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Es muss nicht immer Nordsee sein

Anne Stevens wohnt am Niederrhein, gerade mal zwei Autostunden von den besten Windsurfspots der niederländischen Küste entfernt. Wenn aber der Wind wie in diesem Frühsommer nicht mitspielt und regelmäßig einen weiten Bogen um Scheveningen, Wijk & Co. macht, dann sind Alternativen gefragt.
Der tägliche Blick ins Web streute zusätzlich Salz in die Wunden, denn gerade in diesem Frühsommer waren die Spots an der Ostsee bestens belüftet, beinahe täglich dokumentiert durch zahlreiche Uploads in den Communities.

„Es muss nicht immer Nordsee sein“ dachte ich mir angesichts der Vorhersage für ein weiteres windloses Wochenende in Holland. Ich war schon ein paar Mal an der Ostsee, Wellen hab ich dabei selten erlebt. Aber mit den Bildern vom Storm Chase im Hinterkopf wollte ich die 500-Kilometer-Tour in die Hohwachter Bucht wagen, denn die Vorhersage versprach einiges.

Dazu kam, dass auch Anja und Martin vom Sofa Movie Lab die Reise von Augsburg aus antreten wollten, um ihre DVD Produktion „From Monday till Sunday“ an der Ostsee fortzusetzen.

Voller Vorfreude machte ich mich auf den Weg - etwas überstürzt, wie sich herausstellen sollte, denn erst etliche Kilometer später merkte ich, dass mein kleines Waveboard nicht mit an Board war - meinen Bus hatte ich zuletzt immer nur für Leichtwindtage gepackt. Also kamen zur Anreise noch etliche Extrakilometer obendrauf und ich um ca. 5:00 Uhr morgens in Kiel an.

Es muss nicht immer Nordsee sein
Sehr nördlicher Wind führte uns an diesem Tag nach Lippe. Anja und Martin hatten sich schon mit Leon Jamaer getroffen, der uns den Weg zu diesem Spot westlich von Hohwacht wies.

Es hörte nicht auf zu regnen und jeder, der mich kennt weis, dass man mich bei Dauerdusche von oben nur schwer aufs Wasser bekommt, aber die Bedingungen mit 4,2er Segel und beachtlichen Wellen waren unwiderstehlich. Und das alles direkt vor der Nase, ohne kilometerweit zu laufen wie z.B. in Wijk aan Zee.
Am nächsten Tag führte uns der Weg nach Weißenhaus und hey, man konnte schon wieder fast am Wasser parken! Der Wind blies wie angesagt ziemlich stark, so dass das 3,7er die richtig Wahl zu sein schien. Der Wind war anfangs etwas böig, aber da waren sie wieder, die Ostseewellen.

Anfangs hatte ich noch einige Probleme das richtige Timing für diese für mich neue Wellenform zu finden, aber dann hat es riesig Spaß gemacht die teilweise über 2 Meter hohen Wellen zu rippen.


Es muss nicht immer Nordsee sein
Nachmittags hab ich meinen Platz dann hinter die Kamera verlegt, ich wollte schließlich festhalten, dass die Ostsee tatsächlich rockt.

Am nächsten Morgen ging es dann um 8:00 Uhr nochmals nach Weißenhaus. Noch etwas verschlafen mussten wir feststellen, dass auch schon so früh etliche Leute die immer noch schönen Wellen rippten.

Also, schnell noch unter Beobachtung der Filmkamera das 4.7er aufgeriggt und rein ins Vergnügen.

Die Sonne schien und es war angenehm leer auf dem Wasser. Die Wellen waren prima und ich hatte das Gefühl, dass mein Timing für die Wellen immer besser wurde.

Leider lies dann irgendwann meine Kraft nach und auch dem Wind schien die Luft auszugehen, so dass wir beschlossen die Gegend zu erkunden. In Heiligenhafen hatte der Wind noch deutlich mehr Druck als in Weißenhaus, aber dort sahen die Wellen deutlich kleiner aus.

Es muss nicht immer Nordsee sein
Also ging es direkt weiter zum nächsten Spot. In Großenbrode gab es perfekte Flachwasserbedingungen. Anja und Martin machten dort noch ein paar Freestyle Aufnahmen mit Tilo Eber, denn am Sonntag sollte der Wind nicht mehr wehen.

Drei Tage Mega-Spaß lagen hinter mir und ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass ich demnächst noch mal auf die ‚weite“ Reise antrete, um dann zum Beispiel Spots mit so klangvollen Namen wie Kalifornien und Brasilien abzuchecken. Es muss nicht immer Nordsee sein.

Es muss nicht immer Nordsee sein