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Naxos

Was für eine Aussicht: Nach zweieinhalb Jahren als Stationsleiter in der Türkei, werde ich mich bald in Köln wieder finden, weit entfernt von Meer, Sonne und der südländischen Gelassenheit.

Bevor es wieder in die normale Berufswelt ins Büro gehen sollte, plante ich einen dreiwöchigen Aufenthalt auf der Insel Naxos. Dort erwarteten mich meine Freunde Swen und Bianca, die seit kurzem beide dort arbeiten.

Auch wenn dort der Wind im Oktober so unvorhersehbar wie in Alacati ist, hatte ich trotzdem eine Tripleboardbag mit zwei Boards und einigen Segeln dabei. Und ein wenig Glück hatte ich auch, denn obwohl der Herr vor mir beim Einchecken wegen vier Kilo Übergepäck nachzahlen musste, gingen meine 80 kg Surfgepäck dank der freundlichen Dame am Schalter problemlos durch...

Da Naxos nicht direkt zu erreichen ist, flog ich erst nach Athen. Von dort aus besteht die Möglichkeit mit dem „Airtaxi“ direkt weiter nach Naxos zu fliegen. Dies ist der schnellste Transport für Surfer, die ihr Material vor Ort mieten wollen. Da der Flughafen auf Naxos nur für kleine Propeller-Maschinen ausgelegt ist, kann kein Surfgepäck mitgenommen werden. Also musste ein Transfer vom Flughafen Athen zum Fährhafen Piräus organisiert werden. Ein Wagen mit Dachgepäckträgern gab es nicht, deshalb wurde das Material einfach ins Auto geladen und die Heckklappe offen gelassen. Das erinnerte mich an die Gelassenheit der Türken, bei denen alles auch immer irgendwie funktioniert.

Am Hafen angekommen musste ich ca. 8 Stunden auf die Fähre warten, die über Paros nach Naxos fuhr. Durch das Surfgepäck, meine Reisetasche und meinen Rucksack konnte ich mir Athen leider nicht weiter ansehen.



Naxos


Die Wartezeit verbrachte ich am Hafen, ausgerechnet an dem Platz wo sich die Sonnenbrillen- und Uhrenszene ihren Umschlagplatz gesucht hatte ...

Die Überfahrt mit der Fähre war problemlos. Sie dauerte etwa sechs Stunden und es bot sich an, mit dem Schlafsack an Deck zu übernachten, um fit am Hafen in Naxos anzukommen.

Nach einem kräftigendem Frühstück im Flisvos Sportclub wartete starker Nordwind für 4.2 und mein Waveboard auf mich.

Der Spot nahe des Hauptortes Chora ist für Einsteiger, Freestyler und Wave-Freaks gleichermaßen interessant. Ein dicht unter der Wasseroberfläche liegendes Riff trennt eine oft stehtiefe Lagune vom offenen Meer. Durch einen etwa drei Meter breiten Kanal kann man nach draußen surfen. Weiter in Richtung Hauptort wird der Wind zwar böiger, aber das Riff liegt etwas tiefer unter der Wasseroberfläche und falls es ein paar Tage durchweht, können die Wellen dort beachtlich werden.

Wem das Surfen einmal zu viel wird, sich aber trotzdem noch dem Wasser hingezogen fühlt, kann auch einen Segeltörn mit der Surflegende Kutte Priesner nach Paros machen, oder auch mit dem Katamaran die Küste erkunden.

Die Insel ist vielseitig. Sollte einmal gar kein Wind sein, lohnt es sich auch mit Schnorchel und Flossen die Unterwasserwelt zu erkunden. Wer lieber in die Berge, oder ins Hinterland möchte, auf den warten sportliche Mountainbiketouren oder rasante Quadsafaris. So kann man auf dieser vom Massentourismus verschonten Insel noch Plätze entdecken, die anderswo schon lange mit Beton gefüllt worden wären.

Die nicht ganz so einfache Anreise bewahrt die Insel vor denen, die nur die Sonne suchen, und denen der Rest egal ist. Sie bietet für Freestyler, Freerider, Wellenbegeisterte und „nicht Wassersportler“ in gleichem Maße etwas.

 



Naxos
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