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Kapstadt Report
N
achdem unser letztjähriger Trip nach Kapstadt ein voller Erfolg war, entschieden wir uns dieses Jahr erneut dazu, ans Kap zu fahren. Eigentlich sollte eine solche Reise primär Vorfreude verursachen... Die Tatsache, dass die Airlines mit dem Sonder- bzw. Sportgepäck immer restriktiver umgehen, verursacht dann doch immer wieder einiges an Stress, bis die Taschen alle eingecheckt sind.

Dieses Jahr trug die aktuell in Deutschland herrschende Eiszeit dazu bei, dass bei den Vorbereitungen unerwartete Probleme auftraten. Für das Öffnen der Dachbox mussten wir uns einiger Chemikalien, eines Föns und gutem Zureden bedienen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lief dann allerdings alles wie geplant. Selbst das Einchecken des Materials verursachte wider Erwarten keine Probleme.

Tja und nun sitzen wir im Flieger, die Knie stehen vorne am Sitz an, die Filme könnten langweiliger nicht sein und das Essen ist ein fader Tropfen auf den heißen Stein. Ist man erstmal raus aus der unglaublich geräumigen Holzklasse und atmet die warme Sommerluft in Südafrika ein, sind alle Unbequemlichkeiten schnell vergessen.

Am Flughafen warteten wir auf unseren Freund Henning, der aufgrund ausgiebiger Feierei Startschwierigkeiten hatte und um diese Uhrzeitnoch nicht so wirklich auf Zack war. Nachdem die 120 kg gleichmäßig auf dem Autodach verteilt waren ging es los. Zwei Stunden Kapstädter Verkehrschaos später lieferte Henning uns in Tableview ab, an dieser Stelle auch noch mal ein dickes Dankeschön fürs frühe Aufstehen!
Südafrika
Wir genossen unseren ersten Kaffee in Tableview auf der Dachterrasse bei herrlichen 28 Grad und strahlendem Sonnenschein. Statt uns, wie ursprünglich geplant, von den Strapazen der Reise auszuruhen, entschieden wir uns für eine erste Surfsession in der Bigbay. Wellen und Wind waren nahezu perfekt für den ersten Surftag - nicht zu klein und nicht zu hoch. Nach einem kleinen Sundowner Drink war das leckere Essen im Anschluss der krönende Abschluss des ersten Tages.

Im Hinblick auf die letztjährige Baustelle in der Bigbay gibt es Positives zu berichten. Die Uferpromenade ist fertig gestellt, etliche Bars, Kneipen, Surf- und Kiteshops sowie ein Pick'n Pay wurden hier angesiedelt. Egal ob Sundowner mit Cocktail, Abendessen oder Frühstück mit Meerblick, dürfte die Bigbay nun zu den Topadressen gehören, jedenfalls was die Lage betrifft.


Südafrika
Dem ersten Eindruck nach befindet sich Kapstadt im Wandel bzw. im Aufbruch. Überall wird gebaut, weniger an Gebäuden, eher an Infrastruktur. Eine neue Busspur für Schnellbusse soll das Verkehrsaufkommen reduzieren. Auslöser dürfte hierfür natürlich die bevorstehende WM sein, die man allerorts schon deutlich spüren kann. An den Straßenkreuzungen werden bereits Fahnen und andere Accessoires verkauft, und von den Plakaten an den Straßenrändern prangern entsprechende Werbeslogans.

Nachteil der neuen Busspur ist natürlich eine Vielzahl an Baustellen und damit verbundene Fahrbahnverengungen, welche gerade in Stoßzeiten ein enormes Stauaufkommen verursachen. Als Tourist lassen sich diese Zeiten jedoch gut umgehen, im Gegensatz dazu dürfte es für die arbeitende, einheimische Bevölkerung recht nervenzehrend sein, jedoch mit Aussicht auf Besserung.
Die Hoffnung besteht, dass die neue Infrastruktur nach der WM aufrechterhalten wird. Die Vorfreude auf die bevorstehende WM ist den Menschen jedenfalls deutlich anzumerken!

Leider hatten wir in Sachen Wind nicht so richtig Glück, zumindest was die Belüftung der vor der Haustür gelegenen Spots betraf. Der „Capedoctor“ wollte sich über drei Wochen einfach nicht so richtig durchsetzen. Wir entschieden uns, dem Wind hinterherzufahren, und so ging es dann fast täglich auf eine kleine Tour ans Kap, Langebaan, Paternoster oder hoch nach Elandsbay.

Dank der Fernfahrerei sind wir auf unsere Kosten gekommen. Gerade Paternoster und Witsands bescherten uns einige sensationelle Tage mit schönsten Wellen. Auch die morgendlichen Wellenreitsessions in Bigbay und näherer Umgebung, am Besten noch vor dem Frühstück, sind einfach der Hit. Im Gesamten haben wir mindestens 2500km zurückgelegt, was unser Golf Chico problemlos ertragen hat.


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Kapstadt bietet jedoch nicht nur Windsurfen und Wellenreiten: Das Essen, der Wein, der Tafelberg, die Stadt an sich, das Ambiente, die milden Abende, das Klima, die Südafrikaner und unzählige weitere Argumente machen dieses Reiseziel so interessant und vielseitig.

Letztendlich vergeht die Zeit dann immer viel zu schnell, anfangs sind es noch vier Wochen, dann schon Halbzeit, und letztendlich muss man sich an den Gedanken gewöhnen, dass es wieder nach Hause geht. Positiv ist natürlich, dass bald das Frühjahr kommt und somit die Saison bei uns an Nord- und Ostsee beginnt.

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