home  :::  travel  :::  Teneriffa Report - Januar 2010  
Teneriffa Report

Wenig Passat, aber wer selbiges Model aus Wolfsburg besitzt, kann trotzdem jede Menge Wellen abgreifen...
Das noch immer anhaltende Schneechaos in Deutschland sorgt auch auf Teneriffa für merkwürdiges Wetter, hier öffnet der pechschwarze Himmel zum Monatswechsel seine Schleusen, so dass die Kanalisation komplett versagt und überall die Gullideckel anfangen zu tanzen.

Eigentlich keine richtige Inspiration, um die Windsurfaction des letzten Monats Revue passieren zu lassen...

Nach dem Westwindmarathon des Dezember hofften wir sehnsüchtig auf die nächste Nordostperiode, die rein statistisch eigentlich schon längst fällig war.

Aber die Wettercapriolen mit ungewohnten Schneemassen in Europa hielten an und die dafür verantwortlichen Luftdruckverhältnisse verhinderten weiterhin eine konstante Passatströmung. Die Surfpause der Tage um den Jahreswechsel wurde vom nächsten Tiefdruckgebiet beendet.

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Zwar immer noch kein Nordost, aber mit Westwind dann doch wieder Rushour in der Médanobucht. Die meisten Einheimischen nutzen die Brückentage zwischen Silvester und dem 6. Januar, dem Fest der Heiligen Drei Könige (in Spanien Feiertag und Bescherung für die Kinder), für einen kleinen Extrasurfurlaub.

Entsprechend voll war es auf dem Wasser vor dem Flashpoint, der Traditionssurfkneipe von El Médano.

Am nächsten Tag drehte der Wind wie üblich nach Nordwest, also abriggen und Parkplatz suchen in Las Americas, der Bettenburgensammlung an der Westküste der Insel.

An 'den linken Fuß vorn beim Wellenabreiten' gewöhnt man sich langsam - das Training mit der 'falschen' Richtung im Dezember trägt Früchte!


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Eigentlich sollte laut Vorhersage nun ein Tag Flaute und darauf der nächste Passat folgen, aber statt dessen ging es in LA weiter - der vierte Tag Nordwest in Folge, allerdings einen Tick nördlicher. Die Auswirkung meldete uns Spotexperte Jochen schon bei der Anfahrt: "Der Wind hat hier in LA gerade rausgedreht - wir sehen uns in Alcalá".

Zusammen mit Vincent, Robert und Andreas im Wagen ließen wir den Touriort links liege. Auf der Weiterfahrt bekamen die drei von mir ein paar Infos über die 'Besonderheiten' des Spots: spitze Felsen, mit glücklichem Timing zwischen den Sets in den Wind schwimmen, nur die großen Wellen nehmen (die kleinen brechen in die Steine) und Ausstieg 800m in Lee über ein Geröllfeld.

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Vor Ort sah es erst einmal gar nicht so schlimm aus, aber einige Sets waren dann doch masthoch - entsprechend defensiv haben wir uns bewegt, trotzdem kein schlechter Tag. Der Wind nahm immer mehr zu und drehte zurück auf West. Etwas zu auflandig für diesen Spot, aber nun wieder genau richtig für LA.

Also wurde wieder gepackt und noch ein bisschen Fitenia in Las Americas gerockt, wie der Spot an der Mole genannt wird. Schon am nächsten Tag ging es weiter mit Nordost für großes Material in El Médano, dem ersten Tag nach vier Wochen mit Wind aus der eigentlich 'normalen' Richtung.

Leider war es das dann erstmal und Windguru zeigte ausschließlich weiße Pfeile für die nächste Woche. Alternativen wie Wellenreiten und Mountainbiken sorgten für Abwechslung. Für die Tage nach dem 18. Januar waren die Pfeile dann endlich wieder grün und zeigten nach links unten in Richtung Nordosten, was fast eine Woche anhielt.

Der Monat wurde beendet, wie er angefangen hatte: Mit Fahrten nach LA, wo kleine Wellen gerippt werden konnten. In der Statistik standen am Ende 16 Windsurftage - wir können zufrieden sein, auch wenn sich Mancher mehr Passat versprochen hatte...

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