathos bringen. Das Schiff machte einen maroden Eindruck. Wir klemmten den Schlafsack unter den Arm und marschierten rauf an Deck, um dort die Nacht zu verbringen. Nach 22 Stunden schippern durch die Ägäis, samt An- und Ablegen auf Kreta und Santorini, kamen wir endlich an. Gefühlt dauerte es mindestens zwei Tage. Das  Schiff legte in Karpathos-Stadt, genannt Pigadia, an.

Die Insel hat 6000 Einwohner und wird in den Sommermonaten während der Meltemizeit fast ausschließlich von Windsurfern aufgesucht. Fährt man an der Ostküste in Richtung Süden, so erreicht man nach ca. 17 km die drei bekannten Surfspots von Karpathos.

Dies sind:
Chicken Bay, eine kleine Lagune, in der sich hauptsächlich Anfänger und Freestyler aufhalten. Das Wasser dort ist sehr flach und gleicht einer karibikähnlichen Badewanne. Die Wassertemperatur beträgt in den Sommermonaten locker 26 Grad Celsius.

Von der Chicken Bay erreicht man durch einen „Channel“ die Gun Bay. Dort befindet sich eine Mistral Station und eine Planet Allsports Station, die mit Fanatic und North Sails ausgestattet ist.



Karpathos



Der Wind ist dort stärker als in der „Chicken Bay“ und die Wasseroberfläche ist sehr choppy. Hier findet man hauptsächlich fortgeschrittene Freerider. Von der Gun Bay kann man nun die Paradise Bay erreichen, die früher Devils Bay hieß. In dieser befindet sich die Surfstation von Chris Schill. Chris hat sich vor einigen Jahren dort mit seiner Station niedergelassen und gilt als ein „Ur-Gestein“ des Windsurfens auf Karpathos. In seiner Surfstation kann man F2 Boards und Segel, sowie diverse andere Marken wie North, JP und Neil Pryde testen.

In der Paradise Bay befinden sich hauptsächlich Speed-Fahrer und Freestyler, die dann nahe am Strand den Flachwasserrausch genießen. In der Paradise Bay weht grundsätzlich ein Beaufort mehr als in der Chicken Bay oder Gun Bay.

Ist der Wind zu stark, kann man die Westküste fahren, wo sich der Luv-Spot befindet. Bei starkem Meltemi laufen hier gute Mittelmeerwellen herein, so dass man auch akrobatische Sprünge wie Front-, Back- oder Pushloops probieren kann. In den sechs Wochen vor Ort habe ich einen Tag ohne Wind erlebt, sonst war immer ausreichend Belüftung vorhanden, um mit wenigstens 4,5 Quadratmetern zu fahren.



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Nach einem anstrengenden Surftag kann man sich in der „Baja-Beach-Bar“ den Abend mit einem Caipirinha versüßen. Jeden Montag findet dort eine „Surfers-Party“ mit DJ Manolo, selbst auch ein begnadeter Windsurfer, statt. Party-Freaks fahren jeden 2. Tag in die Hauptstadt Pigadia und suchen dort die Open Air-Disco „Heaven“ auf, wo bis zum Sonnenaufgang gefeiert wird.

Nach unvergesslichen Sommerferien vermisse ich die Insel jetzt schon, auch wenn ich manchmal über den böigen Wind geflucht habe.

Kalinichta, Marco



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