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Sardinien
Die Zeit der Beachpartys, der schönen Sonnenuntergänge und der warmen Surftage neigt sich in Deutschland langsam dem Ende zu. Die Tage werden kürzer und der Langarmanzug kann langsam wieder entstaubt werden. Wer kann flüchtet in den Süden um den kalten Temperaturen noch eine Zeit lang zu entfliehen.
Mich führt die Sucht nach dem Surfen wie schon im Frühjahr in den Norden von Sardinien.

Für 230€ geht’s Mitte September von Livorno mit der Fähre nach Olbia. Als wir auf die Fähre fuhren, lagen schon 1500 Kilometer Autofahrt hinter uns. Kiel liegt halt doch etwas nördlicher als München oder Rosenheim. Der Stress fing auf der Fähre an. Kein Camping on Deck mehr, das heißt alle müssen aus den Bussen und sich für die nächtliche Überfahrt auf irgendeine Bank flegeln. Wir dachten wir sind ganz gerissen und bleiben einfach im Bus und legen uns aufs Ohr. Nach schaukeln und klopfen an der Tür von dem Bootspersonal schliefen wir endlich ein. Doch am Morgen bei der Runterfahrt wurden wir beschimpft und uns wurden Prügel angedroht…
Die ersten 2 Tage blieben wir bei tropischen Temperaturen und schwachem Ostwind in Budoni im Nordosten der Insel. Die Wettervorhersage versprach Westwind, welcher in Porto Pollo am stärksten sein soll. So führte uns der Weg an den überfüllten Spot. Freestyler und Flachwasser-piloten bügelten schon übers Wasser, als wir ankamen. Zwei geile Tage mit 4,4 und zwei Tage mit knapp 30 Grad lassen das Unbehagen des nahenden Winters vollkommen verschwinden.

Für das nächste Wochenende hielt Windfinder sein Versprechen. Über 30 Knoten ließen mich gnadenlos wegfliegen. Die Locals ziehen ihre dreieinhalber Lappen aus den Autos, welche sie eigentlich nur im Frühjahr brauchen und zirkeln Vorwärts- und sogar Backloops über dem Flachwasser. Der nächste Tag sollte genau so grandios werden und somit versuchten wir unser Glück an den Wave Spots weiter im Westen. Der Weg führte über Cala Piscina, wo die Wellen und Strömung nach Angaben von Lokals zu groß sind und an Marina Della Rossa und Vignola vorbei bis wir endlich in La Caccha ankamen. Sideshore Wind und drei bis vier Meter Wellen sind traumhaft und eindeutig mein bester Tag in der Welle in diesem Jahr. Als ich vom Wasser kam, traf mich fast der Schlag! Mein Uni Dozent stand vor mir und landete gerade seinen Kite. So klein ist die Welt. Bessere Noten gibt’s wahrscheinlich trotzdem nicht.


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Die nächsten Tage waren wir auf der Suche nach Wind und genossen die Sonne. Türkises Wasser und Reiskornstrände fanden wir in Stintino, so dass wir unser Lager für ein paar Tage dort aufgeschlagen hatten.

Doch auch hier gab es keine Gleitbedingungen, so dass wir nach knapp einer Woche wieder nach Porto Pollo fuhren, in der Hoffnung dass die Sonne zu einer stärkeren Thermik verhilft. Für Formula reichte es, für mehr nicht. Die Stimmung kippte, Frustkäufe bei den Strandhändlern versüßten wieder mal den Tag, so dass sich jetzt Handtücher, Körbe, Beachball und Tücher im Bus stapeln.

Aber immerhin ist die Polizei so kulant, dass man mit dem Bus problemlos an allen Stränden die wir besuchten, stehen und auch schlafen konnten. Lediglich die fetten Womos müssen aufpassen. Ein Deutscher musste 340€ zahlen, weil er wild gecampt hat.

Die Wochen vergingen und schnell ist ein Monat rum. Die Windausbeute war eher mager. Nur vier Tage mit Wave oder Freestyle Stuff, dafür aber häufig Wind für Formula und Slalom. Bis auf zwei Tage mit schwül warmen Regenwetter, wo jede Bewegung Schweißperlen auf die Stirn zauberte, war dass Wetter grandios. Cappuccino, Sommer, Sonne, baden und viel chillen lässt mich die Zeit hier auf jeden Fall mega schön in Erinnerung behalten! Ein perfekter Saisonabschluss 2010!



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